Erste Erfahrungen mit Magersucht

Dieses Thema im Forum 'Bulimie Blog' wurde von Michi gestartet, 29 Mai 2011.

  1. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

    Registriert seit:
    29 Mai 2011
    Beiträge:
    251
    Zustimmungen:
    22
    Punkte für Erfolge:
    18
    Wie alles begann …
    Nach dem Abi und einem total genialen Sommer mit vielen Partys und Spaß, begann ich mein Studium ca. 100km weg von daheim, was bedeutete, dass ich dahin ziehen musste. Einige Freundinnen zogen in dieselbe Stadt und somit zog ich mit einer sehr guten Freundin zusammen. Gut, Wohnungssuche klappte, 2er Wg – Leben startete und mein Studium war sehr anspruchsvoll und ich hatte seit Anfang an viel zu tun. Ich bin auf die Sportuni und machte aber auch viel Sport abends. Die Aerobic Kurse mochte ich am liebsten und nach dem Sport fühlte man sich auch echt super.
    • Und wie es halt so ist, bekommt man, wenn man auszieht immer viel zu essen mit, wird verwöhnt mit allem, wenn man am Wochenende heimkommt, bekocht und es wird alles eingekauft. Das Problem dabei war, dass man in der Woche wenig aß, weil man war ja nie zufrieden mit sich und am Wochenende immer alles aß, auf was man die ganze Zeit verzichtete.
    • Ein entscheidender Faktor blieb bisher noch unerwähnt. Meine Freundin war etwas mollig und auch schon immer unzufrieden mit sich. Sie aß aber auch viel mehr. Also wenn sie eine Packung Gummibärchen aufmachte war sich gleich weg oder auch bei Nüssen und anderem. Und sie wollte aber nie Sport machen, sie hatte nie Bock drauf und wenn ich fragte, ob sie nicht mal mit mag, hatte sie nie Lust. Sie war einmal dabei und zog ein Gesicht, weil sie keinerlei Spaß daran hatte, dass es sich nicht sehr positiv auf ihre Laune auswirkte. Schlimm war, dass sie aber immer mehr aufhörte zu essen. Erst abends nichts mehr, dann kein warmes Mittagessen mehr, aber ich will ja meine Geschichte erzählen, also kürze ich ab: Nichts mehr: Mal ein bisschen Müsli frühs oder ein MINI Stück Brot ohne alles… 0,3% Milch kam in den Kaffee und sogar ein Teebeutel wurde für eine ganze Kanne verwendet. Und ohne Sport und Bewegung war es immer riskanter. Sie bekam oft Schwindelanfälle, was aber nach ihrer Ansicht nichts mit ihrer Ernährung zu tun hatte. Ich machte mir große Sorgen und viele andere auch. Sie kippte immer mehr um und aß nichts mehr. Sie war nur noch ein Strich. Auf jeden Fall kochten wir nicht mehr zusammen, wir aßen frühs nicht mehr zusammen, mittags und abends nicht. Nie mehr.
    • Und alleine für mich kochen, ne, das wollte ich nicht. Ich bin ab und an in die Mensa, ansonsten aß ich Brot oder so. Ich fing an auf das tägliche Mittagessen zu verzichten und aß kein Fleisch oder Käse mehr unter der Woche, aber immer noch viel Kohlehydrate.
    • Als ich aber am Wochenende heimkam, was nicht jedes Mal war, aß ich freitags schon so viel, dass mir schlecht wurde und ich mich so voll fühlte, es war furchtbar. Ich stopfte freitags alles rein, weil mein Körper ein unheimliches Verlangen nach allem verspürte. Dennoch hätte ich nie und nimmer mit dem Gedanken gespielt mich zu übergeben, das hätte ich nie gekonnt. Ich dachte gar nicht darüber nach.
    So nahm das Spiel seinen Lauf. Ich versuchte immer wieder unter der Woche wenig zu essen, um sie Sünden des Wochenendes gut zu machen und stopfte am Wochenende alles in mich rein, weil ich nicht anders konnte und so Hunger hatte. Es war das fatale Spiel zwischen Verzicht und dem furchtbar verlockenden Gefühl des Genusses.