Mein Leben frei von sämtlichen Zwängen

Dieses Thema im Forum 'Bulimie Blog' wurde von Michi gestartet, 29 Mai 2011.

  1. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Tja, wie fängt man am besten an zu schreiben? Wahrscheinlich gibt es keinen perfekten Anfang.

    Ich erzähl dir erstmal von meinem Leben, das ich hatte bevor alles anfing, bevor die Krankheit mein Leben bestimmte und ich erkannte, dass ich krank bin. Ich meine, in meinem Jugendalter war ich absolut normal. Der durchschnittliche Teenie, der aß, was er wollte, jedoch nie zu viel. Ich wusste nicht, ob das, was ich aß, viele oder wenige Kalorien hatte (Außer die Dinge, die jeder weiß: Chips haben viele Kalorien, etc.). Ich achtete aber nicht so darauf. Ich aß normal frühs, mittags, abends, verspürte nicht bei jeder Sünde ein schlechtes Gewissen, sondern dachte höchstens, vielleicht nehm ich ein andermal das wieder ab, was ich jetzt zuviel esse.

    Aber auch wenn ich, nachdem ich Klamotten einkaufte mich zu dick fühlte, v.a. in den Hosen, obwohl ich nie richtig dick war (ich wog so als 15 Jährige 50-55kg und bin ca. 1,58m groß)auch wenn ich mir schwor, dass ich jetzt erstmal abnahm, verzichtete ich nie auf das normale Essen, sondern nur auf die Süßigkeiten. D.h. ich aß weiter so wie ich wollte zu den normalen Mahlzeiten, was auch schwere Gerichte mit viel Fett (Käse, Öl, usw.) und Kohlenhydrate bedeutete und nahm immer nur bis zu einem bestimmte Gewicht ab. Also nur ein paar Kilo, aber kam nie weiter. Zum Fleisch muss ich sagen, dass meine Eltern nachdem BSE und die Schweinepest so richtig verbreitet waren, nur noch Pute und Hähnchen kochten. Anfänglich gewöhnungsbedürftig, v.a. wenn man so ein kleiner Wurstesser wie ich war. Ich liebte Leberwurst oder Wiener Schnitzel, Spaghetti mit Hackfleisch u.a. und das gab es alles noch nicht mit Pute und wie es dann so langsam aufkam, schmeckte es mir nicht so gut. Naja, es gab auch kein Mc Donalds mehr außer Chicken-Burger u.v.m. Man gewöhnte sich an den Geschmack und heute merke ich, dass ein Schweineschnitzel, was ich bis heute nicht mehr esse, also ich esse nur Rind und Pute, schon weniger Geschmack hat -nach meiner Ansicht (Die sicherlich und leider noch ziemlich krank ist.).

    Gut, aber zurück zum Thema: Ich war nie zufrieden und fühlte mich in meinem Körper nie richtig wohl. Ich fühlte mich immer zu fett, insbesondere am Po und an den Oberschenkeln. Mein Bauch war immer schon total genial – straff und dünn. Aber ich dachte nie daran. Dieses Gefühl der Unzufriedenheit erreichte mich nur beim Klamotten einkaufen. Ich denke auf jeden Fall die frühe Unzufriedenheit ist sicherlich ein entscheidender Aspekt, an dem man merkt, dass man für Krankheiten wie Bulimie und Magersucht anfällig sein kann. Aber auf jeden Fall hätte ich nie mit dem Gedanken gespielt auf normale Mahlzeiten zu verzichten, sie drastisch zu reduzieren oder gar rauszukotzen. Und ich aß auch immer sehr viel beim Mittagessen. Ich aß soviel bis ich nicht mehr konnte und einunheimliches Vollegefühl verspürte. Erst dann hörte ich auf. Ich aß abends auch oft nochmal warm mit meinem damaligen Freund (er sagte mir immer, dass ich super aussah), der abends nach der Arbeit nochmal was Richtiges aß. Wenn nicht habe ich selbst aber immer viel Kohlehydrate, Käse, Nutella, Wurst, usw. gegessen. Margarine oder Butter habe ich damals aus Faulheit oft nie aufs Brot. Aber ich liebte Mayonnaise oder Remoulade und Ketchup, was ich immer viel auf den Belag oder auf Eier und Ähnliches schmierte. Aber ich dachte nie darüber nach. Damit aufzuhören zählte ich nicht zum Abnehmen.
    Daran dachte ich gar nicht.