Ich bin neu

Dieses Thema im Forum 'Steckbrief' wurde von Michi gestartet, 5 Juni 2011.

  1. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Stellt euch bitte kurz vor, dass man weiß, mit wem man es zu tun hat und mit wem man sich unterhält. Ich denke es ist gut, eine gewisse Vorstellung von den Personen zu haben.
  2. Sonnenblume

    Sonnenblume Guest

    Hallo zusammen,
    dann mache ich mal den Anfang und stelle mich kurz vor:
    Ich bin 25 Jahre, weiblcih und gerade im praktischen Jahr meines Medizinstudiums, d.h. ich habe fertig studiert und muss nun ein Jahr praktisch arbeiten, um im kommenden Oktober mein Examen machen zu können. Ab Januar fange ich dann als richtige Ärztin an (Vertrag schon unterschrieben [​IMG] )) Beuflich läuft also alles bestens. Privat: ich bin ledig und kann hier auch ganz offen gestehen, dass ich noch nie einen Freund hatte. Aufgewachsen bin ich so richtig auf dem Land mit 2 kleineren Geschwistern und aufs Land muss ich auch wieder zurück (ich hasse die Stadt jeden Tag mehr). von Hobbies kann ich nichts berichten, da ich mit Studium und Nebenjobs nie Zeit hatte mir über solche Gedanken zu machen….
  3. Sonnenaufgang

    Sonnenaufgang Neu im Forum

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    Ich mach mal weiter..
    also ich bin 18 jahre alt und mache nächstes jahr mein abi. seit ich 13 bin hab ich bulimie und war letztes jahr dann wegen magersucht stationär. nach und nach spuck ich jetzt aber wieder täglich und hab auch arge depriphasen oft. ich habe einen freund, er weiß davon, kann aber nicht recht damit umgehen. ich wohne noch bei meinen eltern aber hier ist es für mich am schlimmsten nicht zu spucken weil ich hier wenig ablenkung habe.
    hobbies gehe ich kaum mehr nach weil ich sehr lust - und energielos bin ..alles ist so schrecklich ermüdend !! eigentlich aber alles mit dem man sich auspowern kann und was spaß macht und actionreich ist:) dazu fehlt mir aber die kraft mittlerweile...
  4. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Hi Sonnenaufgang, jetzt hast du schon so einen tollen Namen gewählt und spiegelst aber das Gegenteil wieder, das ist schade. Aber man merkt, dass du wohl nicht so sein willst und dich so elend fühlen willst, sonst würdest du dich anders nennen ... Bei dir hat das alles sehr früh angefangen, ich meine, 13 ist doch noch ein Alter, wo man nicht über das Gewicht nachdenken sollte. Dass dein Freund nicht damit umgehen kann, ist meistens so. Ich meine, wie auch? Wenn man es nie selbst hat oder hatte, kann man sich gar nicht vorstellen, was wir alles durchmachen, wie und wo wir Hilfe oder nicht brauchen und v.a. wie wir uns fühlen ... Ich kenne das: Keine Kraft, keine Hobbys mehr, mehr und mehr der Krankheit verfallen, aber wie auch daraus kommen, wenn man energielos ist und deswegen musst du dich aufraffen und versuchen endlich mal anzufangen richtig zu kämpfen und wieder ein Leben zu finden, dass dich richtig erfüllt und nicht so pseudomäßig wie die Krankheit ... Klingt auch als ob du sehr abgemagert warst, ohje, gar nicht gut. Das mit daheim kenne ich auch. Massig Essen, kein richtiges Leben und viel Zeit fpr die Krankheit, wenn du sonst nichts machst. Fang an, versuch mal etwas und schreibe darüber, aber lass dich nicht hängen und total kaputt gehen bis es nicht mehr geht ... Alles Liebe
  5. Jess

