40. – 41. Woche – Fort- oder Rückschritt?

Dieses Thema im Forum 'Bulimie Blog' wurde von Michi gestartet, 5 Juni 2011.

  1. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Ich habe momentan einfach sehr viel zu tun, weswegen ich letzte Woche leider nicht zum Schreiben kam. Diese Woche gibt es ja noch nicht viel zu berichten, also mal zu letzter Woche: Es war. Es war nach drei Wochen dann doch wieder und zwar an einem Tag zweimal. Das war letzten Mittwoch oder ne Donnerstag und es ist ja schon fast wieder eine Woche her. Wieso? Tja, wieso war es wieder. Das hat wohl mehrere Gründe:
    • Ich aß am Tag davor nichts Richtiges, also nicht nichts, ich aß viel, aber nichts Richtiges, d.h. sehr viel Eis, da es mir ein Kollege mitbrachte und Kuchen und Süßes, belegte Brötchen, etc., aber immer nur zwischendurch, da ich den ganzen Tag arbeitete. Das bedeutete, dass ich an dem Tag nicht wirklich darüber nachdenken konnte. Am nächsten Tag war ich total ausgelaugt und frühstückte sehr viel. Brötchen mit Belag und auch noch sehr viel Müsli, weil ich es irgendwie brauchte. Dann noch Kekse beim Arbeiten etc. Aber mein Bauch war die ganze Zeit total dünn und irgendwie hatte ich sehr viel Hunger, vielleicht weil ich noch so fertig war vom Tag zuvor oder keine Ahnung. Auf jeden Fall wollte ich nicht so viel essen, aber es tat gut und ich brauchte es irgendwie. Ich aß an dem Tag immer mal wieder was Süßes und mein schlechtes Gewissen nahm Überhand.
    • Naja, es war Ostern und wir haben enorm viel Süßes. Und da es bereits drei Wochen nicht war und ich zwar ab und zu und mein Freund mehr Süßes isst, aber dennoch nicht genug, dass sich nur wenig ansammelt. Bei einem Anfall ist das anders, weil da ja dann gleich ein ganzer Schwung davon weg ist.
    • Ich fühle mich einfach unwohl, weil ich zu viel zugenommen habe. Ich hätte gerne nur so 2 – 3 kg weniger, dann wäre es super. Ich will (glaube ich zumindest) nicht mehr abgemagert sein, aber dennoch dünn und nicht so normal, also eher mobbelig und das versteht aber keiner. Wenn mich da nur mal jemand ernst nehmen würde und nicht immer sagen würde, du spinnst, du siehst “normal” und gut aus. Es geht aber um mich, ich fühle mich unwohl. Wenn mir jemand sagen würde, hey, ich finde dich super so, aber wenn du abnehmen magst, dann ess halt weniger, lass das Süße weg, oder mache etwas Sport, also einfach nur Antworten, die auf mich zugeschnitten sind, bei denen ich mich ernst genommen fühle. Dass mir jemand klar macht, es ist ok, nur die Krankheit ist nicht die Lösung, du willst abnehmen, mach es auf normalem Weg, aber nicht zu viel, dann wäre es etwas ganz anderes und ich würde mich nicht immer so blöd fühlen, wenn ich es sage und nicht ernst genommen. Ich würde merken, es gibt normale Wege und die Leute verstehen mich und sind nicht dagegen, weil das treibt mich auch wieder zur Krankheit, weil es eben “mein Weg” ist, den ich alleine sehe und die anderen mich ja eh nur vollstopfen wollen und dagegen sind. Dann komme ich schnell wieder in das Essen und zwar viel essen und Kotzen rein.
    • Ich war an dem Tag alleine und ich wusste nicht, aber ich ahnte es schon frühs, weil ich so viel aß, dass es schwer wird und als ich dann mitgeteilt bekommen habe, dass mein Freund abends weg ist, dann wusste ich es schon. Ich überlegte, ob ich es ihm sagte, aber was hätte das geholfen. Er hätte da bleiben müssen, aber nicht, in dem er mich fragt, soll ich dableiben oder gehts, etc. Er hätte mir kein schlechtes Gewissen machen dürfen und hätte sofort richtig reagieren müssen und ich wusste, das würde er nicht, weil eben nur ein “Kranker” auf sowas richtig reagieren kann. Wenn er dageblieben wäre mit schlechtem Gewissen hätte es nichts geholfen und wenn er gegangen wäre auch nicht, weil ich dann das Gefühl hätte ich sei ihm egal. Also ersparte ich uns diesen Streit und sagte erst gar nichts von meinen Bedenken und dem, was ich spürte bzw. schon ahnte und wusste.
    Naja, und da ich auch noch beim Übergeben gestört wurde, weil jemand vorbeikam, nur kurz, behielt ich den mega Bauch und all das Süße für eine zeitlang. Ich starb dabei und bestimmt wandelte mein Körper bereits viel in Fett, etc. um. Dieser Gedanke plagt mich jetzt noch und das erhöht natürlich meinen Abnehmdruck … Tja, alles nicht so rosig. Ich fühlte mich danach elend und zitterte noch den ganzen Abend, ich fühlte mich furchtbar, total kalt und innerlich ausgelaugt und mir tat der Hals und der Magen weh, ich war total ausgetrocknet am nächsten Tag, etc. Ich hasste es, deswegen war es wohl seitdem nicht mehr, aber das vergisst man wieder schnell. Zum Glück folgte es nicht in den darauffolgenden Tagen. Ihr seht alles bescheuert. Aber ich könnte sagen: In fast einem Monat an einem Tag zweimal: WOW, was ein Fortschritt, aber ich empfinde das nicht so. Ich werde nicht dünner, ich habe es trotzdem einmal gemacht, also bin total krank, v.a. in den Gedanken und dennoch fühle ich mich nicht wohl. Außer: Ein positiver Effekt ist: Meine Laune hat sich schon um Einiges geändert, ich gehe wieder in die Richtung wie ich vor vielleicht 10 Jahren war, ein lebensfroher Mensch, aber dennoch kommt die miese Laune wegen den ganzen Gedanken immer wieder, so dass ich noch nicht mal auf halber Strecke bin gesund zu sein und noch meilenweit davon entfernt … leider.
  2. gina

