Sollte ich zum Arzt?

Dieses Thema im Forum 'Bulimie Blog' wurde von Michi gestartet, 29 Mai 2011.

  1. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Natürlich sollte man seinem Arzt davon erzählen. Ich denke man sollte immer zum Arzt, da man sich alleine schon durchchecken lassen muss. Ich denke, wenn man aber sich nicht ärztlich helfen lassen will, sollte man dem Arzt nicht seine Krankheit mitteilen, sondern sich nur untersuchen lassen. Weil wenn man keine Hilfe annimmt, gibt es gute Gründe, dem Arzt auch nicht mitzuteilen, was man hat, da man sonst ewig in seiner Akte diese Krankheit stehen hat. Aber eigentlich sollte man sich helfen lassen und dann muss man es ihm sagen.
    1. Ich war zuerst beim Hausarzt. Der hat nur meine kompletten Daten notiert und mich gefragt, ob ich Sport mache. Als ich das bejahte, meinte er, dann ist es nur halb so wild. Weil das Herzinfarktrisiko bei der Krankheit enorm ist, was durch den Sport aber wieder ausgeglichen wird. Naja, ansonsten verwies er mich nur zum Frauenarzt, konnte mir aber nicht weiter helfen. Klar, er ist ja auch kein Spezialist. Er sagte nur, dass ich mit sowas aufhören soll und fragte mich, warum junge, hübsche Mädchen immer so einen Scheiß machen müssen.
    2. Der Frauenarzt erkundigte sich gleich nach meiner Periode. Ich meinte, dass ich seitdem ich die Pille abgesetzt hatte meine Periode, wenn überhaupt, nur sehr schwach bekam, was ein typisches Anzeichen war. Wusste ich ja auch. Auf jeden Fall wollte er meinen Zyklus wieder hinbekommen und verschrieb mir gleich eine Pille, damit ich dann gleich danach meine Periode bekam. Das klappte alles. Viel mehr, außer ein kurzes Gespräch, Notierungen und ein paar freundliches Lächeln, gab es dann auch nicht.
    3. Ich wollte unbedingt zum Internisten, um mich durchchecken zu lassen. Das machte ich und es stellte sich nichts heraus. Also ich war kerngesund. Naja und das ist auch schlimm, weil als Kranke denkt man dann, also so schlimm ist es ja nicht. Man denkt halt nicht daran, dass es hauptsächlich Langzeitschäden zur Folge hat und man bei den ersten Anzeichen schon den Zug in eine gesundes Leben oder evtl. überhaupt ein Leben verpasst hat.
    4. Zum Zahnarzt geh ich zur routinemäßigen Untersuchung und zum “Lochfüllen” usw., aber außer zwei Wurzelbehandlungen habe ich auch noch nichts. Ist ja in meinem Alter nichts so unnormal. Dennoch ist mir mal ein Stück von einem Zahn abgebrochen bzw. zwei. Ein großes Stück hinten, worauf eine Wurzelkanalbehandlung erfolgte und ein ganz kleines an der Seite. Fällt aber nicht auf. Dennoch im ersten Moment erschreckend, was dann aber wieder abflacht. Ich lasse mich auf jeden Fall regelmäßig durchchecken und “reparieren”.
    Bei anderen Ärzten war ich nicht. Zur psychologischen Beratung ging ich mal, aber das brachte nur vorübergehend was, um halt mal seine Krankheit und die Dinger herum auszusprechen. Aber ich merkte, dass der vor mir doch gar keine Ahnung hatte und das bringt mir nichts. Ich bräuchte wenn jemanden, der Arzt ist, aber alles bereits durchlebt hat. Die Welt einer Magersucht- und/oder Bulimie-Kranken ist so komplett anders. Das kann sich ein gesunder nichts vorstellen. Ich weiß es so genau, weil ich die Welt ohne und mit Krankheit kenne und ich mir nie erträumt hätte, zu was einem die Krankheit bringt, zu was sie einem veranlasst, zu welchen Gedanken sie führt und welchem Tagesablauf sie wie regelt. Da ich momentan nicht an Untergewicht leide und sich die Krankheit im Zaum hält, wobei ich noch sehr krank bin, sehe ich es nicht als notwendig an, mich einer Behandlung zu unterziehen. Aber das spricht eben auch wieder die Kranke aus mir heraus. Hat aber auch noch einen gesellschaftlichen oder anderen Grund. Wenn man Untergewicht hat, muss man sofort hin, definitiv, weil man sonst wohl stirbt.