36.-37. Woche – Leben mit Bulimie

Dieses Thema im Forum 'Bulimie Blog' wurde von Michi gestartet, 5 Juni 2011.

  1. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Ich habe lange nicht mehr geschrieben, was wohl daran liegt, das ich wieder voll darin stecke.
    Letzte Woche war es fünfmal und nur am Sa und So und Mo nicht. Gerade eben war es. Gleich mal zum aktuellen Geschehnis. Ich hatte schon den ganzen Tag einen miesen Tag. Ich hatte frei und war nur damit beschäftigt, nicht zu viel zu essen, weswegen ich auch nichts kochte, aber aß ständig Kleinigkeiten, d.h. kein bisschen geregelt mehr, aber ich wollte eigentlich gar nichts essen und diesen ganzen Mengen an Kleinigkeiten brachten mich um. Ich dachte nur noch über das Essen nach. Was darf ich noch essen, was war bereits zu viel, ich ging ständig in die Küche und war sehr oft haarscharf daran vorbei geschlittert es nicht zu tun. Und dann heute Abend halt doch. Mein Freund wollte morgen mit Kollegen Essen gehen, wovor ich schon die ganze Zeit, seitdem ich es wusste Angst hatte, weil ich Angst hatte, das ich mich übergeben werde und der Abend Horror wird und vorhin schrieb er, das sie es auf heute verlegt haben. Naja, er rief an und erkundigte sich nach mir (wir hatten letzte Woche enorm Stress, da ich meinte ich sei ihm egal und sogar, wenn ich sterbe jucke es ihn nicht), aber ich konnte nicht mit einem einzigen Wort damit anfangen. Ich hörte ihm gar nicht zu und war nur beschäftigt damit, wie ich anfangen soll, aber mein Mund wollte einfach nicht losreden und so endete das Gespräch ohne große Worte und ich schwor mir es nicht zu tun.
    Ich wollte nur noch eine Kleinigkeit essen, von der ich etwas mehr aß, als ich wollte und ich aß einfach weiter ohne es zu wollen und schon war ich in meinem Wahn gefangen. Ich weiß nicht, warum ich es nicht ansprach, da es mich vielleicht davor bewahrt hätte, aber ich konnte nicht.
    Ich will einfach die normalen Momente in unserem Leben nicht mit dem Gerede über diese beschissenen Krankheit kaputt machen, was ein großer Fehler ist. Ich will normal behandelt werden, weswegen ich wahrscheinlich auch zu schnell von einem normalen Leben ausging und ich zu große Schritte machte, die mein Gewissen nicht vertrug, weswegen ich wieder tief tief in meiner Misere drin stecke und ich wieder total depressiv bin. Ich kann ständig sagen, ich habe Bulimie, also ich denke ich gestehe es mir ein, aber ich kann nicht mehr darüber reden und will normal sein. Dabei muss ich endlich damit leben, das es nicht so ist, vorsichtig sein, schöne Momenten kaputt machen, immer damit anfangen, dass ich krank bin und nicht ein Schein gewahrt werden muss und soll, bis ich echt wieder gesund bin. Und das dauert.
    Und bis dahin, muss ich endlich damit leben, dass ich krank bin und kein normales Leben führen kann und versuchen soll, weil ich nun mal nicht gesund bin. Ich muss lernen mehr zu verzichten, mehr Kontrolle über mich zu haben, es mir nicht so einfach machen und endlich den Mund auf zu machen. Wie gerne würde ich das meinem Freund sagen, wie gerne würde ich ihm sagen, zwing mich täglich zum reden. Frag mich, wie unnormal war heute dein Essverhalten, war etwa warmes dabei, war es ausgewogen oder eher krankhaft, war es zu viel oder zu wenig, wie waren meine Gedanken, kann ich auch an anderes denken, oder beherrschen mich die kranken Gedanken gerade vielmehr, war ich heute neidisch auf gesunde und gutaussehende Menschen, habe ich mich gezügelt und Dinge bereut, weil ich sie mir verweigert habe und bekomme deswegen Heißhunger, fühle ich mich voll, fühle ich mich dick, wie ist mein Gemütszustand, usw. Ich bin nicht gesund, aber versuche es immer wieder zu übergehen.
