93.-113- Woche: Sinnlos

Dieses Thema im Forum 'Bulimie Blog' wurde von Michi gestartet, 21 August 2012.

  1. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

    Registriert seit:
    29 Mai 2011
    Beiträge:
    251
    Zustimmungen:
    22
    Punkte für Erfolge:
    18
    Wow, jetzt hänge ich also schon über 2 Jahre an dem Blog und dennoch ist es ähnlich wie am Anfang, nur mein Kämpferwille reduziert sich.

    Tja, wieso schreibe ich nicht mehr wirklich?
    Weil es furchtbar ist, ähnlich am Anfang, manchmal eine Woche ein- bis zweimal am Tag, dann wieder mal drei Tage nicht. Eigentlich soll mich dieser Blog doch ermutigen, unterstützen, aber irgendwie hat mir das alles wenig geholfen, gleiches Dilemma wie vorher.
    Klar, es gab viele Phasen dazwischen, die super waren, sehr sehr gut. Mit vielen Sünden zwischendurch, aber niemals mit Übergeben. Aber diese anderen Phasen, in der ich jetzt z. B. stecke, machen mich kaputt.
    Ich fühle mich momentan elend, aber was schreibe ich hier wieder gleiches Zeugs. Lest die alten Beiträge, da findet ihr das ganze Übel, das ich erneut fühle.
    Ich finde es nur so enttäuschend, dass mein Freund mich so im Stich lässt.
    Ich denke über eine Therapie nach, nur die würde mir nicht helfen, da diese wichtigen Basispunkte wie die, dass mein Freund hinter mir steht und mir hilft nicht gegeben sind.
    Ich hole mal weiter aus. Vor drei Wochen sagte ich ihm, ich brauch dich, ich muss mit dir täglich darüber reden, bitte versprich mir, dass wir es jeden Tag tun, dann pack ich das auch. Es versprach es. Nicht dass ich nicht weiß, dass ich am Hebel sitze, aber so eine kleine Hilfe, so eine Unterstützung, die mich jeden Tag zur Auseinandersetzung zwingt, ist einfach nötig. Und die brauch ich von meinem Freund. Ansonsten kann er nicht viel tun, und ich weiß, ich BIN es, Ich bin für alles verantwortlich. Und in einer Therapie wird mir diese Hilfe, die ich von keinem anderen als meinem Partner ersehne auch nicht zuteil.
    Tja, ich glaube zwei Tage danach war abends im BEtt ein 5-minütiges Gespräch und das war es, seitdem erneut tabu und dementsprechend erneut mega schlimm.
    Ihr dürft jetzt nicht denken, dass ich ihm die Schuld geben, dass ich mir einrede, wenn er mal das und das machen würde, wäre ich nicht mehr krank ... Nein, das stimmt nicht. Aber gerade du, Hannybe räts mir doch immer, sage deinem Freund was du brauchst, mehr kann er nciht tun und ich machte es. Es ist ja auch nicht viel, aber es passiert nicht. Und was lässt einen Menschen mehr und mehr abstürzen? Wenn er nach Hilfe schreit, aber er wird ignoriert!!!!
    Folglich verschlimmerte sich es, obwohl es schon schlimm war und es ist wieder enorm. Ich habe miese Deprilaune und alles dreht sich nur um meinen Freund. Seine Arbeit und ich bin immer für ihn da, aber ich , ich weiß es ja und kann es hart schreiben, ich verkürze meine ständige LEbensdauer und weiß nicht, ob ich Familie etc. überhaupt mal einplanen kann, ich geh kaputt, ich sterbe früher oder/und lebe mit krassen Folgeschäden, mein Freund kann mich dann imm Krankenhaus besuchen, obwohl es jetzt mit helfen könnte, dass es nicht soweit gekommen wäre, nur jetzt, ich weiß es, ist es zu spät- Es schadetet zu arg, ich merke das. Und dann frage ich mich, vielleicht ist die Beziehung ein falscher Schritt, da er jetzt keinen Nerv für das alles hat, Jetzt nicht da ist und wie soll er es dann, wenn ich imKrankenhaus, etc. bin??? Klar, auch nicht. Trennt er sich dann? Dann kann ich es jetzt gleich machen?
    Ich meine vielleicht ist das Mitgrund, dass ich eine Freund habe, der weiß, dass ich so langsam innerlich kaputt gehe, er aber keine Sekunde, na vielleicht eine am Tag "dafür" verschwendet und mir das einfach zu viel zu schaffen macht, dass ich nicht daraus komme. Ich habe ihn offen um HIlfe gebeten und er ignoriert es! Es geht nur darum kleine, kurze, Gespräche zu führen, in denen der Partner geistig voll dabei ist, mehr nicht. Ich wahr z. B. groß essen, es war keine Frage davor, kein Gespräch, davor, was alles verhindert hätte, ich weiß es, und kein Gespräch danach, obwohl ich es geplant hatte, ihm zu sagen, dass alles schief lief un dich klar überm Klo hing, aber ich kam nicht dazu, ich kam nicht dazu mich mit zu teilen!!!!!!!! Ich kann nicht davon anfangen und mit der Tür ins Haus fallen, da er nicht wirklich sich auf mich konzentrieren kann un dmir helfen will. Es geht ihm immer nur sein KRam im Kopf herum. Er ist wirklich ein lieber Mann, er ist super, aber er ist kein Mann, der für eine Freundin in schlechten Zeiten da sein kann. Sonst ist alles gut, aber nicht, wenn ich Probleme egal welcher Art habe. Er will sich daum kümmern und für mich da sein, aber er ist es noch nie gewesen. Er kann es nicht, da er zu involviert ist in seine Arbeit und einfach das selbst nicht begreift, dass er sieht wie ich kaputt gehe, übersieht. Bzw. was heißt übersieht, ich sagte es, ich war direkt, aber er ist dafür nicht empfänglich, er versucht es, aber er kann es nicht, er würde gerne, aber er lebt nur für seine Arbeit, da sie alle seine Gedanken einnimmt, aber er realisiert es einfach nciht. Er will es nicht sehen. Ich habe so viele Fragen:

