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Dieses Thema im Forum 'Steckbrief' wurde von Michi gestartet, 5 Juni 2011.

  1. Freiheitsliebend

    Freiheitsliebend Neu im Forum

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    Hallo ihr Lieben,
    ich bin 19 und Studentin aus der Nähe von Hannover.. Ich leider seit fast 4 Jahren an Bulimie, obwohl es sich in letzter Zeit deutlich gebessert hat, bin ich immernoch stark betroffen. Jeden Tag mindestens zwei Essanfälle gehören zu meinem Alltag. Besonders wenn ich einsam bin oder Langeweile habe.. Einsam bin ich schon immer, ich bin einfach etwas "speziell" glaube ich... Sehr emotionsgeladen, entweder lache ich oder bin mies drauf... So ein richtiges Zwischending gibt es eigentlich nicht.. Ich bin sehr offen und kommunikativ und alle wollen eigentlich immer wissen was so in meinem Leben abgeht, denn ich bin schon sehr unterhaltsam. So kennen mich die meisten LEute auch nur, die traurige verletzte Seite verstecke ich gut. Zur Zeit ist es wieder besonders schlimm... Meine Eltern verstehen mich nicht, ich kann nicht mit ihnen reden und sie bevorzugen meine kleine Schwester wo es nur geht...Jetzt haben sie ihr sogar mein ein und alles, mein Pferd geschenkt.. Ich hatte letztes Jahr keine Kraft mehr mich drum zu kümmern, ich bin ganz irre dünn geworden (Fastenkur) und ständig umgekippt... In der Zeit hat sich meine Schwester darum gekümmert und sich alles unter den Nagel gerissen... Allen erzählt, dass ich keine Lust mehr habe und meinen Eltern eingeredet, dass ich dem Tier nicht gut tue... Ich kann nicht mehr, über ein Jahr durfte ich nicht mehr hin, dabei war mein Pferd der Grund dass ich in der schlimmen Zeit wenigstens noch ein paar mal aufgestanden und außer zur Nahrungbeschaffung aus dem Haus gegangen bin... Jetzt ist alles weg... Ich verzweifel völlig, die Sehnsucht frisst mich auf... Und mit denen ist nicht zu reden: "So ist das Leben- manchmal macht man Fehler und diese kann man nicht mehr ausbügeln, jetzt ist deine Schwester dran!" Darf man mich so bestrafen weil ich krank bin? Mir einreden, dass ich schuldig bin? Bestrafe ich mich nicht schon selber genug. Ich kann keine Bindung aufbauen zu Menschen, ich hab immer Angst dass jemand hinter meine Fassade guckt, denn die traurige Seite kann doch niemand lieb haben... Dabei war meine Therapie so erfolgreich- ich kann auch normal essen und ich finde mich wirklich sehr sehr hübsch und attraktiv... Ich tanze neben dem Studium Gogo, trete selbstbewusst auf, aber diese Blockade und diese Einsamkeit bringen mich um...
    Ich hoffe, ich kann mich hier mal mit der ein oder anderen austauschen.. Alles Liebe!
  2. HannyBee

    HannyBee War schon öfters hier

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    Hi Freiheitsliebend!
    Ich kann dich wirklich gut verstehen, ich hatte mit 19 genau das gleiche Problem - die Fassade war echt super und hat allen vorgemacht, dass ich ein fröhlicher, ein bisschen freakiger Mensch bin :S Dabei bin ich schon seit ich denken kann ein sehr nachdenklicher Mensch, der sich gelegentlich Sachen sehr lange zu Herzen nimmt. Und ich hatte immer Angst, dass es einer merkt, wie ich innen bin, wie voller unermesslichem Schmerz und Wut und Trauer und alles.
    Glaub mir, auch die traurige Seite kann man lieb haben. Sowohl du als auch andere Menschen. Ich weiß, wenn man dasitzt wie so ein Igel unter seinen Stacheln und das vergleicht: außen erfolgreich, tough usw und innen so klein und manchmal so elend - dann glaubt man, niemand könnte so jemanden ertragen.
    Das ist ein Teil dieser bescheuerten Krankheit. Sie isoliert dich von den anderen und das raubt dir noch mehr Kraft. Das ist ein Teufelskreis, in dem du durch die Einsamkeit noch tiefer reingerätst.