    Das Schlimme ist: Ich weiß von den Gefahren, ich weiß, wenn ich alleine bin und noch dazu Langeweile habe, das mein krankes Hobby Überhand gewinnt, ich weiß, dass ich nicht stark genug bin, will es aber sein und denke immer wieder ich werde es heute packen, aber meine kranken Gedanken freuen sich bereits und ich weiß insgeheim, dass es nicht klappen wird. Gewinnt da die Sucht schon von vorneherein? Ich müsste versuchen den Situationen aus dem Weg zu gehen, ich hätte mit meinem Freund über meine Angst reden sollen und weggehen sollen oder mir eine sofortige Beschäftigung suchen sollen. Er sollte immer, wenn er Süßes verschließen will es machen, weil er muss mir klar machen, du bist nicht normal, aber im lieben Ton, weil sonst denke ich er liebt mich nicht und das wäre fatal. Er muss mir vor Augen halten, wie krank ich bin, da ich es nicht kann. Aber was sage ich da. ER MUSS gar nichts. Ich hasse es, wenn ich so denke, aber ich denke manchmal mir könnten andere schon helfen, nur es macht keiner. Aber es wäre gut, wenn er mir immer klar macht, wo ich stehe und wenn es nicht mal einen Monat, wovon ich momentan meilenweit weg bin, da es ja fast täglich ist und ich nur noch Angst habe, ich total krank bin. Es ist schwierig da die richtigen, lieben, aber fordernden Worte zu finden, wohl kaum unmöglich ohne dass ein Streit entstehen würde. Also wiederum gut, dass ich ihm eh nichts sagen kann und er nichts weiß. Ich habe momentan wieder vermehrt Kopfweh, fühle mich schwach, antriebslos und habe Angst vor zu viel Freizeit, in der ich meine Krankheit nicht zurückhalten kann. Man scheut sich dann gleichzeitig vor dem Weggehen und hat Angst vor dem Daheimsein. Es ist nur paradox. Ich hasse mich immer, ich hasse meinen Körper und meine Schwäche. Jedes Mal so wie jetzt würde ich gerne reden und mich ausweinen. Aber nach dem Kotzen ist man ja meistens alleine und eine halbe Stunde später, will man schon nicht mehr reden. Man will wieder normal sein und über die Krankheit hinwegsehen.
    Ich weiß nicht mehr weiter, ich brauche einen Tipp, dass es erstmal wenigstens eine paar Tage ohne Kotzen vorangeht und ich wieder etwas Lebenslust tanken kann. Sonst habe ich keinen Antrieb mehr darauszukommen.
    Ich muss jeden Tag wieder kämpfen, ich werde morgen aufwachen mit dem Gedanken, es war gestern wieder, ich muss Angst haben vor jedem Tag und ich kann das aber nicht mehr. Ich kann nicht schon wieder am Anfang stehen, ich bin müde, ich bin es so leid und einfach nur müde und erschöpft diesen Kampf weiter zu kämpfen. Weswegen es wohl nach einem Mal gleich wieder nur noch ist, weil man wieder am Anfang steht. Ich bin kraftlos …
  2. Elli

    Elli Guest

    Ich glaube, am wichtigsten ist es sich zu sagen: Es ist nicht auswegslos!
    Ich weiß, dass man gerade in solchen Zeiten dazu neigt keinen Ausweg mehr zu sehen. Ständig fragt man sich, warum man es schon wieder getan hat und was anders war als man ohne Kotzen ausgekommen ist. Und natürlich weiß man es dann nicht mehr.
    Ich versuche mir das immer in Erinnerung zu halten. Das ist verdammt schwer… Ich kann verstehen, dass du verzweifelt bist. Du musst den Weg hinausfinden. Dieser ewige Kreis sollte nicht bestehen bleiben. Steh auf und denke am nächsten Tag nicht darüber nach was gestern passiert ist. Dieses “hintersichlassen” ist so leicht gesagt… Es nimmt ja doch den ganzen Tag…das ganze Leben ein. Weil man immer versucht es richtig zu machen. Und immer wieder scheitert.
    Reden ist ganz wichtig. Und die Krankheit zu akzeptieren und einen normalen Umgang damit zu finden ebenso. Ich denke trotzdem, dass man auch mal nicht darüber sprechen sollte. Dass man tagelang nicht darüber nachdenken muss.
    Wenn du das Bedürfnis hast mit deinem Freund darüber zu reden, dann tus. Du wirst sehen wie er darauf reagiert. Oft sitze ich da und möchte darüber sprechen…mich austauschen. Gleichzeitig will ich die Krankheit nicht mehr. Das ist ein ewiges hin und her.
    Es ist einfach zu schwer den richtigen Umgang zu finden. Weil es je nach Gemütslage auch variiert. Manchmal hat man einfach nur die Nase voll. Warum dann immer wieder das leidliche Thema erwähnen?