    Jess Neu im Forum

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    hallo zusammen,
    dann stelle ich mich doch auch mal vor. ich bin 23, studentin und stehe grade vor meiner bachelorarbeit. Ich habe seit ca 2 jahren bulimie, aber mir ist es erst seit ca. 1 Jahr bewusst. Ich hab 'non-purging' typ, also faste ich einfach nachdem ich das gefühl habe zuviel gegessen zu haben oder zuzunehmen, bzw ich habe extremst sport gemacht. Ich mache seit einem halben Jahr eine Verhaltenstherapie und zwischenzeitlich ging es mir echt besser. Ich habe seit kurzem einen Freund, etwas was ich nicht gedacht hätte was ich ich zulassen kann. Und ich will es meinem Freund nicht antun, dass mein Gewicht und meine Laune so dermaßen schwanken. Ich will Essen wieder genießen können und zwar auf dauer. Nicht so pseudogenießen, wie wenn ich mir sage ich gönn mir jetzt was und ich ungesunde sachen esse und mir danach nur denke, dass ich jetzt wieder zunehmen werde. Ich will einfach wieder ein stück schokolade essen können und zufrieden sein und mir nicht danach denken, ich will mehr und meinen mitbewohnerinnen sämtliche süßigkeiten vorräte wegfressen.
    Hobbies hab ich eigentlich keine mehr, obwohl ich jetzt langsam wieder versuche welche wieder aufzunehmen. Ich hab früher unheimlich gerne musik gehört und gelesen und war regelmäßig fußball spielen. aber es fällt mir so schwer irgendwas durchzuziehen. Sobald es mir mal was schlechter geht, macht einfach nichts mehr spaß. und bei sport muss ich immer nur ans kalorienverbrennen denken und kann es gar nicht mehr wie früher genießen.
    Tja, ich hoffe hier finde ich ein bisschen support und kann ein bisschen offen über das sprechen was mich so beschäftigt.
  6. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Ah, ok, verstehe. Hatte das leider noch nicht gelesen. Ich denke der Unterschied ist nur, dass du nicht die enormen Fressanfälle hast oder hattest wie ich, weil ich dann keinen Meter mehr laufen kann und in keine Klamotten mehr hinein passen würde, da mein Bauch total voll und am Platzen ist.
  7. Jess

    Jess Neu im Forum

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    glaub mir, meine fressanfälle sind auch ziemlich enorm. mir passt dann keine hose mehr und ich pass nur noch in meine alte schlafanzoghose rein, wenn ich mir den gummizug bis hoch unter die brust ziehe. Aber das ist ja kein Wettbewerb. Ich glaub in den Fressanfällen unterscheiden sich unsere Krankheitsbilder nicht, nur in der Art wie wir versuchen sie wieder zunichte zu machen. :)
  8. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Ok, kapier ich. Ich kann mich halt dann erstmal nicht viel bewegen oder könnte sogar nicht mal mehr spazieren gehen, also wenn das bei dir auch so ist und du den Zustand danach ertragen musst, dann ist es ja der Horror. Man ist so voll und man merkt es, weil der Bauch spannt und einem ist so schlecht, ...
  9. Rosa

    Rosa Neu im Forum

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    Hallo an alle.

    Ich hab mich gestern angemeldet und erstmal nur geguckt, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß.
    Es ist sehr beeindruckend, wie ihr darüber reden könnt und noch erschreckender,dass ich das meiste total nachvollziehen kann. Ich hoffe das ist der erste Schritt daraus. Also:

    Ich bin 23 Jahre und Auszubildende (auch noch im Lebensmittelbereich). Freunde hab ich schon, nur kann ich ihnen im Moment nicht gerecht werden, da ich jetzt in meinem Urlaub noch mehr zeit für diese scheisskrankheit habe. Der einzige, der es weiß ist mein Exfreund, der aber gleichzeitig auch mein bester Freund ist.
    Kurzzeitig hat das bei mir mit 14 angefangen. Hatte dann aber jemanden, der einem das Gefühl gab bedingungslos geliebt zu werden. Jedenfalls ist das vorbei (Ich habs beendet). Und jetzt bin ich, seit ich ca 18 bin phasenweise stark Depressiv und hab Bulimie. Und ich finde es zum kotzen, dass mich sowas kontrolliert. Ich verpass soviel und schließ mich zuhause ein. Ich möchte es ändern, hab aber zeitweise keine Kraft mehr und will aufgeben. Da will ich einfach nicht mehr kämpfen. Der Ausschlaggebende Punkt, doch noch was zu versuchen, ist wahrscheinlich eher der körperliche Verfall, den dieser Unsinn mit sich bringt. Periode seit einem halben Jahr nicht mehr, Zahnfleischrückgang, Zahnstücke brechen ab, Wunden an den Händen, die sich knorpeln, Halsschmerzen usw. Ich merke halt das dass mein Körper nicht mehr einfach so wegsteckt.

