34. Woche – “Wie übergebe ich mich am besten?”

Dieses Thema im Forum 'Bulimie Blog' wurde von Michi gestartet, 5 Juni 2011.

  1. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Ich mag nicht mehr. Es war gestern schon wieder. D. h. es ist im Schnitt wieder einmal in der Woche, was schnell mehr werden kann. Der Grund liegt klar auf der Hand: Ich fühle mich dick und bin total unzufrieden mit meinem Gewicht, mir passen alte Hosen wieder und ich möchte wenigsten zwei Kilo weniger haben. Ich packe es aber nicht, weniger zu essen und die Kilos wollen nicht mehr runter.
    Mit jedem Bissen Kalorien hasse ich es mehr, dass ich so schwach bin und nicht aufhören kann zu essen, was soweit führt, dass ich mich dann übergebe, nachdem ich mehr gegessen habe.
    Ist irgendwie klar: Meine ganze Unzufriedenheit, meine Wut auf mein Gewicht und mein geringes Durchhaltevermögen, was weniger Essen angeht und die Lust Leckeres zu essen, führen mich wieder direkt in die Krankheit rein.
    Und seitdem:
    Ich fühle mich wieder total antriebslos und launisch. Bin einfach mies darauf. Ich habe immer noch das alte Problem: Zu viel Gewicht, zu wenig Essen und dennoch Übergeben. Ein Horror schlecht hin, weswegen ich sehr deprimiert, fertig und traurig bin. Ein pures Chaos an negativen Dingen. Ich hasse es und weiß nicht mehr, wie ich da wieder rauskommen soll. Ich hasse diese Krankheit und dass ich dareingerutscht bin.
    Ich habe im Internet Artikel gelesen von Mädchen, die sich Rat einholen, wie man Bulimie oder Magersucht bekommt. Sind die noch kränker???? Sie wollen abnehmen, aber packen es nicht sich zu übergeben und wollen Tipps. Maaaaaaan ihr wisst nicht, was ich da für einen Scheiß redet. Jeder, der es nicht hat, sollte ich glücklich schätzen, weil man es nie wieder los bekommt, bzw. einen Kampf gehen muss, der einen schwächt, der einem all seine Kraft und seinen Lebensmut nimmt und man nicht mehr viel hat im Leben außer die Krankheit. Die sind doch alles bescheuert. Sorry, dass ich mich mal aufregen musste, aber die spinnen. Hätte nicht gedacht, dass es solche Personen gibt. Bitte lasst es und seid froh, dass ihr gesund seit. Kennt ihr nicht den Spruch, dass man einem Gesundheit wünscht. Ich mach mich selbst kaputt, aber kann es nicht lassen. Ich kann nicht und jeder, der es noch kann, soll sich glücklich schätzen und feiern gehn [​IMG]
  2. maxine