    Wieso können deine Eltern einfach dein Pferd verschenken? Ist das rechtlich gesehen ok? Da fehlen mir ja echt die Worte!!! :mad:
    Zu deiner Schwester verliere ich besser kein Wort, sonst muss Michi ihre Seite putzen :)

    Hier auf den Seiten findest du ja noch eine Menge Lesematerial, vielleicht hilft dir davon etwas weiter? Insbesondere scheint es so durch, dass das nur eine spezifische Ess-Therapie war. In den Links findest du einen Beitrag zu einem Artikel in einem Magazin, wo es um die Ursachen dieser Krankheit geht - es scheint so, als sei die Krankheit nur die Folge von einem psychischen "Defekt" (mir fällt einfach kein Wort ein, wie man das nett ausdrücken könnte -_-) und du schreibst ja, du wärst schon immer "anders" gewesen.. (ich auch :D)
    Mal ne Frage: Hast du dem Therapeuten denn die volle Wahrheit gesagt? Oder wolltest du da auch das leichte, liebe und problemlose Kind sein? (nicht böse gemeint :))

    Ich wünsch dir erstmal alles Gute, mach dich nicht kaputt und pass auf dich auf!
    Liebe Grüße,
    HannyBee
  3. Freiheitsliebend

    Freiheitsliebend Neu im Forum

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    Danke für deine lieben Worte... Mit meiner Therapeutin habe ich sehr offen geredet, allerdings ist sie vor nem halben Jahr gegangen und hat eine neue Stelle angenommen... Mit der neuen komm ich nicht klar, ich glaube wenn einmal die Chemie so gestimmt hat wie bei der alten ist es schwer das zu ersetzen. Ich versuche die ganze Zeit eine neue zu bekommen, aber die stellen sich auch etwas quer vom Therapiezentrum.
    Rechtlich gesehen ist die Aktion ok, meine Eltern haben mir das Pferd damals gekauft und sind als Besitzer eingetragen. Dieser ewige Konkurenzkampf mit meiner Schwester hat seinen Teil dann dazu beigetragen, dass die Fronten zwischen mir und ihr völlig verhärtet sind! Ich war nicht immer fair zu mir, aber sie auch nicht. Früher, als ich noch moppeliger war, hat sie mich damit aufgezogen. Ich war immer die Vorreiterin, konnte eigentlich immer alles besser als sie und in dem Punkt konnte sie mich treffen. Neben ihr, der kleinen schlanken, fühlte ich mich so fürchterlich.. Natürlich haben auch andere Faktoren eine Rolle gespielt. Trotz vielen Anläufen mit meinen Eltern zurecht zu kommen (Brief geschrieben, 1000x die Krankheit erklärt, wie ich damit lebe und es mir geht) sie verstehen diese Krankheit einfach nicht. Für sie ist es völlig unverständlich wieso ich kotzen muss und was mir das bringt. Sie sehen zwar ein, dass einiges schief gelaufen ist, aber das Essen meine Gefühle ruhig stellt und ich einfach mal zur Ruhe komme, können sie nicht nachvollziehen. Außerdem spielt meine Schwester die Rolle der perfekten Tochter. Sie macht einfach alles um meinen Eltern zu gefallen und so sind sie ihr sehr unterwürfig und wenn sie was will, dann wird es auch so gemacht. Ich dagegen habe eine völlige Mauer aufgebaut, die ich immer mal einbrechen lasse und ehrlich mit ihnen rede, ändern tut sich jedoch nichts. Obwohl ich meine Eltern über alles liebe bin ich ausgezogen, ich konnte es nicht mehr ertragen, dass sie mir leere Süßigkeitenpackungen vor die Tür gelegt haben-> damit ich sehe was ich eigentlich vernichtet habe. Meinen die eigentlich, dass man sich selbst darüber keine Gedanken macht? Das ich auch Spaß an der Freude mal schnell ne Runde esse?
    Ich kann mich einfach nicht öffnen, denn immer wenn ich es getan habe, wurde ich so bitterlich enttäuscht. Nen Freund hatte ich auch nie, ich bin so wählerisch und renne vor Verpflichtungen einfach weg. Ich kann einfach keine emotionale Nähe zulassen und jemanden meine Krankheit verraten... Also hangel ich mich von einer Affaire zur nächsten, weil auf körperliche Nähe kann ich nicht verzichten. Das ist wie eine Blockade im Kopf. Ich mag mich eigentlich so gerne wie ich bin, denn trotz meiner schlechten Eigenschaften: Ich bin einfach ein liebenswerter Mensch, und ich meine es nur gut mit Menschen die ich mag. Aber ich hab immer versucht meinen Eltern zu gefallen und ein Stück ihrer "Liebe" zu bekommen. Wenn man sein Leben immer danach gestrebt hat, einfach nur geliebt zu werden und dieses Gefühl nie empfunden hat, ist es einfach schwer aus diesem Loch wieder raus zu kommen. Die kleinste emotionale Zurückweisung lässt mich einfach abstürzen...
  4. Reese