    Lohnt sich so eine Beziehung weiter zu führen?
    Bin ich verblendet, weil ich krank bin?
    Ist diese Grundlage in der Beziehung mit ein Grund, warum ich nicht gesund werde?
    Wenn sich ein Mann kein bisschen um seine Freundin schert, wenn sie krank ist, kann sich das ändern? (Nie oder!)
    Wenn er sich jetzt schon nicht um mich kümmert und er präventiv hätte helfen können, was nicht erfolgte, dann macht er das wohl nicht, wenn ich ins Krankenhaus muss?

    Ich bin einfach traurig. Aber ich denke, ich habe einen entscheidenden Faktor erkannt und es ist nicht schön. Aber klar, welcher Mann ist bereit da vorher schon viel Energie zu investieren und ernsthaft zu helfen. Die gibt es bestimmt, aber die sind selten, garantiert.
  2. HannyBee

    HannyBee War schon öfters hier

    Registriert seit:
    7 August 2011
    Beiträge:
    170
    Zustimmungen:
    77
    Punkte für Erfolge:
    28
    Hi! :)
    Es ist schön, von dir zu hören. Ich hab ab und zu an dich gedacht :)
    Du schreibst kein altes Zeug, Michi. Es sind die gleichen Gefühle wie früher, aber es ist eine andere Michi, die mit ihnen kämpft. Eine, die mehr erlebt hat und mehr gesehen hat.

    Ich stell dir jetzt einfach mal ein wildes Bündel an Fragen. Die sind für dich, zum Nachdenken.

    Es hört sich an, als würde dir einfach ein Mensch fehlen, der für dich da ist und dir zuhört. Glaubst du, es würde dir helfen, wenn du jemand anderes als deinen Freund für diese Position finden würdest? Warum wünschst du dir das „exklusiv“ von deinem Freund?

    Ich kann nur raten, warum er handelt, wie er handelt. Hast du ihn darauf direkt angesprochen? Was, wenn er sagen würde: Du, ich liebe dich, aber ich kann das nicht, weil ich kein Therapeut bin?

    Ich kann deine Wut und Enttäuschung nur zu gut verstehen. Ich empfand das Gleiche – nur gegenüber meinen Eltern. Ich wollte, dass sie mich retten, ich war voller Wut und Hass und Zorn und manchmal lag ich nachts im Bett und weinte und fragte mich, warum sie nicht kommen werden. Warum niemand kommen wird, um mich zu retten.