    maxine Guest

    huhu michi [​IMG]
    da bin ich auch mal wieder [​IMG] …also erstmal tut es mir leid ,dass es dir wieder schlechter geht…naja leid tun sich iwie blöd an, aber du weisst hoffentlich wie ich das meine…
    und ich versteh dich sehr gut…bei mir läuft auch einiges zurzeit suboptimal..:(
    ich frage mich auch immer hört es jen auf? ist es wie ein schrecklicher alptraum…und wir wachen iwann auf!?…oder ist es ein Schrecken ohne ende…es ist einfach so schwer…und zerrt unheimlich an den Kräften…z.B diese 2 Kilos ,die du wieder loswerden willst…warum ist das so wichtig…andere sehen diese 2 Kilo sicherlich nicht mal…und bei uns führt es dazu….,dass wir uns am liebsten vor allen verstecken würden…bis die zwei kilo wieder weg sind…ja dann bin ich wieder ein ganz anderer mensch oder wie…natürlich nicht…und ich weiss einfach nicht warum verdammt nochmal wir uns von solchen gedanken/gefühlen kapuut machen obwohl wir es doch eig besser wissen…o man.!
    o jee ich trau mich schon kaum ,,das zu schreiben^^:…aber mit diesen mädchen die du angesprochen hast, JETZT versteh ich das total das dich das sauer macht und aufregt..
    aber ganz ehrlich ich war auch mal so…wollte kotzen ,es ging auch erst nich und so bis es monate später dann doch mal ging und ich FREUTE MICH! allen ernstens..wie dumm.. und dachte…mir hey…ich hör doch wieder auf.,..nur bischen abnehmne…dann hör ich auf..dann bin ich glücklich….pustekuchen!…
    ich seh das nich mehr so eng, wenn du zurückdenkst ich glaube keiner von uns wusste
    wie die krankheit “wirklich” ist….na klar ,wusste ich das es meinem körper auf dauer nich so gut tut..aber ich würde ja ganz sicherlich wieder aufhörn…nur leider schief gelaufen…damals…und diese mädchen…wissen nicht dass man diese gefühle die sich mit der zeit immer stärker entwickeln und dein innerstes zerfressen..einfach abschalten kann…die sind warscheinlich auch einfach verzweifelt ..haben FAs ;villt nocht nich so ne wie wir…aber essen zu viel und sind unglücklich mit ihrem körper, eig mit ihrem leben und meinen..dann o wenn dann das kotzen endlich klappen würde..dann würde ich dünn werden und alles gut…und suchen dannn tipps…wie die Bulimie wirklich ist und aus einem macht werden sie erst erfahren wenn es zu spät ist…und ich hoffe für jeden von ihnen ,dass sie es doch nicht soweit kommen lassen….tun mir leid…
    aber ich glaube,dich ärgert es so weil du eben in der krankheit steckst und weisst wie schlimm sie ist und hast tagtäglich damit zu kämpfen….und kannst es halt nich galuben ,dass sich jdm ,dass freiwllig antun will…aber die es “freiwilliIg” beginnen,wissen ja noch nicht wie es enden wird…..;(
    soo…ich kann dir auch nicht wirklich helfen,ich weiss, bin ja nich wirklich besser,…aber an mir und den anderen hier weisst du zumindest ,dass du nich allein bist….
    ich hoffe es wird iwann besser…manchmal denlich mir es ist eine illusion es wird nie wirklich besser…aber was soll ich machen ?!…
    wer nicht kämpft ,hat schon verloren.
    lg
    maxine
  3. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Hi Maxine, du hast so Recht. Natürlich machen mich so Sprüche wütend. Aber die Mädchen wissen eben nicht, was sie sich antun. Wie sie alles kaputt machen. Sie freuen sich, wie ja auch du, über das Übergeben, also das es klappt und merken nicht, worin sie reinrutschen und dass sie damit einen ewigen Kampf anfangen. Weil irgendwann, spätestens kurz bevor man sich wahrscheinlich zu Tode kotz, wir man es bereuen,, also wenn es schon zu spät ist. Oder man bereut es jetzt schon, aber packt es nicht und muss jeden Tag immer wieder kämpfen und Niederlagen hinnehmen, die einen auffressen und zum Verzweifeln bringen. Klar, man denkt am Anfang man hat es im Griff, man denkt man kann ja jederzeit aufhören, man weiß ja noch nicht, was einen erwartet … Und bis man es weiß, dass die Krankheit einen beherrscht und nicht umgedreht dauert es. Ich denke immer noch, naja, ich könnte es ja lassen, aber irgendwie geht es nicht. Die geistige, aber ich denke auch körperlich Abhängigkeit ist zu groß, da es eben doch eine Sucht ist, mit der nicht zu spaßen ist. Wie geht es dir gerade, Maxine? Habe gerade gar keine Ahnung, wie es bei dir so läuft. Ich bin einfach nur erschöpft …. und lasse immer mal wieder den Kopf hängen, weil ich nicht mehr kann.
    Alles Liebe
  4. maxine