    Reese War schon öfters hier

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    Hallo Freiheitsliebend,

    ich finde es gut, dass du trotz allem versuchst deiner Familie die Krankheit zu erklären.
    Das kann ich nicht, absolut nicht. Ich vermute auch, dass meine Eltern denken, alles sei wieder gut.

    Ich finde es von deinen Eltern echt krass, dass sie dir die Süßigkeitenverpackungen vor die Tür gelegt haben - als ob es das besser macht und als ob man sowieso nicht schon den ganzen tag am Grübeln ist!

    Super, dass du dich trotzdem magst und auch die guten Seiten an dir siehst - das ist echt schön - ich kann das leider absolut nicht!
    Warum kannst du keine Beziehung eingehen? Es liegt doch nicht nur daran, dass du "zu wählerisch" bist oder??

    Liebe Grüße
  5. Freiheitsliebend

    Freiheitsliebend Neu im Forum

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    Beziehungen sind bei mir so ne Sache, ich hab einerseits wahnsinnige Angst dass mich wer einschränkt und das jemand die Wahrheit über mich herausfindet... Den Menschen vor dem ich mich "oute" habe ich noch nicht gefunden, selbst wenn mich jemand beim kotzen erwischen würde, würde ich alles abstreiten.. Ich kann nichtmal Leute alleine in meinem Zimmer lassen, weil ich Angst habe sie finden etwas heraus... Es ist schrecklich... Und die meisten Männer sind mir einfach zu oberflächlich, ich bin mir zu schade Vorzeigetussi zu sein, nein ich suche den jenigendem ich einfach nur vertrauen und verlassen kann und der in der Lage sein könnte, all das zu verstehen ohne zu urteilen...
  6. Reese

    Reese War schon öfters hier

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    Ich verstehe dich so gut!!!!
  7. Freiheitsliebend

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    Ja, es wäre viel einfach wenn man mal jemanden treffen würde, der diese Krankheit wirklich nachvollziehen kann... Abdere betroffene, aber diese halten sich meist genauso bedeckt wie man selber... Man vermutet es zwar immer wieder bei anderen Mädels, die man kennenlernt... Aber der Schritt mal was zu sagen ist so schwer, weil man genau weiß wie es ist auf die Krankheit angesprochen zu werden... Als Außenstehender kann man es wirklich schwer nachvollziehen, manchmal wünschte ich andere müssten einfach mal nur einen Tag das nachempfinden müssen was es heißt Bulimie zu haben- ICH WÜNSCHE NIEMANDEN DIESE KRANKHEIT DER SATZ BEZIEHT SICH AUF DIE LEUTE DIE BULIMIE AÌNS LÄCHERLICHE ZIEHEN UND SAGEN: "DIE KOTZT WEIL SIE SCHÖN SEIN WILL UND IST ZU FAUL SPORT ZU TREIBEN- MIT BULIMIE IST ALLES LEICHTER!" Ich würde täglich sogar Fußballspielen gehen (ich hasse Ballsportarten) wenn ich dafür meine Krankheit loswerden würde... Mal mag ich sie, weil sie mich vergessen lässt, aber ein Wirklichkeit hasse ich sie...
  8. Reese