    Ich hab ja auch helle Momente. Ich möchte noch soviel sehen, erleben und lernen dürfen (Viele haben nicht die Möglichkeit). Aber ich fürchte, ich mach mir alles kaputt. Ich kann mich einfach manchmal nicht aufraffen und mich mit Freunden ablenken weil ich mich selber so zum kotzen finde. Ich kann dann nicht raus weil der bauch wieder so dick ist, ich mich eh wieder zum kotzen fühle oder irgend so ein unsinn.
    Es macht mich traurig und wütend, dass ich kontrolliert werde.

    Ich hoffe es kommt irgendeine antwort weil ich das noch nie so ausgeschrieben hab. Ich hasse es so zu sein.

    Liebe grüße
  10. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Lieb Rosa, eine Antwort kriegt man hier immer, weil: Du bist nicht alleine. Ich weiß wie du dich fühlst und kann alles nachvollziehen. Vielmehr musst du dir die Frage stellen: Will ich daraus? Dann gibt es etliche Wege. Les dich erstmal durch das Forum und versuche dir mal klare Ziele zu stecken, wie Ablenkung, mit Freunden weggehen, am besten sofort nach der Arbeit, etc. Wann und wie oft machst du es denn? Es ist super, dass du anfängst darüber zu schreiben und dich mitteilst. Ich sag dir, das ist der erste und ein sehr wichtiger und richtiger Schritt. Um gezielt Möglichkeiten vorzuschlagen, wäre es schön, wenn du mehr von deinem Alltag schreiben würdest und wann es immer wieder so weit kommt. Jeder hier kann das alles nachvollziehen und wenn du es wirklich willst, wirst du es packen daraus zu kommen, es dauert eben nur und kostet viel Energie :)
  11. Jess

    Jess Neu im Forum

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    Hi Rosa, wilkommen hier im Forum.

    Wie Michi schon gesagt hat ist der erste Schritt ist, dass man sich eingesteht, dass man Hilfe brauch und der zweite, dass man sich auch Hilfe holt. Und hier findest du bestimmt zumindest ein bisschen Hilfe. Mir hilft es total, dass ich hier so offen sein kann und wenn es mir schlecht geht einfach alles von der Seele schreiben kann und dabei auch noch von anderen verstanden werde. Und ich bin auch sehr mit meiner Therapie zufrienden und kann es nur weiterempfehlen eine Therapie zu machen.

    Und ich denke die ersten Schritte zur Besserung sind, sich nicht mehr selbst so zu hassen und mit sich nicht so streng zu sein und wieder anzufangen sich und seinen Körper zu lieben. Dabei ist Ablenkung glaub ich sehr wichtig, je weniger man sich damit beschäftigt, desto besser geht es einem und desto weniger passiert es auch.

    Ich habe seit ich meine therapie mache fast 10 kg zugenommen, am anfang habe ich jedes gramm fett gehasst und jede Fressattake verurteilt, weil sie mich noch fetter gemacht hat und ich bin immernoch nach jeder fressattake mit mir am ringen ob ich jetzt wieder gegenmaßnahmen einleiten soll. Aber der erste Schritt ist erstmal, die Fressattaken für den Moment zu akzeptieren, sich dafür vergeben und zu versuchen die normalen Mahlzeiten weiter zuessen, das heißt dann auch nach einer riesigen fressattake am morgen sich dazu zu zwingen Mittags und Abends etwas zu essen, auch wenn einem schlecht ist und einem gar nicht danach ist. Und ich denke das ist auch das wichtigste, lernen wieder regenmäßig zu essen und essen nicht als feind anzusehen. Ich hab es mitlerweile geschafft meine fressattaken nur ein oder zwei mal die woche zu haben. Und langsam bemerke ich auch, dass sich mein Gewicht wieder nach unten entwickelt und normalisiert. :)

