76. - 92. Woche - altes Dilemma

Dieses Thema im Forum 'Bulimie Blog' wurde von Michi gestartet, 5 April 2012.

  1. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    So, hier bin ich mal wieder, obwohl ich mich ja an anderer Stelle schon bemerkbar gemacht habe und viele wissen bestimmt schon bescheid. Es ist nicht mehr so toll. Es war jetzt wieder immer so ein bis zweimal die Woche und erst seit fast zwei Wochen nicht mehr. Ich kann nicht erklären, warum ich manchmal wieder einfach auf alles scheiße und es einfach machen will.
    Es ist v.a. der große, manchmal unbesiegbare Drang, Süßes und alles zu essen, was ich mir verbiete, zumindest in Massen und ich will es einfach und dann mache ich es. Es ist schlimm, wie gesagt, das Ventil macht immer wieder alles kaputt, die Option es dennoch mal wieder zu machen, aus Lust am Essen ist manchmal sehr stark. Früher hatte ich dann immer noch eine Grenze, obwohl mir schon etwas schlecht war, aber die gibt es jetzt nicht, v.a. wenn man weiß, ich kann alles wieder rückgängig machen, nur nicht das nicht, was der Körper bereits bei dem Anfall verarbeitet, was dann schon stört, aber gut.
    Ich meine, es sammeln sich halt auch immer wieder Sachen an und ich esse unter normalen Umständen nicht mega viel so Kram und das Schlimme, mein Freund auch n icht. Schade, dass ich da keinen habe, der halt mal reinhaut und mehr isst, wie viele, und v.a. könnte er es sich locker erlauben, er macht es von sich aus nicht, er hört nach ganz wenig auf, das ist selten.
    Und gestern gings mir schlecht. Es ist jetzt wieder so eine Anfangsphase des "Entzugs". Ich habe so Heißhunger, ich würde so gerne und ich bin alleine und hier ist viel Süßes und es MUSS ja auch gegessen werden, bald ist ja Ostern und da kommt wieder viel Nachschub. Oh man. Naja und ich hatte gestern so schlecht Laune, ich fühlt mich elend und habe aber viel, für meine Verhältnisse viel mehr als sonst, gegessen, aber würde gerne bzw. hätte gerne viel mehr gegessen und hatte auch so Hunger, wobei es wohl kein Hunger war. Und ich bremste mich, aber war lange nicht befriedigt, und noch dazu hatte ich ein schlechtes Gewissen von dem, was ich bisher zu viel aß.
    Ich überlegte immer wieder, sage ich es meinem Freund, er merkte ja eh, dass ich schlechte Laune hatte. Kurzum, heute früh teilte ich es ihm mit, auch ein bisschen so als >Hilfeschrei, ich weiß ja, dass es so weiter geht bis es wieder war und dann ärgere ich mich, dass ich es nicht schon am ersten TAg zugelassen hatte. Und ich bereute es. Weil es kam ncihts von ihm,keine Hilfe und ncihts, was ich erhofft hatte. Kein GEspräch, kein Einfühlsamvermögen und keine Hilfe für ein weiteres Vorgehen. Gut, jetzt steh ich heute wieder alleine da und es ist schwer, sehr schwer und ich habe Angst, große Angst. Ich lebe den ganzen Tag an der Schwelle, ich merke es und ich werde irgendwie immer schwacher und erhalte mehr Egalität (sagt man das so?, keine Ahnung).
    Ja, so ist es momentan und ich weiß, der Rückschritt war dumm und macht mir zu schaffen, aber ich weiß auch, dass ichs chon viel gepackt habe, das weiß ich. Aber es ist so lange so schwer, es ist so schwierig, energieraubend und anstrengend, es zert an mir.
    Alles Liebe, eure Michi
  2. HannyBee

    HannyBee War schon öfters hier

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    Hey, falls du reden magst, meld dich :* kannst auch einfach Unterhaltung anfangen, ich bleib mal eingeloggt hier, falls du on kommst.
  3. HannyBee

    HannyBee War schon öfters hier

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    Ich versteh das gut, dass du enttäuscht bist, weil du dir von deinem Freund Hilfe erhoffst. So wie ich das bis jetzt erlebt habe, ist das männliche Problem bei dieser Geschichte, dass sie nicht wissen, WIE sie dir helfen sollen. (Hab ich irgendwo schon mal geschrieben: Sie würden losgehen und einen Bären töten. Aber wenn du dich selbst angreifst, müsste er die Gefahr - also dich - angreifen.) Was soll er sagen? "Oh, tut mir leid für dich?" oder "Lass den Scheiß!" Du würdest tot umfallen :D

    Ich bin selber immer wieder erstaunt, wenn ich jemandem von früher erzähle, wie krass stumm die Leute (Männlein und Weiblein) sind. Sie bringen keinen Ton heraus. Oh, hey, doch, ich hab bis jetzt zweimal den Spruch gehört "Ich will da nicht in ein Fettnäpfchen treten!" Dabei wissen die, dass ich es nicht mehr habe und sie dementsprechend ja nicht mal was unternehmen müssen oder so.
    Sie fragen nichts, sie sagen nichts. NICHTS.

    Nur hilft dir diese Feststellung grad nichts. Was also kannst du machen? Mach mit ihm einen Notfallplan. Gib ihm was in die Hand, was er tun kann (sofern er das will), wenn du so einen Hilferuf absendest.
    Was genau brauchst du dann von ihm? Willst du...
    ... dass er mit nem Müllsack durch die Wohnung geht und alle Süßigkeiten wegschmeißt?
    ... dass er mehr auf dich aufpasst quasi überwacht, dass du keinen Anfall kriegst bzw dich zu Boden tackelt, wenn du dich auf den Kühlschrank zubewegst?
    ... dass er...?
    Mach das ganz konkret - er hat ja selber einen Mund und kann sagen, was er nicht machen will.

    Das ist nicht nur bei dieser Krankheit oder bei anderen Krankheiten das Problem - in dieser verflixten Mann-Frau-Kiste ist in ganz, ganz vielen Fällen das Problem, dass du was von ihm erwartest, von dem er nichts weiß. Und bevor er es schnallt (das mit dem Deuten von subtilen Signalen vergiss lieber gleich :D), bist du schon sauer und enttäuscht und dabei steht er noch auf dem Schlauch und fragt sich, wo zur Hölle er grad den Zug verpasst hat...