    Reese War schon öfters hier

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    Ich weiß, was du meinst! Außenstehende haben keine Ahnung, was es heißt bulimi zu haben!
    Ich finde es schrecklich, das viele der Meinung sind, das man damit dem Schönheitsideal hinterher rennt, aber das extrem viel mehr dahinter steckt, verstehen sie meist nicht!!!

    Meine Eltern zum Beispiel wissen von der Krankheit seit nem Monat, mittlerweile denken sie ich bin gesund nach 4 Tagen Psychiatrie!
    Sie wollen es auch nicht sehen.
    Bzw wollen sie endlich ne gesunde Tochter, ich hab Therapien noch und nöcher hinter mir, angefangen im Jahr 2005. Ich war 3x stationär und wenn ich nicht stationär war, dann ambulant!
    Und nun geh ich wegen Essstörung in die Klinik, das können sie nicht verstehen und wollen es auch nicht!

    Mir geht eher nachrangig darum dünn zu sein - das war zu Beginn so - mittlerweile will ich mich im wahrsten Sinne des Wortes auskotzen,weil wieder was schief lief oder wieder jemand was gegen meinen Willen macht und/oder mich übergeht!
    Druckabbau würde ich sagen!

    Lg
  9. Freiheitsliebend

    Freiheitsliebend Neu im Forum

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    Ich verstehe dich so gut... Mir reicht es jetzt... Ich werde was ändern! Ich hab die Schnauze so voll, denn ich hab es wirklich geschafft auch die letzte Person, die noch zu mir stand, zu vergraulen... Mein bester Freund, der mir sehr viel Kraft gespendet hat, mich immer aufgefangen hat und jetzt hab ich ihn so oft vor den Kopf geschlagen, weil sich alles in meinem Leben nur um mich und ums Essen dreht... Für die Probleme anderer habe ich überhaupt keinen Kopf, nur für meine eigenen und das geht nicht mehr... Es reicht!
    Ich glaube, man merkt erst was man verliert, wenn es schon zu spät ist... Für mich war es so selbstverständlich, dass er sich um mich kümmert und immer bereit steht... Keine Dankbarkeit, nein ich habe es einfach eingefordert und hab mich nur in meinen Depriphasen bei ihm gemeldet... Tja- das macht kein Mensch lange mit, er ganze zwei Jahre. Nun nicht mehr, er will Abstand und ich kann es verstehen.
    Jetzt will ich nicht mehr, alle verliere ich wegen diesem Scheiß hier- anstatt loszufressen muss ich es einfach ändern... Auch wenns wahrscheinlich sehr schwer wird, aber vielleicht kann Trauer auch motivierend sein.
    Ich werde jetzt die Waage wieder wegwerfen, hatte ich ja mal drei Monate und dann in die Uni und vorher werde ich FRÜHSTÜCKEN!!!!!! Zwei Brötchen (Käse Kürbis) und ne Banane und die üblichen Diätdrinks (jaaa die machen hungirig, aber normale Cola/ Saft kann ich noch nicht gut trinken)...
    Vielleicht klappt es ja jetzt endlich...
    Keine 600 Euro mehr im Monat fürs fressen ausgeben und endlich mal wieder wichtigere Dinge im Kopf haben, als diesen Mist... Ich hab oft genug aufgegeben...:mad:
  10. Reese