    Und was ich ganz klar festgestellt habe, auch wenn das zunehmen echt scheiße ist und man sich richtig dick fühlt zwischendurch ist man psychisch nicht mehr so am ende. Ich bin viel weniger am heulen als früher. Naja dazu sagen sollte ich vllt, dass ich vorher auch untergewichtig war und jetzt laut bmi normalgewicht habe. Und langsam akzeptiere ich es auch als solches, als mein Normalgewicht.

    Tjaja, ich weiß nicht ob das alles so hilfreich ist, aber hab einfachma drauflosgeschrieben was mir so in den Kopf gekommen ist, ich hab ja jetzt auch was länger nicht mehr geschrieben. :) Ich hoffe, dass du ein aktiver Teilnehmer im Forum wirst und freue mich schon auf deine Beiträge. :)
  12. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Hi Jess, klingt als ob es bei dir bergauf geht. find ich super :) Dein Gewicht muss sich erstmal selbst finden und wie du schon sagst, es wird sich normalisieren und an einem Punkt stehen bleiben. Aber du erkennst, dass es viel mit der Psyche zu tun hat und man sich, auf wenn es einem oft nicht so vorkommt, besser fühlt. Man hat mehr Energie und Kraft. Das mit dem Heulen kenne ich. Ich habe Bächer und Flüsse geweint, ich hätte die ganze Nacht durchweinen können und ich habe teilweise sehr laut geweint, ich hatte richtige Wutausbrüche. Aber jetzt bin ich schon ausgeglichener und das ist mir sehr viel wert. Das ist ja meistens so, man hat Untergewicht, findet sich zu dick und natürlich nimmt man zu, wenn man mal was isst, es behält, etc. Klar, nur man kommt damit nicht klar und findet sich v.a. furchtbar dick und man hat so eine riesige ANgst vor dem Essen und den Folgen. Ich denke du bist auf nem echt guten Weg, Jess!!!! Weiter so, versuche es weiterhin :)
  13. Rosa

    Rosa Neu im Forum

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    Ich hab mich immer schon unwohl gefühlt. Gut möglich, dass die Kindheit mit dazu beigetragen hat (Hab was geschnuppert im Forum). Als DAS/ES wie auch immer angefangen hat, wog ich 110 kilo. Ich bin dann runter bis 46 kilo und es war nicht besser. Mein Vater hat mich zum Arzt geschleppt weil das mit den Depressionen auch nicht besser wurde und ich zeitweise nicht aufstehen konnte (könnte auch an der schwäche gelegen haben). Jedenfalls hat der Typ mir etwas gegen Bulimie und Depressionen verschrieben. Die FA wurden verbessert aber ich kam/komme mit der gewichtszunahme nicht zurecht und hab das Zeug abgesetzt. Ich hatte Nebenwirkungen und hatte das Gefühl nicht mehr Ich-Selbst zu sein. Der Typ war auch einfach komplett desinteressiert. Leider hab ich diese Erfahrung bzw dieses Gefühl gegenüber Therapeuten oder Psychologen häufig. Zu mindest bei denen die ich kennen lernen "durfte". Ich weiß ich sollte weitersuchen aber den ganzen Mist wieder und wieder zu erzählen nervt mich an.

    Ich hatte gedacht ich wäre stark, da ich es immer schon sein musste. Diese böse Kindheit...

    Und jetzt beschäftige ich mich mit Schwachsinn und es gibt soviel anderes schlimmes. Ich fand diese oberflächlichen ModelTussen immer doof und wollte nie so sein. Und jetz zerstör ich mich für vllt. ein Ideal auf das ich keinen Wert lege. Ich bin zu dem geworden was ich hasse.

