42. Woche – man will gar nicht aufhören!

Dieses Thema im Forum 'Bulimie Blog' wurde von Michi gestartet, 5 Juni 2011.

  1. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Tja, wie die Überschrift schon verrät, war es wieder. Aber es war erst nach zehn Tagen wieder, also kann ich sagen in fast 5 Wochen war es zweimal, was eigentlich toll klingt.
    Warum es war, liegt wieder an denselben Gründen wie immer. Ein bisschen Langeweile kombiniert mit Lust, alleine sein, zu viel Süßes und Druck.

    Ich weiß jetzt, dass ich es so nicht packen kann, da meine Lust immer wieder siegt. Ich denke mir immer, ach egal, ich will es und einmal ist doch egal. Nur dass ich mich jetzt körperlich wie geistig elend fühle, bedenke ich nie. Ich muss jetzt intensiv daran arbeiten, dass wenn ich denke, es könnte sein und ich weiß nicht, ob ich es packe, dass ich alles wegsperre und mir die Gelegenheit von vorneherein zerstöre. Mein Freund fragte mich das zwar, aber ich sagte nein, das will ich nicht, obwohl ich nicht wusste, ob ich es packte. Er hätte es einfach machen sollen, weil es geht ja um mich und meine Gesundheit und essen würde ich ja nie soviel, also sollte nur das Nötigste da sein, wenn ich alleine bin bzw. erreichbar sein. Ich muss eben damit leben, dass ich noch nicht gesund bin und dazu stehen, aber mich auch dafür einsetzen und bestimmte Maßnahmen ergreifen, auch wenn sie für einen deprimierend und nicht angenehm sind.

    Auf jeden Fall, nachdem ich ihn zum Flughafen fuhr und heimkam, war ich mir noch sicher, ich werde es packen und niemals tun. Ich war mir wirklich mehr als 100 % sicher???? Und dann, 30 Minuten später fing ich an zu fressen, total paradox, unfassbar. Ich aß nur etwas Eis und mein schlechtes Gewissen war enorm groß, weil ich mich eh nur noch zu dick fühle und dann aß ich weiter und alles Mögliche. Mir war dann so schlecht und ich hatte auch anfangs Probleme alles zügig zu erbrechen … ich hasste mich in dem Moment und danach.

    Ich muss anfangen effektiv dagegen zu arbeiten und mir Dinge wegzusperren, wenn ich es nicht packe bzw. mir nicht sicher sein kann. Weil ich verarsche mich sonst nur selbst. Wie ich mich fühle, wisst ihr sicherlich, elend und einfach krank.

    Nun noch zu einem anderen Event. Wir waren auf einem 80sten Geburtstag, wo es ein 7 Gänge – Menü gab. Ich aß echt sehr viel und es war lecker. Ich trank auch Einiges. Ich fühlte mich auch stets sehr voll. Dennoch nahm ich nicht wirklich zu, was sehr erfreulich ist. D.h. ich kann echt auch mal etwas mehr essen, ohne dass sich gleich jedes Gramm bemerkbar macht. So wie bei einem normalen und gesunden Menschen, was mich ein wenig freut.

    Hilft mir jemand, schlagt mir bitte mal effektive Methoden wie das Wegsperren oder Wegschmeißen der Süßigkeiten vor. Bin um jeden Rat dankbar, wobei Wegschmeißen kein guter Rat ist, weil ich werde das nie tun, wenn man bedenkt wieviele Hungern, nur es bringt ja auch nichts, es im Klo zu vernichten …
  2. gina