    Es klingt auch, als würde dein Freund und sein Leben zur Zeit im Mittelpunkt stehen und als würdest du dir generell mehr Austausch und Beachtung wünschen.
    Solche Frustgefühle haben bei mir früher auch ganz schnell wieder den Teufelskreis gestartet.

    Wenn diese Beziehung dich wirklich zermürbt und du dich nur noch ausgeschlossen von seinem Leben fühlst, solltest du darüber nachdenken, was du tun kannst.

    Aber: Ich persönlich habe bei mir die Erfahrung gemacht, dass ich solche Gefühle nicht auseinanderhalten konnte. Ich wusste nicht, auf wen ich eigentlich wütend war, wenn ich mich über meinen Freund aufregte. Ich habe oft darüber nachgedacht. In vielen Fällen ist mir aufgefallen, dass ich alte Gefühle für meinen Vater in mir trug, die mein Freund durch Ungeschicktheit reaktivierte und die mich in schwarze Löcher stürzen ließen.

    Ich glaube nicht, dass du verblendet bist, weil du krank bist. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es bei dir ist wie bei mir. Du trägst so viel (berechtigte) Wut aus der Kindheit mit dir herum. Die ist noch da und liegt nur im trüben Halbdunkel. Und sobald irgendetwas in deinem Leben eine alte Mine berührt, geht in dir was hoch und du siehst nur den Auslöser, der grad vor dir steht: Deinen Freund.

    Ich würde dir raten, ihn direkt darauf anzusprechen. Bleib bei dir. „Ich habe den Eindruck… wie siehst du das?“ „Ich fühle mich von dir ausgeschlossen und habe den Eindruck, du ignorierst das – kannst du versuchen, mir das zu erklären und aus diesem Gefühlstief herauszukommen?“
    Ich denke nicht, dass die Beziehung mit ein Grund ist, warum du nicht gesund wirst. Sie ist, wie alles im menschlichen Leben, ein Auf und Ab. Sie fordert dich heraus, sie engt dich ein. Sie stützt dich, sie zeigt dir, dass du nicht allein bist.

    Und die wichtigste Frage zum Schluss: Liebst du ihn?
  3. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

    Registriert seit:
    29 Mai 2011
    Beiträge:
    251
    Zustimmungen:
    22
    Punkte für Erfolge:
    18
    Du bist so süß, voll schön, dass du mir gleich antwortest :) Wieso wünsche ich es mir von ihm? Ich denke, weil er derjenige ist, der mich kennt und über mich bescheid weiß, ich habe schon auch eine andere Freundin, die das gleiche durchlebt und deswegen rede ich manchmal mit ihr, aber alles anderen, die es nicht auch haben, sind daran nicht mehr beteiligt. Da hat ein anfängliches Gespräch gelangt und es hat mir nie geholfen, deswegen wollte ich mit denen nicht weiter darüber sprechen.
    Ich glaube auch, wenn er nicht derjenige ist, der mir da mehr beisteht, entfernen wir uns voneinander, da ich zu demjenigen einen sehr guten Draht haben muss und es dann eine sehr intensive Beziehung wird und wenn das nicht mein Freund ist, dann weiß ich auch nciht. Und außerdem ist er derjenige, der mich jeden Tag sieht. Soll ich versuchen jemand anderen jeden Tag zu sehen?
    Und hier das ist super, aber direkt mit Augenkontakt wirkt besser. Und wenn ich nicht mir ihm rede, dann werde ich es ihm auch nicht täglich erzählen, was ich gerade mit der/dem anderen durchmache und mein Freund wird mich nicht mehr wirklich kennen und wir werden uns voneinander entfernen.
    Deswegen und zwar genau deswegen, wenn die Beziehung mit einer gewissen Intensität weiter gehen soll und man sich nicht voneinander entfernen soll, müsste er mir da mehr beistehen. Wenn es einen anderen Menschen gibt, der mich dann so gut und intensiv kennt und mir aus so einem Bullshit raushilft und nicht er, denke ich entwickle ich eher eine Zuneigung zu der anderen Person, außer es ist eine Freundnin, ganz klar, aber die kann ich nicht so oft sehen und die wohnt nicht hier bei mir und hat diese Möglichkeiten so wie er,, um mir da richtig zu helfen.
    Und er muss kein Therapeut sein, er muss nicht komische Fragen stellen, ermuss nichts erforschen, er muss einfach nur Anteil nehmen, meh rnicht.
    Also ausgeschlossen fühle ich mich von seinem Leben keineswegs, ich habe sehr viel Anteil, und es ist wunderbar so, ich helfe ihm auch wo ich kann, nur er nimmt kein Anteil an meinem einzigen riesen Problem, das meine Gesundheit angreift.
    Und er bekommt nicht die Wut von anderen Dingen ab, auf die ich wütend bin. Es ist nur, dass ich denke, dass er keine Zeit für meine Probleme hat und wenn ich mir dann denke, hey, ich sterbe daran, und er weiß es, er weiß es, aber dennoch ist es nicht in seinem Kopf und geht an ihm vorbei. Dann denke ich mir, in welcher Beziehung stecke ich eigentlich? Die kann ja keine Zukunft haben, da ich daran nicht teilhaben werde ...., wenn es so weiter geht.
    Und JA, ja, ich liebe ihn, aber er mich wohl nicht genug, sonst würde er dabei nicht zuschauen oder wegkucken. Egal, ob er es denkt, aber er muss auch realistisch sein und das kann keine Liebe sein. DANKE, dass du immer und so schnell da bist, bist der Hammer :)
  4. conscienta

