4.Woche – Kurzschlussreaktion

Dieses Thema im Forum 'Bulimie Blog' wurde von Michi gestartet, 1 Juni 2011.

  1. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

    Registriert seit:
    29 Mai 2011
    Beiträge:
    251
    Zustimmungen:
    22
    Punkte für Erfolge:
    18
    Na dann auf. Also zum Gesamtüberblick: Ich habe mich seit dem 27. August nicht mehr bewusst (aber auch nicht unbewusst) übergeben. Coole Sache, oder? Noch nicht ganz 14 Tage, aber fast.
    1. Am Wochenende hatte ich wieder einen Kuchen gebacken. Der ist aber fast weg, haben auch einige Bekannte etwas abbekommen, und es ist nur noch ein kleines Stückchen da. D.h. das ist der erste Kuchen, bei dem ich es geschafft habe, alles in mir zu behalten und nichts wieder heraus zu brechen. Ich aß fast jeden Morgen ein kleines Stück und gegen Abend auch noch ein paar Gabeln -neben dem anderen Essen, was ich sonst esse. Dennoch wiege ich momentan -noch- nicht mehr. Ich denke mein Gewicht fängt an sich wieder besser zu stabilisieren und ich merke nicht jede Veränderung beim Essen auf der Waage. So wie es eben bei normalen, gesunden Menschen auch ist. Man kann ja auch am Tag Einiges mehr zu sich nehmen, ohne dass es eine Auswirkung hat. Wenn man jedoch noch sehr stark in der Krankheit gefangen ist und es mehrmals in der Woche – ja vielmehr am Tag – ist, dann merkt man jeden Bissen. Kann sich ein gesunder Mensch kaum vorstellen, aber es ist so. Deswegen ist der Entzug ja nochmal um Einiges schlimmer. Aber: Bin stolz auf mich selbst [​IMG]
    2. Ich habe vor drei Tagen Spinat mit Kartoffeln und Ei gekocht. Nicht gerade das Essen, bei dem man ohne Gewissen zuschlagen kann. Zumindest ein Betroffener nicht. Ein gesunder würde sagen, das ist ein total leichtes Essen. Eine Kranke denkt sich: Ohje. Nur ein bisschen Gemüse, ansonsten Kohlehydrate und noch Ei (Proteine, Fett, etc.). Hab sogar Käse in die Eier. Ich habe natürlich nicht viele Kartoffeln gegessen, aber mehr als sonst. Um genauer zu sein: Drei Hälften – nicht sehr groß. Aber dennoch war es eine Überwindung und nicht einfach, sehr anstrengend und man kämpft damit. Aber hat alles geklappt!
    3. Ich war mit Freunden bei McDonalds. Ich habe nicht gegessen, nur 1 1/2 Nuggets und ein paar Pommes und von einem Burger gebissen. Ich habe anschließend daheim gekocht. Ich frage mich immer, wie alle Leute das essen können und dennoch nicht zunehmen. Ich mag es voll, zumindest einige Sachen, aber könnte es nie mehr essen. Ich weiß 100% das ich davon zunehmen würde. Cola, Pommes und Burger, ohje. Ich hasse es mir das zu verbieten. Ich meine, es nimmt einem immer ein Stück seiner eigenen Lebensqualität, wenn man sich Sachen verbietet, v.a. beim Genuss. Und eine Betroffenen verbietet sich täglich irgendetwas. Das macht einem natürlich auch schlechte Laune. Aber das zu essen, würde einem auch schlechte Laune machen und man würde evtl. rückfällig werden. Es ist ein furchtbarer Teufelskreis, bei dem es oft egal ist, ob man sich übergibt oder nicht, weil man nie zufrieden und glücklich ist. Deswegen ist es ja auch so schwierig damit aufzuhören, fast unmöglich.
    Gesund bin ich wohl erst, wenn ich nicht mehr diese kranken Gedanken habe. Aber da merkt man, dass ein Betroffener einen ganz anderen Tag erlebt. Neben den alltäglichen und anderen Problemen ist das Essen eines der größten Probleme, mit dem man aber am Tag mehrmals, also sehr oft konfrontiert wird, was sich auf alles andere auswirkt. V.a. die Laune. Ein täglicher Kampf ist nicht einfach und ermüdend. Ein Rückschlag noch viel schlimmer, weil er das ganze Kämpfen um sonst erscheinen lässt. Eine Ess-Sucht ist furchtbar fatal. Weil bei einem Entzug, kann man ja nicht mit der Droge, dem Essen, aufhören und es konfrontiert einen ständig. Neben den Gedanken, weiß ich, dass ich auch körperlich noch sehr krank bin. Ich kann jetzt so locker schreiben, aber es kann sein, dass ich in 2 Minuten wieder über dem Klo hänge. Ich will es nicht, aber ich kann nicht anders. Es sind manchmal einfach Kurzschlussreaktionen neben den ganzen geplanten Ereignissen.