    Reese War schon öfters hier

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    Ich hab auch oft gesagt, jetzt änder ich was, aber irgendwann hab ich wieder die Kontrolle verloren, und das ist das was mir Angst macht!!!! Ich habe auch Freunden vor den Kopf gestoßen, aber in der Hinsicht, dass ich nicht sofort das gemacht habe was sie wollten...das ist auch etwas was zu FAs führt, dass man mich nich allein entscheiden lässt und immer versucht mich noch zu erziehen! Klar liegt das auch daran, das meine Freunde 10 Jahre älter sind und meine beste sogar 40 Jahre älter!
    Sie versuchen mich in irgendeine, ihrer Meinung nach, richtige Richtung zu schieben!!!
    Das kann ich nicht mehr mitmachen!
    Ich weiß, das sich was ändern muss und ich werde auch die stationäre Therapie machen, aber weil ich es will und nie andere!
    Ich bin immer für alle da! Ich hab mich für andere aufgegeben, ich war der weiße Ritter, der immer hilft!!!
    Ich fühl mich immer schlecht, wenn Menschen was für mich machen, da bekomme ich ein schlechtes Gewissen! Ich hasse es anderen Menschen, die ich liebe, mit meinen Sorgen auf den keks zu gehen!

    Oft sagen Freunde mir, ich muss aufhören mich für andere aufzugeben und das ich mich nicht immer dafür entschuldigen soll für meine Person und mein Handeln!!! Manchmal hasse ich mich und mein Leben!!!
    Ich weiß oft nicht wer ich bin, weil ich mir nie die Zeit genommen hab, mich auf mich zu konzentrieren!
    Hinzu kommt, dass ich viele Traumata durch habe, die mich dazu gemacht haben!!!

    Hast du dich bei deinem besten Freund mal entschuldigt und mit ihm über deine Krankheit geredet und was er sich wünscht hinsichtlich eurer Freundschaft?
  11. Freiheitsliebend

    Freiheitsliebend Neu im Forum

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    Bei mir läuft es anders... Ich habe fürchterliche Verlustangst. Wenn ich mich einmal einem Menschen gegenüber öffne, dann werde ich anhänglich. Ich rufe oft an, ich sorge mich um ihn und habe Angst, dass irgendetwas vorgefallen ist und er mich deswegen nicht mehr lieb hat. So war es bei mir und meinem besten Freund auch, er hat immer zu mir gestanden und mir das erste Mal das Gefühl gegeben, dass ich was kann und wer bin! Das jemand an mich glaubt und mir vertraut. Naja es kam wie es kommen musste: Er verliebte sich in mich und ich merkte es nicht. Als er mir seine Liebe gestand wurde meine komplette Welt aus den Angeln gerissen, denn für mich war es einfach wirklich nur eine sehr tiefgründige Freundschaft. Trotz, dass ich ihn nicht wollte, blieb er bei mir weil ich ihn drum gebeten habe. Ich glaube, er hat gehofft, dass ich es mir doch anders überlege. Ab da wurde es kompliziert, denn ich suchte ja trotzdem seine Nähe, denn sie tat mir einfach gut. Wir haben fast jeden Tag etwas gemacht.
    Seit mehreren Wochen ist das nicht mehr so, er distanziert sich von mir. Ich bekam Panik und wurde hysterisch, baute meine Mauer wieder auf und spielte die "Coole". Ich bombadierte ihn mit SMS mit Vorwürfen. Ich konnte es nicht ertragen, dass ich allein gelassen wurde und versuchte das einzufordern, was man nicht einfordern kann: Sympathie, Zuneigung, Geborgenheit.
    Aber welcher Mensch macht das lange mit? Sich für etwas zu rechtfertigen, was eigentlich normal ist? Er hat eine Frau kennengelernt und sie ist nun die Nummer 1. Viele werden jetzt fragen: Merkst du was, du liebst ihn doch..! Ja irgendwo war es auch von meiner Seite aus "Liebe" aber eher wie man einen Bruder liebt, keine Schmetterlinge, keine sexuelle Anziehungskraft, nein ... Und ja ich habe etwas gemerkt und zwar was mir so unfassbar fehlt im Leben: Die Geborgenheit und jemand, der mir Sicherheit und Stabilität gibt-> "Alles wird gut! hat er immer gesagt.
    Aber anstatt zu fressen, lass ich meine Gefühle gerade voll raus... Das Schreiben hilft und ich habe das erste Mal von mir aus meinen Papa angerufen und ihm alles erzählt und geweint am Telefon.
    Vielleicht ist jedes Ende auch ein Anfang-> und obwohl mir gerade die Tränen laufen, ist es ein schönes Gefühl einfach alles rauszulassen (mal nicht aus dem Magen)...
  12. HannyBee