    Gerade geht es mir gut. Vor 2 Wochen war noch alles anders. Ich habe echt Angst…verdammte Angst mein ganzes Leben damit kämpfen zu müssen. Diese scheiß Angst….
    Ich kann mir nur immer wieder sagen, dass ich das nicht will. Ich will es einfach nicht.
    Ich will mein Leben selbst bestimmen und es nicht von der Bulimie bestimmen lassen.
    Das hilft mir….. Das gibt mir Kraft.
    Kämpfen ist anstrengend. Aber man kann gewinnen…
  3. gina

    gina Guest

    Hallo Michi,
    jetzt lasse auch ich mal wieder etwas von mir hören. Der Grund, warum ich lange nicht geschrieben habe, war leider ungefähr derselbe wie bei dir. Ich bin mittendrin.
    Nicht, dass ich es jemals so weit raus geschafft hätte wie du, nicht mal ansatzweise, das ist klar. Aber bei meinen anfänglichen Ausbruchversuchen gab es immerhin mal ein oder zwei bessere Tage und auch etwas Hoffnung und Zuversicht, Willen…jetzt gar nix mehr.
    Es tut mir leid, dass ich mich einfach nicht mehr gemeldet habe, aber ich wollte dann nicht darüber reden, dich nicht volljammern damit, dass ich es ja doch wieder nicht geschafft hatte, Tag für Tag nicht. Ich konnte ja doch nichts neues berichten und ich schämte mich sehr.
    Gerade habe ich zufällig auf SWR gezappt und da kam das ‘Nachtcafé’, eine Talkrunde. Thema ‘Abnehmen beginnt im Kopf’. Es ging hauptsächlich um Übergewichtige und wie sie es geschafft haben abzunehmen oder auch nicht. Ich schaue so etwas immer mit viel Interesse, auch wenn ich nicht übergewichtig bin, aber diese Personen haben alle so gesehen eine Esstörung und somit fühl ich mich auch betroffen. Darunter saß aber auch ein junger Mann, der erst an Magersucht, dann an Bulimie litt. Er sagte nicht viel, zumindest nicht mehr als wir sowieso wissen, aber es ist trotzdem interessant es sich wieder mal von jemand anderem anzuhören. Interessant waren auch die entsetzten Gesichter der ‘Dicken’, die betroffen mit dem Kopf geschüttelt haben, als er seine Geschichte erzählte (erst ganz gegen Ende). Also ich fand es jedenfalls interessant und falls du es dir auch gerne anschauen möchtest, hier habe ich gerade nach dem Link gesucht und gefunden
    http://www.swr.de/nachtcafe/-/id=200198/did=7813230/pv=video/nid=200198/17hgyfg/index.html.
    Ich hoffe es funktioniert.
    Ja und da dachte ich, dass ich nun doch mal wieder bei dir reinschauen muss und da lese ich deinen neuen Post.
    Bei mir ist es gerade auch wieder komplett eingebrochen (nochmal, ich weiß, ich war nie davon weg). So wie du gesagt hattest, ich gebe mir keine wirkliche Mühe es zu lassen. Nein ich kann nicht behaupten, dass ich mich in letzter Zeit besonders angestrengt hätte. Im Gegenteil. Heute gab es wieder mal einen geplanten Fressanfall. Ich dachte, dass wenn ich schon anders aus der Misere nicht rauskomme, es wieder auf diesem Weg versuche. Und zwar, dass ich mich so dermaßen überfresse, mit alldem, auf das ich schon seit Wochen Heißhunger habe, dass ich davon dann erstmal wieder genug habe. Zumindest heute Abend hatte ich ‘danach’ keinen Hunger mehr auf besonders Fettiges oder auf Süßes, was an den Tagen davor so extrem war, dass ich schon wieder davon geträumt hatte und die Gedanken meinen Tag bestimmt haben. Ich weiß, dass das keine Lösung ist, aber es musste einfach sein. Es hat mich wahnsinnig gemacht!
    Ich hatte davor wirklich versucht mich gesund zu ernähren und bewusst. Ich hatte sogar Nachmittags etwas (nicht viel) gegessen, ausser Haus natürlich. Aber abends zu Hause gings dann wieder los. Ich hatte ja nichts ‘ungesundes’ im Kühlschrank, absichtlich nicht. Aber selbst aus einer Schüssel Salat konnte ich eine Fressorgie basteln. Egal wo ich anfange, oben, unten, vorne, hinten, es bringt auf Dauer keinen Erfolg. Siehst du, ich wohne allein, ich hab keinen Freund, ich hab keine Beschäftigung. Ich mag nicht groß weggehen, weil das meist mit Essen verbunden ist. Ich treffe mich schon mit Freundinnen, aber ich habe irgendwo Hemmungen dahin zu gehen wo viele Leute sind, weil ich mich in meiner Haut unwohl fühle. Aber zu Hause sein, allein, ist auch Gift, das sagtest du. Ich glaube solange sich an meiner privaten Situation nichts ändert, kann auch ich nichts an meinem Essverhalten ändern. Zum Glück kam heute eine Zusage zu einem Bewerbungsgespräch nächste Woche und schon verziehen sich die Wolken.