    conscienta Neu im Forum

    Registriert seit:
    25 August 2012
    Beiträge:
    1
    Zustimmungen:
    0
    Punkte für Erfolge:
    1
    Liebe Michi,

    ich bin ganz neu hier und habe darum vieles auch noch nicht mitbekommen, verzeih mir also, wenn ich etwas schreibe, was deiner Meinung widerspricht...
    Ich rate dir eine Sache, die ich selbst für mich erfahren und erlernen musste:
    Nimm dir nicht selbst deine Unterstützung. Ich kann verstehen, dass dir dein Freund gerade nicht wie eine Stütze und Hilfe vorkommt. Es erscheint dir, dass er dein Leiden nicht wahrnimmt, dass er es nicht verstehen kann/ will. Aber vergiss nicht: wir können nie ganz genau nachfühlen, was ein anderer erlebt. Es wäre für uns auch sehr schädlich, da wir dann die Schmerzen des anderen mittragen müssten, helfen können wir aber nur dann wirklich und dauerhaft, wenn es uns selbst gut geht.
    Gerade wenn du selbst sagst, dass du deinen Freund sehr liebst, dann gib ihm die Zeit und die Chance dich auf seine Art unterstützen zu können.
    Geh mit ihm Schritt für Schritt, erwarte nicht alles auf einmal von ihm.
    Ich weiß, du würdest für ihn alles geben, deine letzte Kraft und all deine Liebe, aber vielleicht unterstützt er dich schon auf eine andere Art und Weise? Vielleicht ist es nur nicht immer ganz einfach die Art des anderen zu verstehen, weil wir uns bestimmtes wünschen.
    Ich bitte dich, sage ihm in einem offenen Gespräch, dass du gerne wüsstest wie und auf welche Art er sich vorstellen kann dich zu unterstützen, dann weißt du, was er geben kann. Wenn du etwas von ihm forderst, wie ein Gespräch jeden Tag, dann wird er es dir versprechen, weil er dich liebt, es dann aber vielleicht nicht einhalten KÖNNEN. So etwas enttäuscht dann und macht unsicher und genau das wünsche ich dir so sehr, dass es nicht passiert.
    Bitte ihn darum, so viel zu geben, wie er es sich zutraut und vielleicht wächst er dabei auf eine Art über sich hinaus und lernt dich besser zu verstehen. Auch für ihn ist das ein Lernprozess und viel neues.
    Mach dir bitte keine Sorgen, er liebt dich sicher sehr und es gibt viele Möglichkeiten für Hilfe (Forum, Selbsthilfegruppen, Therapie, Freunde, Familie, überall in diesen Bereichen KANN man Unterstützung finden), leider bekommt man meist nicht alles genau so, wie man es für das beste hielte, von einer Person:(
    Aber von vielen zusammen und mit eigenem Antrieb kann man aus all den ekligen, unangenhemen Gefühlen herauskommen. Man muss sich nicht schlecht fühlen, Du wirst gute Phasen und mit viel Geduld auch wieder mehr Bewusstheit und Zufriedenheit in jedem aktuellen Moment erleben!!!

    :)

    Liebe Grüße