    gina Guest

    Hallo Michi, nun muss ich wieder als Erste meinen Senf dazu geben.
    Erstmal, also 3 Wochen ES nicht zu tun IST ein riesen Fortschritt!! Auch wenn es Rückschläge gibt!
    Ganz egal wie es an diesem Tag lief, ob nun ein Mal oder zwei Mal, du hast es wieder mal so lange durchgehalten. Du empfindest es natürlich als riesen Rückschlag. Du bist ja auch immernoch die Kranke. Du schaffst es aber, deine Krankheit für eine lange Weile zu unterdrücken bzw. dagegen anzukämpfen und darauf kannst du wirklich mal etwas stolz sein! Ich wäre allein über 3 TAGE froh ohne den Scheiß. Schaffe ich es mal für einen Tag, dann ist es am darauffolgenden Tag umso heftiger.
    Wenn du dich unwohl fühlst, dann musst du eben deine Essensrationen zurückschrauben und dich demenstprechend täglich bewegen. Ich treibe nun nicht aktiv Sport, aber ich schaue, dass ich täglich viel Bewegung habe. Ich laufe viel mit dem Hund und mache zu Hause etwas Bauchtraining und putze oft die Wohnugn durch. Ich weiß, das ist nicht viel, gibt mir aber schon ein besseres Gefühl. Aber dadurch, dass ich mich beim Essen den ganzen Tag zügle, wächst eben auch der Heißhunger und es passiert. Ich bin wohl nicht das beste Beispiel und ein schlechter Ratgeber, merke es gerade selbst:(.
    Dass du deine Lebensfreude wiedergewinnst freut mich sehr zu hören!!:)
    Da sehe ich, dass es sich also doch lohnen würde DAMIT aufzuhören. Aber ich bin noch weit weit entfernt davon,also vom aufhören. Wie gesagt, du kannst stolz sein. Mach dich wegen dem einen Mal nicht fertig, denn du kannst nicht erwarten, dass es nie wieder auftaucht.
    Also ich zumindest bewundere dich!
    lieben gruß,
    gina
  3. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Du bist süß [​IMG] Vielen Dank! Jetzt müssen wir es nur noch mit dir in den Griff bekommen, dass du es mal ein paar Tage mehr packst!!!! Wie läuft es denn gerade so, hab ja gar keine Ahnung …
  4. Elli

    Elli Guest

    Hallo!
    Gina hat sehr recht… Auch wenn man nach einem Rückfall dazu tendiert wieder in die alten Gedanken zu fallen, solltest du dir vor Augen halten wie lange du schon ohne Kotzen ausgekommen bist! 3 Wochen sind eine tolle Leistung. Natürlich spürt man die negativen Gefühle nach so langer Abstinenz viel intensiver….
    Immer die Fragen…Wozu und warum?!….Antwort findet man ja doch keine…
    Erinnere dich daran, dass es dir besser geht. Erinnere dich daran, dass es auch ein Leben gab in dem du ganz ohne Fressanfälle glücklich warst. Spaß am Leben!
    Das sollten wir alle haben.
    Ich muss mich gerade wieder sehr bemühen mich daran zu halten.
    Ja, im Großen und Ganzen hat sich meine Krankheit wirklich um ein riesen Stück gebessert. Aber auch ich betrachte mich noch zu kritisch…auch ich habe meine schlechten Tage. Bevorzugt an den Wochenenden…. Es macht mich fertig. Ich möchte mich vergraben und nie wieder rauskommen. Gott sei Dank habe ich viele Menschen die mich da immer wieder rausziehen. Sei es bewusst oder unbewusst. Ich freue mich gerade auf so viele neue Dinge. Dinge die noch passieren sollen. Ich mag nicht aufgeben. Das hält mich.
    Ja. Es ist ein Kampf, jeden Tag. Aber einer der sich lohnt.
    Bleib dran Michi! Es ist schön, dass du wieder Freude am Leben hast.
    Das sollst du dir halten..