    Und reiss mich den ganzen Tag schon total zusammen. Ich bin wegen krankheit zurzeit zuhause "eingeschlossen" und allein. Aber es nervt mich die ganze Zeit. Richtig Süchtig. Und ich will es nicht. Diese ganze Zeit, die dadurch verlorn geht. Und mein hals is auch noch geschwollen, Ich hab versucht mich mit Zeichnen und ein Hörspiel abzulenken.
    Ich hoffe ich schaff wenigstens mal heute. Das wäre der erste Tag wieder nach sehr langer Zeit.
  14. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Hi Rosa, ich kenn das; ich war nur einmal in so einer Pseudo-Behandlung, also bei den Charitas. Und mich hat es total genervt jemanden, der keine Ahnung hat mein Leben zu erzählen und v.a. die Krankheit, weil ich nicht gerne mit Menschen rede, die es nicht haben, d.h. auch nicht verstehen und irgendwie nachvollziehen können, was in einem vorgeht. Ich rede hier viel lieber mit euch, weil es einfach was anderes ist. Es interessiert andere, die krank sind vielmehr und das Reden darüber ist etwas ganz anderes. Man kann auch bessere Tipps geben, weil man eben weiß, was in dem anderen vorgeht oder zumindest ein Stück weit. Dass du mal 110 kg gewogen hast und dann auf 46 runter bist, ist ziemlich krass. Echt heftig, aber für den Körper und v.a. den Gemütszustand sicher nicht einfach. Tabletten finde ich schlimm, also ich habe immer die Finger davon gelassen, habe aber auch Freunde, die welche nehmen, weil es nicht mehr ohne geht und ich kann es verstehen. V.a. wenn du bei verschiedenen Psychologen warst: Immer wieder alles von vorne erzählen ist anstrengend und nervig. Du hast Recht: Zeit, unheimlich viel Zeit geht drauf und du wirst später merken, dass du sie nur verschwendest bzw. weißt es ja jetzt schon, aber dennoch macht man weiter, ich kenn das. Man ist eigentlich vernünftig im Kopf, aber dann wohl doch nicht. Und die Schmerzen ...Heute- ein Tag, den du packen willst? Schreibe, schreibe immer, wenn du Lust hast und du wirst merken, dass die Zeit vergeht und der Tag schneller rum geht, als du denkst. Es ist super, dass du zeichnen willst und dich mit einem Hörspiel ablenken willst. Du fängst richtig an :) Du kannst auch gerne alles hier vollschreiben, als drauf los, vielleicht packst du es heute, was mich und die anderen hier bestimmt tierisch freuen würde :)
  15. bine

    bine Neu im Forum

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    Hallo Zusammen,

    ich hab mich eben auch angemeldet, nachdem ich im Vorfeld schon einige Beiträge von Euch gelesen habe.
    Ich bin 31 Jahre und habe jetzt schon seit 6 Jahren Bulemie. Aber jetzt soll Schluss sein, ich will wieder "normal" durchs Leben gehen und nicht daheim versauern, weil ich nach einem FA einfach keine Lust mehr hab aus dem Haus zu gehen.
    Das eine ergibt dann das andere, es kommt der Nächste....
    Bei mir hat das wie bei Euch wahrscheinlich auch, schleichend angefangen. Zuerst ging das Erbrechen bei mir gar nicht
    (wärs doch nur so geblieben), aber dann hab ich es mit großem Aufwand und nach ewiger Zeit doch geschafft. Und der Teufelskreis begann.... Es gibt bessere und schlechtere Zeiten, Ihr kenn das sicher, aber im großen und ganzen hat sich seit den letzten 6 Jahren nichts daran geändert. Spannend finde ich immer, dass ich im Urlaub überhaupt nicht daran denke und mir das meist selbst erst nach ein paar Tagen auffällt. Aber sobald ich wieder daheim angekommen bin, geht es wieder los.
    Ich denke, da steckt auch ganz viel Gewohnheit dahinter. Sicher Langeweile, Einsamkeit oder Ärger tragen ein ganz entscheidenen Teil dazu bei.
    Ich hoffe bei Euch Gleichgesinnte zu finden, denen ich ganz offen alles von der "Seele schreiben" kann, denn ich habe bisher noch nie darüber gesprochen.