    maxine Guest

    heey michi [​IMG]
    ja ich versteh das alles sehr gut…egal was andere sagen…am meisten regt es mich z:B auf;wenn die leute die krankeit als “phase” abtun…es ist nicht nur eine “phase” die man als tennager durchmacht und wenn man älter wird..hört man mit dem “schwachsinn” wieder auf. oder so…aber naja ich sollte mich nicht ärgern die leute wissen es halt nicht besser…und da ist man wieder an dem punkt….voher beschäftigt man sich ja als “gesunder” nicht so intensiv mit esstörungen…greift villt. hier und da mal im fernsehen iwelche klischees auf und das wars…und deshalb kommen so vorurteile /kommentare/naive unwissenheit…naja
    lieb das du fragst… also ich will diese krankheit sooo sehr hinter mir lassen….ich mach auch eine therapie…nicht die erste….aber das ist für mich nur so als ob ich über das wetter plaudern würde…..was da wirklich in einen vorgeht…kann meiner meinung auch iein therapeut nicht nachempfinden/verstehen….sofern er es nicht selbst erlebt hat…die haben auch nur ihre bücher auswendig gelernt..und meinen zu wissen wie allles bei jedem ist…aber okee…sie versuchen nur zu helfen….dennoch bin ich der meinung nur man selbst kann sich retten…
    und ich war schon auf so einem guten weg…die letzten monate lief das mit dem essen eig “gut”…naja zumindest hinsichtlich erbrechen…und ich war echt motiviert…ja ich dachte jetzt oder nie…ich schaffs diesmal.!..doch in letzter zeit; sprich die letzten wochen…ist es wieder sehr schlimm…und das macht einen fertig…man denkt wieso? …wieso muss jetzt alles wieder schief gehen…und verliert die hoffnung…das man die krankheit endgültig loslassen kann…wie du sagtest es ist einen seelische und körpliche abhängigkeit….
    dennoch bin ich inzwischen soweit,dass ich trotzdem es weiter “versuche” gesund zu werden..früher wenn es mal nicht geklappt hat..hab ich mir ein geredet,…ach jetz is egal jetz kannst auch weiter machen…deine gesundheit is eh schon ruiniert….aber das leben ist echt zu kurz um es noch mehr zu verkürzen indem man sich so kaputt macht…
    ich weiss ,das ich es will, ich will wirklich mein leben geniessen können…irgendgwann..hoffentlich! =)
    wünsche dir auch ganz; ganz viel kraft zum weitermachen!
    lg
    maxine
  5. gina