    Aber ein paar Stunden später steh ich mit nem Teller Pommes in der Küche und fresse, OBWOHL es eine positive Nachricht gab. Trotzdem hoffe ich, dass sich die Gedanken, die ja nur noch ums Essen kreisen dann reduzieren, wenn ich dann vielleicht etwas sinnvolles tun kann. Es ist immerhin ein Lichtblick.
    Meine Strategie, mittags etwas Obst zu essen, ging nicht auf. Inzwischen habe ich wieder null Obst im Haus. Von einem Apfel oder zwei Bananen bekam ich jedesmal so einen Ranzen, dass der Tag damit schon versaut war. Also musste ich das loswerden und aß dann alles wild durcheinander, um alles zusammen anschließend wieder loszuwerden. Ja Obst ist gesund und es feuert den Stoffwechsel an (zumindest besser als gar nichts essen), aber es hat mir nichts gebracht, es hat alles nur noch schlimmer gemacht. Ich habe inzwischen das Gefühl, dass ich auch wirklich rein gar nichts mehr essen kann ohne dass mein Bauch sich so stark wölbt. Und ich kann das einfach nicht ertragen. Es ist ganz furchtbar dieses Gefühl. Kann mich dann auf nichts anderes mehr konzentrieren, bin unfähig etwas anderes zu tun, es gibt dann keine anderen Gefühle mehr. Mission Obst also gescheitert.
    Die letzten Tage hatte ich dieselben Gedanken wie du, diese Angst, dass man möglicherweise nie mehr normal leben kann. Und ich bin mir fast sicher, dass man das nicht mehr kann und nur mit viel Disziplin und Verzicht die Sache umgehen kann. Aus dem Kopf wird sie aber nie mehr verschwinden. Ich möchte nicht pessimistisch sein und jegliche Hoffnungen nehmen, aber ich denke ich bin einfach nur realistisch. Und diese Disziplin und Selbstkontrolle muss man erstmal aufbringen und sein weiteres Leben lang durchhalten. Das ist doch scheiße!
    Der junge Mann in der Talkrunde war ein ganzes Jahr in der Klinik, danach noch eine Zeit betreutes Wohnen und meinte, dass er nun wieder sein Leben leben kann und bezeichnete sich als gesund. Nur leider funktioniert das nicht bei jedem so ‘einfach’. Vor allem wäre es gar nicht machbar für jemanden der im Beruf steht oder gerade dabei ist Fuß zu fassen, für ein Jahr wegzubleiben.
    Es muss doch auch so gehen verdammt.
    Du hast deinen Beruf, du hast einen Freund und du wohnst sogar mit ihm zusammen und trotzdem kehrt es bei dir immer wieder. Also kann ich es nicht mal mehr darauf schieben, dass es mir so geht, weil ich all das momentan nicht habe. Es würde mir vielleicht am Anfang helfen ES zu reduzieren ja, das war ja schonmal so, aber ich glaube nicht dass ich es damit aus meinem Leben treiben könnte.
    Du sagst es ja selber, du kannst von deinem Freund nicht verlangen, dass er immer das Richtige tut, dich gleichzeitig kontrolliert und dich ermahnt und das mit Nachdruck, aber doch nur soviel, dass du nicht denkst, er würde dich nicht lieben. Du wünscht es dir, natürlich.
    Du weißt, dass das nicht möglich ist, schon drei Mal nicht für jemanden, der so etwas noch nie durchgemacht hat.
    Manchmal frag ich mich, ob es leichter wäre, wenn ich einen Freund hätte oder ob es dem Problem nochmal eins draufsetzen würde. Denn eine Beziehung muss schon sehr stark sein, um diese Krankheit zu überleben. Ich bin alleine, ich muss mich den Konflikten nicht stellen, die sich daraus ergeben, habe keinen Streit mit jemandem deswegen. Daher denke ich, dass dich dies zusätzlich belastet. Andererseits hättest du deinen Freund nicht, würdest du vielleicht total untergehen, weil er ja doch irgendwo noch eine Kontrolle darstellt und du der Sache doch nicht so freien Lauf lassen könntest wie ich das kann.