    Liebe Grüße
  16. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Hi Bine, schön, dass du hierher gefunden hast. Wohnst du alleine? Ich finde es krass, dass du im Urlaub gar nicht daran denkst. Ist es dann all inklusive?? Das wäre ja der Hammer, weil ich da nie aufhören kann zu essen ... Gewohnheit spielt sicher eine große Rolle. Wie du sagst, Langeweile, Einsamkeit und Ärger sind wesentliche Bausteine, weswegen es schwer ist aufzuhören. Genau deswegen musst du die anpacken. Hast du Hobbys, hast du einen Freund, Arbeit? Einsamkeit klingt wohl eher nach dem Gegenteil ... Hier hast du auf jeden Fall schon mal viele, denen es genau so geht und ich hoffe es wird dir helfen!!!
  17. Flora

    Flora Neu im Forum

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    UUps hab mich ja noch gar nicht vorgestellt! :p
    Aber das hohle ich schnell nach.
    Nachdem ich mich im Oktober 2009 entgültig von einer Hin und Herbeziehung trennen musste,rutschte mein Selbstwertgefühl in den Keller. Als ich dann durch die Schweinegrippe 2 kilo abnahm, was ich davor nie hinbekommen hatte,begann ich mir meine neue Welt zu schaffen. Surfen auf Pro ana Seiten im Internet, Kalorienzählen und Sport waren mein neuer Lebensinhalt.
    Mit Freunden hab ich damals schon ber meinen Wunsch dünn zu sein geredet. Aber eigentlich waren alle eher beeindruckt dass ich es durchzog,obwohl ich mit meinen 54 kilo damals Normalgewicht hatte.
    Als ich dann jedoch nichteinmal mehr eine Manderine mitessen wollte fingen meine Freunde an sich ernsthaft sorgen zu machen, ich aß dann fast nichts mehr und grenzte mich von allen ab.
    Irgendwann nach vielen Streitgesprächen mit Eltern,Freunden und sogar Lehrern,die mich verzweielt darauf aufmerksa machten wie dünn ich geworden sei, hatte ich einen Absturz. Ich kam eines abends total bekifft (Alkohol hatte ich nicht getrunken,der hat ja Kalorien Omg) nach Hause und brach fast zusammen. Da gestand ich meinen Eltern,dass ich mich nurnoch mit Essen und Sport beschäftigte und immernoch den Wunsch verspürte abzunehmen.
    Dann ging es also los.Die 1. Klinik nach einem gescheitertem Versuch zu Hause und einem grauenvollem Stabilisierungsaufenthalt im Kinderkrankenhaus. Anfangs riesige Schwierigkeiten Depressionen, Selbstverletzendes Verhalten,Medikamente,Therapiestunden,Erkenntnisse,Selbsthass, trallala ABER auch neue Freunde,schöne Erfahrungen,Filme-abende,witzige Gespräche mit meinem Lieblingstherapeuten,Witze über untalentierte Schwestern,hab sogar im Ausgang auf dedr Straße gesungen und so Musiker kennen gelernt,mit denen ich in ner Band gespielt habe,Lebensfreude :)
    Das ist glaube ich etwas,was man mir nie nehmen konnte:Die Freude am Leben.Ich war/bin gespalten in 2 Extreme. Ich liebe das Leben!! Aber ich hasse es manchmal mit einer genauso großen Leidenschaft
    Als ich zu Hause war ging es also erneut bergab.
    Der 2. Kinikaufenthat brachte mehr,aber jetzt leide ich eben an Bulimie,liebe das Leben,Tanzen bin Schauspielerin und Sängerin und versuche das Leben irgendwie zu meistern :p Gebt niemals auf!!