    gina Guest

    Damals, als ich mich noch in der ‘Magersucht-Phase’ befand, hab ich zugegebenermaßen auch nach passenden Foren gesucht, ich empfand jeden Tip bezüglich besseren Erbechens als willkommen.
    Darum kann ich es den Mädels gar nicht mal verübeln, dass sie nach guten ‘Brech-Methoden’ fragen. Ich meine hättet ihr denn damit erst gar nicht angefangen, wenn euch jemand gesagt hätte, dass ihr damit eure Leben auf lange Zeit und vielleicht für immer kaputt macht, eure Gesundheit, euer Sozialleben, alles eben?? Es gibt da sichere unterschiedliche Typen, aber ich bin leider jemand, der nicht auf so etwas hört bis er sich selber die Finger verbrennt. Natürlich denke ich inzwischen über gewisse Foren anders und würde diesen Mädels gerne den Kopf waschen. Davon abbringen wird man keine Einzige. Selbst wenn man ihnen die gesundheitlichen Risiken vor Augen halten würde. Sie würden auch nur denken, von den paar Mal wird nichts passieren, bis es ein paar Jahre sind und dann merken sie es erst selbst, vielleicht wenn der erste Zahn abkracht, die Nierentätigkeit eingeschränkt ist, sie schlechte Haut bekommen oder Herzprobleme haben und dann ist es schon recht spät um überhaupt wieder davon loszukommen.
    Verurteilen sollte man sie also nicht, sie tun mir eher leid. Helfen kann man aber auch nicht, denn sie werden nicht auf einen hören.
    Manchmal wenn ich durch die Stadt laufe, frage ich mich, ob dieses oder jenes Mädel auch Probleme dergleichen hat. Man sieht es ‘uns’ schließlich nicht an. Wir sehen ganz normal aus, nicht besonders dünn oder schlecht und es redet ja auch keiner darüber. Dann reicht ein Blick in ein Bulimie Forum und man staunt wieviele Mädels davon betroffen sind. Viel zu viele.
    Sind die Medien schuld? Bzw die Modeindustrie? Stichwort Magerwahn? Als es bei mir anfing, das war ca. 1998. Bin mir gar nicht mehr bewusst, was da in der Modewelt gerade ‘In’ war. Aber mit 15/16 hatte ich mich da auch noch nicht so dafür interessiert, da war ich nur mit Hunden unterwegs und statt der Vogue oder der Elle, kaufte ich mir ‘Ein Herz für Tiere’ oder eben Hundemagazine. Das waren eben noch andere Zeiten. Bei mir kam es also nicht davon. Umso schwerer muss es die jetzige Jugend haben, jetzt wo der Magerwahnsinn unendliche Ausmaße angenommen hat.
    Der Witz ist, wenn ich z.B. einkaufen bin und vor mir eine fette Frau an der Kasse steht mit einem Hintern, der kaum zwischen Kasse 1 und Kasse 2 passt, da denke ich immer angewidert ‘oh gott wie eklig, wie kann man es nur so weit kommen lassen, die Frau hat eben absolut null Selbstdisziplin’. Dabei bin eigentlich ich diejenige ohne Selbstdisziplin, ich esse auch so gerne-nur mit dem Unterschied, dass ich es wieder auskotze. Toll!
    Weiß nicht wer von beiden da besser dasteht.
    ich würde gerne alles rückgängig machen
  6. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Du hast vollkommen Recht, mit dem was du sagst. Ich will sie auch gar nicht verurteilen, aber es ist so schlimm zu lesen und man wäre gerne an ihrer Stelle und würde gleich sagen: Nein Danke. Ich geb mein Leben nicht auf, ich bin doch nicht so blöd und mach mir alles, mein Leben, meine Kontakte, meine Gesundheit kaputt. Ich wäre gerne an ihrer Stelle, aber ich weiß, dann hätte ich den Blick dafür nicht, was passiert und würde ja nicht wissen, was es heißt Bulimikerin zu werden. Ein endloser Kampf und ein abhängiges Leben …
  7. maxine

    maxine Guest

    hallo gina =)
    will nur kurz was zum letzten absatz sagen mit der dicken frau, weil du hast es wirklich gut auf den punkt gebracht,was ich auch oft denke.
    einerseits hab ich ein total schlechtes gewissen, wenn ich gerad so jdm, sehe und denke,boahh man muss auch iwann die notbremse ziehen, sonst geht man auf wie ein hefeteig….aber dann versuch ich mich zu erinnern,dass sie halt dickere leute auch probleme haben…villt.eben ne esssucht…sie auch ihre probleme mit esssen” betäuben”…nur eben wie du sagtest nicht kotzen…un ja eig sind sie die disziplinierten…..weil sie die konsequenzen ihren handelns /essens tragen…und dann leider dem entprechend aussehen…
    und nochwas das ist mir in dem zusammenhang grad wieder eingefallen, ich habe eine freundin die MS ist ,okee ich hatte ganz am anfang auch eine kurze ms.phase, aber die is schon lange vorbei,…jedenfalls meinte sie mal zu mir,..
    ..” Ganz ehrlich.das ist total scheisse was ihr macht.so unfair.ihr fresst euch voll und kotzt wieder…entweder sollte man die disziplin haben richtig zu hungern oder es sein lassen, weil das is ja so unfair wir quälen uns hier ab…und ertragen den hunger und Ihr “betrügt” sozusagen die ganze zeit…”
    also das hatte gesessen wusste dann auch nicht was ich sagen sollte…naja
    okee…alles liebe euch =)
  8. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Was du darauf sagen solltest. Sorry, aber ich bin so dumm und bescheuert. Weil wir machen uns total kaputt, wie werden kein langes Leben mehr haben, je nachdem wie lange und intensiv wir es machen. Was ist besser? Zu hungern und krank zu sein, zu essen und zu kotzen und krank zu sein, oder sich zuzufressen und es zu behalten und krank zu sein, weil das wohl auch stark auf die Gesundheit geht. Ich denke unfair ist da gar nichts, bescheuert und krank sind wir leider alle. Wir können nur neidisch sein, auf die die Sport machen, sich beim Essen ein wenig und angemessen zurückhalten, sich aber auch etwas gönnen und normal aussehen. Alle Krankheiten sollte man wohl nicht vergleichen, weil keine besser, oder schlechter oder UNFAIRER ist. Die hat wohl keine Ahnung, dass wir daran total kaputt gehen und es evtl. auch nicht wollen (wobei es viele gibt, die es auch noch wollen), aber wir können nicht anders. Es ist nicht so, dass man einfach aufhören kann und das kapiert die wohl nicht. Es ist auch ein Sucht und ich würde gerne sofort aufhören, aber ich KANN ES NICHT. Die “Dicke” wird dafür wahrscheinlich länger leben, falls wir immer weiter machen, aber wenn nicht, kann sie ja auch das kotzen anfangen. Furchtbar, also sowas macht mich wütend, weil der Preis, den ich gerade bezahle, den will ich nicht bezahlen, aber ich kann es nicht ändern. Der Preis ist zu hoch und das bedenkt sie wohl nicht, wenn sie solche unüberlegten Sätze zu einer Kranken sagt – geistig wie körperlich krank. Auch wir leiden und man sollte sensibilisiert dafür sein, ich würde so jemanden auch nicht dumm anmachen …
  9. gina