    gina Guest

    Hey Michi, ich mal wieder.
    Dein Titel lautet ‘man will gar nicht aufhören!’…ja damit sprichst du wohl etwas Wahres an.
    Wobei ich immernoch finde, dass du stolz auf dich sein kannst. Du hast es schon sehr weit geschafft!
    Dieses Phänomen, dass man sich ne knappe Stunde vorher noch sooo sicher ist, dass man es durchsteht und es NICHT tun wird und man kurze Zeit später doch anfängt zu fressen, ja das kenne ich, das kennen wohl viele die das lesen. Man kann sich fast gar nicht erklären warum das von jetzt auf nachher so umschlägt. Ich habe inzwischen wirklich Angst vor mir selber, also wirkliche Angst. Habe Angst nach Hause zu fahren, wo keiner ist, dafür aber umso mehr im Kühlschrank steht. Alleine sein und Langeweile haben sind wirklich die aller allerschlimmsten Faktoren. Kommt dazu noch Frust oder eben Kummer, dann ist es sowieso schon vorprogrammiert. Ist ja keiner da, der einem auf die Finger kloppen könnte. Warum also lassen, wenn man sich für ein paar Minuten besser fühlen kann?
    Du möchtest Tips, wie man ES am besten vermeidet? Ich kann da von meiner Seite aus nur sagen JA, es geht nur so, dass du nichts zu Hause hast. Bei mir funktioniert nichts anderes. Weiß ich, ich hab nur ein Stück Käse im Kühlschrank und sonst wirklich rein gar nichts zum Essen zu Hause, dann geht das. Dann zerstückel ich mir den Käse und trink ein Glas Wein dazu und gut ist. Hab ich aber z.B. den Käse da und ich weiß, da ist noch ein Päckchen Spaghetti, dann versuch ich zwar trotzdem nur den Käse zu genießen, aber dann endet es doch meistens damit, dass ich mir die komplette Packung Nudeln koche, um danach eben alles zusammen wieder loszuwerden. Ich habe das ja nie vor, ich plane es schon lange nicht mehr, aber wie soll ich sagen, es überkommt mich dann eben. ICH will das nicht! Es ist die Ess-Brech-Süchtige in mir, die das macht und immer und immer wieder durchbricht. Es kommt mir fast so vor als hätte ich zwei Persönlichkeiten.
    Wie gesagt, mein einziger Tip ist, vermeide es Essbares im Haus zu haben wenn du allein bist. Wegscmeißen könnte ich auch nicht…hmmm gibt es keine Nachbarskinder denen du die Süßigkeiten dann schenken könntest?
    Nur ist das auf Dauer eben auch keine Lösung. Man möchte ja trotz allem ein bisschen Lust am Essen haben, sonst würde man es ja ganz lassen können.
    Ich weiß gar nicht wie ich das erklären soll, es klingt doof, aber ich habe beim Essen loswerden nicht mehr so ein befreiendes Gefühl wie früher. Das Essen essen war eine Lust, sich danach voll fühlen schrecklich und das Erbrechen gab mir dann wieder so ein wohltuendes Gefühl des Befreiens, Erleichterns und danach fühlte man sich dann wieder erschöpft aber leer, also gut.
    Nun esse ich und mache mir keine Gedanken währenddessen, aber das Erbrechen ist nur noch anstrengend, es geht nicht mehr so leicht und es fühlt sich auch nicht mehr nach Erleichterung an, nur als notwendiges Übel, denn drin lassen kann ich es schließlich auch nicht. Danach fühle ich mich nach wie vor schwach, ausgelaugt, motivationslos….und immer derselbe Gedanke, ‘ab morgen wird alles anders’.
    Ich darf kein Essen zu Hause haben, nur dann klappt es.
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    Alles Liebe,
    Gina
  3. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Hi Gina, schön von dir zu hören. Das mit dem nichts zu Hause haben ist halt bei mir einfach nicht umsetzbar, da ich ja nicht alleine wohne. Das ist das Problem. Und ich esse ja auch teilweise sehr geregelt, d.h. dass ich bestimmte Sachen brauche, also ich mich nie komplett von allem trennen kann, da ich ja auch viel esse und behalte, schon alleine zum Frühstück. Nur egal, was es ist, man kann leider aus allem einen Fressanfall machen, das ist ja das Schlimme, egal von was. Sogar von abgelaufenem und ekligem Zeug, das kennt ihr wohl, es ist teilweise nur eklig und widerlich. Ja, aber ich meine, du weißt ja schon bereits bei dem Aufreißen der Packung Nudeln und dem Kochen der kompletten Packung, dass du es nicht behalten wirst, ist ja viel zu viel!!! Ab dann nimmst du es dir schon vor und du weißt es, auch wenn du es nicht willst oder noch denkst du isst nur soviel, wie du behälst. Dann könntest du dir sagen, ich schmeiße alles weg, aber dafür ist es einem ja wieder zu schade und man isst bzw. frisst es lieber und übergibt sich, d.h. man schmeißt es nicht nur weg, man schädigt seine Gesundheit. Es ist krass, dass du das schreibst “Ich will es nicht, aber das ist die Ess-Brech-Süchtige in mir” – das kenne ich. Und doch denke ich, ich bin das selbst und habe die Zügel in der Hand, aber irgendwie packe ich es nicht, obwohl ich es will. Dann frage ich mich immer, vielleicht will ich doch nicht gesund werden, das meinte ich auch mit der Überschrift. Ichbin es ja, die immer wieder kotzt, aber es ist wahrscheinlich diese Sucht, die mich dann nicht ich sein lässt, die dann Dinge anderen wegisst, usw., die eine eklige und beschissene Art hat und einfach nicht sich selbst ist bzw. wer ist man mehr, die Gesunde oder die Kranke? Gute Frage. Dann denke ich auch immer, wer kennt mich eigentlich, keiner irgendwie so wirklich, weil ich manchmal ganz anders bin, die Krankheit macht einen ganz anderen MEnschen aus mir, der ich nicht sein will, aber ich trete auch nicht richtig dagegen an und löse mich von ihr. Zwei Persönlichkeiten – wie du sagst, oh man, wir sind uns so ähnlich und wissen so gut, was das alles heißt und worin wir leben, täglich zu kämpfen haben und was unser Tag bedeutet und was wir denken und fühlen. Ja, ich denke mir halt auch immer, vielleicht will ich es ja essen, ich esse ja auch immer mal was und behalte es, nur eben nicht sehr viel und es sammelt sich immer so viel so schnell an, das könnte ich auch nie essen und auch mein Freund nicht, wenn wir nur noch essen würden … Aussichtslos? Alles Liebe
  4. Nikki19

    Nikki19 Neu im Forum

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    Hey Michi :) Ich bin die Nikki und 19 jahre alt ;) Ich habe mir deinen Text durch gelesen! Mir geht es genau- wie die Überschrift schon lautet " Man will gar nicht aufhören" ! Ich habe angefangen damit da war ich 14 hatte auch schon ein paar mal damit aufgehört und nu stecke ich schon wieder über 1 Jahr drinne und es vergeht keinen Tag an dem ich es sein lassen kann! Ich habe das so verstanden, das du es schon ne kleine zeit lang geschafft hast damit aufzuhören ?! Vielleicht hast du ja nen kleinen Tipp für mich wie man es versuchen kann den inneren Sch...hund zu überwinden ? Glg Nikki :)