    Oh man alles was du schreibst kann ich so gut nachvollziehen, es macht mich so traurig. Vor allem fühl ich mich völlig hilflos, weil ich dir keinen Tip geben kann wie du da rauskommst oder was du besser machen könntest. Du siehst ja, ich kann bisher nichts Positives berichten und man könnte schon meinen, ich suhle mich gerne darin, dass ich es nicht schaffe, weil ich es nicht versuche. Aber glaube mir, ich leide mindestens genauso und versuchen tue ich es nach wie vor. Es ist so ein elendes nicht vorankommen, wie im Treibsand stecken eben und rudern und rudern, mal mehr mal weniger und nicht rauskommen.
    Ich habe es (schon vor zwei Wochen) endlich mal einer guten Freundin von mir geschrieben.
    Also die komplette Geschichte, wie es angefangen hatte und wie es mir damit in den ganzen Jahren ergangen ist mit allem was dazugehört. Und sie meinte, dass das nun vieles an meinem Verhalten erklärt. Dass ich selten ans Telefon bin z.B. oder oft eine Ausrede gefunden hatte nicht wegzugehen oder dass mein Kühlschrank immer komplett leer war, wenn sie zu Besuch war und ich sehr verschlossen bin und still usw. Sie konnte es ja nicht ahnen. Ja es tat gut, ihr das mal so breitzulegen, aber es bringt mich ja doch nicht davon weg. Sie kontrolliert mich nicht, sie steht nicht neben mir am Kühlschrank und haut mir auf die Finger. Im Grunde bräuchte man einen all-time Babysitter, der jede Sekunde neben einem ist und aufpasst, dass man nichts falsches kauft, nicht zur falschen Zeit auf falsche Essgedanken kommt, nicht diesen Bissen zuviel nimmt, der alles ins Rollen bringt, usw… So etwas wie einen Esstörungs-Schutzengel.
    Aber immerhin, sie hat mich nicht verurteilt, sie hat wirklich versucht es zu verstehen. Sie meinte dann auch, dass das täglich ja ein wahnsinns Organisationsaufwand sein muss, allein schon mit den ständigen Gedanken an Essen und dann das ganze in den Tag mit einkalkulieren. Da wusste ich, sie versteht es. Bei ihr ist es eben andersrum, was nicht heißt, dass sie darunter weniger leidet. Sie möchte zunehmen, kann aber nichts essen. Sie ist normalgewichtig, findet sich aber oft zu dünn. Ich weiß, das hört sich toll an, ich bin auch oft neidisch, dass sie nichts essen KANN, aber trotzdem ist es für sie auch ein großes Problem. Es sitzt eben im Kopf.
    Michi, ich versuche mal zu schlafen bzw ich schaue noch irgend ne Serie an.
    Ich weiß auch nicht weiter. Aber ich melde mich bald wieder, versprochen!
    Halt die Ohren steif!
    Alles Liebe,
    Gina
  4. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Hi ihr zwei, schön von euch zu hören. Elli du scheinst momentan auf einem super Weg zu sein. Es ist schön zu lesen, wie es bei dir gerade ist und gibt mir Mut. Du sprichst genau die Widersprüche an, die mir täglich durch den Kopf gehen. Und Gina, ohje. MAAAAAAAN das hört sich nicht gut an, gar nicht. Das Video schau ich mir gleich mal an, ich weiß, was du meinst. Ich höre gerne anderen zu, die mir aus der Seele sprechen, weil egal, ob man das alles weiß, es ist interessant und schön, es von anderen zu hören. Das mit dem Bewerbungsgespräch klingt toll. Ich drück dir ganz fest die Daumen [​IMG] Ok, Mission Obst ist gescheitert, sorry. Aber wie wäre es mit Gemüse, vielleicht ein bisschen Rohkost, erstmal kalt und später warmes Gemüse. Das liegt vielleicht besser im Magen? Deine Freundin ist dann magersüchtig oder kann sie aus einem anderen Grund nichts essen? Sie findet sich zu dünn, aber kann nichts essen. Ich glaube das kenne ich nicht und habe ich noch n icht gehört … Klingt auch nicht nach Magersucht … Ich will so sehr daraus, so wie du und ich hasse jeden Rückfall, ich mag nicht mehr, aber dennoch weiß ich ja, dass ich selbst am HEbel sitze und dafür verantwortlich bin. Ich könnte es ja “einfach lassen”.
    Alles Liebe