    Liebe Grüße Flora
  18. bine

    bine Neu im Forum

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    Stimmt ich bin selbst immer wieder überrascht, wenn ich im Urlaub bin und mir nach 1 Woche aufällt, dass ich noch nicht mal einen Gedanken daran verschwendet habe. Und ja es ist all Inklusive. Aber ich bin im Urlaub viel unterwegs, bzw. viel beschäftigt und abends ess ich auch oft zu viel und hab ein schlechtes Gewissen, aber dann ist das eben so für kurze Zeit und ich nehm mir dann immer vor, dass ich am nächsten Tag besonders aufpass, aber das funktioniert auch nur tagsüber und abends schlag ich wieder zu. Aber wie gesagt mach ich im Urlaub viel, mach Sport und meistens komm ich dann mit weniger Gewicht nach Hause.
    Überhaupt ist der Abend mein Problem und die Wochenenden. Ich lebe alleine, bin aber beruflich sehr eingespannt und viel unterwegs und hab da gar keine Zeit darüber nachzudenken. Wenn ich sehr spät heim komm z.B. erst um 21.00 Uhr ist das auch kein Problem, aber bin ich um 18.00 Uhr schon daheim, dann wird es gefährlich.
    Ich bin auch nicht wie viele, dass ich den ganzen Tag nicht viel esse, weil ich Angst hab zuzunehmen, sondern ich ernähre mich einigermaßen normal und esse eher zuviel und dann kommt abends das schlechte Gewissen weil ich ja den ganzen Tag schon genug gegessen hab und es geht wieder los.
    Außerdem habe ich sehr viele Geschäftsessen, bestimmt 4-5 mal pro Woche. Manchmal sogar mittags und abends. Aber im Restaurant stellt sich für mich nicht mal die Frage mich zu übergeben. Das würde ich nicht mal schaffen ohne dass alle es mitbekommen (wahrscheinlich sogar gut für mich). Doch daher habe ich auch immer mit dem Gewicht zu kämpfen (und das ernsthaft und nicht mit 50 Kilo o.ä.)
    Und wenn ich mal einen Tag zuhause bin, dann kommt ein FA auch nicht morgens, sondern frühestens am Nachmittag oder Abend. Und deshalb red ich von Gewohnheit. Ich mach mir was zu essen, bin eigentlich satt, aber dann hab ich Gelüste und fang an zu suchen. Das fängt meist mit Obst an, weil das erlaube ich mir, geht dann weiter mit irgendwas und dann bin ich schon mittendrin.
    Aber ich muss zugeben, allein schon daß ich das alles mal schreiben gibt mir ein gutes Gefühl. DANKE!
  19. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Ich denke das fatale an der Krankheit ist, dass sie teilweise zu unserem Hobby wurde. Wir lieben das Essen und dann auch das viele viele reinschlingen des Essens und ich habe mich v.a. darauf gefreut einfach das essen zu können ohne schlechtes GEwissen, nur es schadet eben dem Körper enorm und geht nicht ewig gut. Aber deswegen ist es so fatal, wir müssen uns einen Hobby-Ersatz suchen, etwas machen, was wir gerne machen und auch oft oder eben ständig mit Freunden treffen, etc. Und das ist eben erstmal schwierig, aber wenn du abend heimkommst, darfst du nicht daran denken, sondern musst sofort jemanden anrufen, was ausmachen oder eben einen festen Kurs besuchen, eben ein Hobby, dass du davon wegkommst. Ich denke, das ist sehr wichtig.
    white gefällt dies.
  20. HannyBee

    HannyBee War schon öfters hier

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    Meiner laienhaften Meinung nach (!) sind die Bulemiker, so blöd es klingt, besser dran als die Magersüchtigen, weil Essen bei ihnen zwar Leid bedeutet, sie es aber dennoch lieben (jedenfalls die, mit denen ich Kontakt hatte). Während die Magersüchtigen einen Toast am Tag essen, sich nichts erlauben, insbesondere nicht das Genießen, schwelgt der Bulemiker noch in den Genüssen, auch wenn er ein schlechtes Gewissen hat.
    Diese Sichtweise hat mir geholfen. Ich liebe Essen und das ist gut so :)

    Bei mir war das weniger Hobby, bei mir war das immer verknüpft mit auslösenden Frustgefühlen. Irgendwas, was ich "nicht verdauen" konnte, irgendwas, was ich versuchte "runterzuschlucken" an Wut, Ärger, Trauer - Einsamkeit. Es fiel mir nur in der Situation nie auf. Diese Krankheit macht einsam, weil man immer aufpassen muss, wem man was erzählt, dass man nicht unbedingt zum Essen mit jemandem zusammen ist,... etc.