    HannyBee War schon öfters hier

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    :)
    Fühl dich mal ganz lieb in den Arm genommen, Freiheitsliebend!
    Gilt natürlich auch für dich, Reese :D

    Jetzt geht das wieder los :D eines Tages adoptiere ich euch noch alle :D
  13. HannyBee

    HannyBee War schon öfters hier

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    Oh, was mir grad eingefallen ist: Ich hab mal einen Leitfaden für Angehörige geschrieben - soll ich den mal einstellen? Dann können wir alle dran rummurksen und ihr habt was, was ihr euren Leuten als Erklärung und Tipps usw an die Hand geben könnt - damit nehmt ihr Druck von euch und von ihnen.
  14. Freiheitsliebend

    Freiheitsliebend Neu im Forum

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    Das wäre so super!!! :)
  15. Reese

    Reese War schon öfters hier

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    jap, das wäre es ;)
  16. HannyBee

    HannyBee War schon öfters hier

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    Ich suchs mal :)
    Reese gefällt dies.
  17. HannyBee

    HannyBee War schon öfters hier

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  18. Vroni84

    Vroni84 Neu im Forum

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    Hallo zusammen,

    auch ich möchte mich kurz vorstellen. Ich bin 27 Jahre alt (da ich übermorgen Geburtstag habe eigentlich eher 28) und bin beruflich im Qualitätsmanagement tätig. Seit 6 Jahren bin ich Mutter eines Sohnes der seit meiner Scheidung im Jahr 2010 aufgrund meines Berufes bei seinem Vater lebt, den ich aber Gott sei Dank regelmäßig sehe. Im November 2011 habe ich begonnen meine Ernährung auf "Low- Carb" umzustellen, da ich ein Paar Kilo abnehmen wollte was mir auch sehr erfolgreich gelungen ist. Immerhin hatte ich von 65,5 kg auf 54,3 kg abgenommen was auch total super war.

    Was dann dazu führte das mir vor ca. einem halben Jahr die Situation völlig entglitten ist und ich angefangen habe mich nach fast jeder Mahlzeit zu erbrechen weiß ich nicht mehr. Mittlerweile liegt mein Gewicht bei 46,8 kg und ich werde imme dünner da ich so gut wie nichts mehr bei mir behalte bzw. das Essen teilweise sogar das trinken vermeide. Ich weiß noch nicht einmal ob ich hier richtig bin, aber ich muss mir einfach einmal von der Seele reden wie es mir geht.

    Mein Freund (er weiß Bescheid) und auch meine Eltern (die wissen nichts) machen sich mittlerweile richtige Sorgen und auch für mich wird die Situation immer beängstigender. Wenn ich esse und nicht wieder erbreche habe ich panische Angst zu zu nehmen. Ich renne 10 mal am Tag auf die Waage obwohl ich doch weiß das man mehr wiegt wenn man etwas getrunken hat (beschränke mich da auf Wasser und ungesüßten schwarzen Tee).

    Was ich hier genau suche weiß ich nicht, aber unter "Mitleidenden" zu sein und nicht komisch angeschaut zu werden oder angemault zu werden weil man mal wieder sein Mittagessen das Klo runtergespült hat hilft glaube ich schon.

    Liebe Grüße
    Vroni
  19. Reese

    Reese War schon öfters hier

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    Hallo Vroni und herzlich Willkommen,

    du bist hier richtig.
    Und ja es stimmt, manchmal hilft es sich einfach alles von der Seele zu schreiben!
    Hast du vor in eine Klinik zu gehen, denn du schätzt ja deine Situation relativ realistisch ein.
    Wie geht dein Freund damit, dass du diese Erkrankung hast?

    Lg Reese
  20. HannyBee

    HannyBee War schon öfters hier

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    Hi Vroni, auch von mir ein herzliches Willkommen :) Schön, dass du es schaffst, darüber zu reden!