    gina Guest

    Ja, das eine ist nicht besser wie das andere oder einfacher oder schwerer.
    Jede dieser Esstörungen hat ihre eigenen Eigenschaften und bringt ihre Probleme mit sich, jeder leidet anders darunter, aber leiden tun alle, die damit Schwierigkeiten haben.
    Ich kenne ja nun (leider) auch zwei Seiten davon, habe sie selber durchlebt, genau wie ihr auch. Das Kuriose ist (also zumindest war es bei mir damals so), als ich in der Magersuchtphase steckte, da hungerte ich und ich tat es gerne. Irgendwie zu hungern, zu leiden, sich alles Gute selbst zu verbieten. Ich kann mich erinnern, dass ich andere, die neben mir normal gegessen haben teilweise angewidert betrachtet habe. Ich fand es unästhetisch, wenn sich jemand über Essen hergemacht hat. Ich war stolz auf mich, denn ich war anders, ich konnte mich zügeln und die anderen waren alle so maßlos. Aber dann kam eben die anfängliche Bulimiephase wo es dann umschwenkte, weil ich mich für einen Moment dann irgendwann doch nicht im Griff hatte und für meine Verhältnisse viel zu viel gegessen hatte und dann fand ich den Trick mit dem Erbrechen heraus und von da an machte Hungern keinen Spaß mehr, da machte das sich vollfressen Spaß und man musste ja keine Angst haben dich zu werden, denn man konnte es danach wieder entsorgen. Wie gesagt, ab da machte Hungern und Verzichten keinen Spaß mehr.
    In eine essgestörte Person, die auch so gerne isst und 200 kilo wiegt, kann ich mich allerdings nicht hineinversetzen. Man fragt sich aber auch wie es so weit kommen konnte, denn schließlich wiegt man nicht von heute auf morgen so viel wie eine Kuh. Da denk ich auch, warum kotzen die das Essen nicht einfach wieder raus. Aber Erbrechen kommt bei diesen Leuten wohl erst gar nicht in Frage, denn sonst könnten sich alle Dicken ihre Diäten sparen, müssten nicht mal verzichten, sondern könnten ab heute alles auskotzen und würden prima abnehmen. Ob sie es aus gesundheitsbewusstsein nich tun? Kaum denkbar eigentlich, denn wären sie so gesundheitsbewusst, würden sie weniger und gesnder ernähren, um ihre Gesundheit nicht durch ihre Übergewicht zu zerstören. Da macht man eben wieder andere Sachen kaputt (Gelenke, Knochen, Herz, Leber).
    Und warum man als Magersüchtige neidisch auf Bulimiekranke ist kann ich auch nicht nachvollziehen. Wir stecken doch alle in derselben Scheiße, so oder so. Genau, die einzigen auf die wir neidisch sein müssen, sind die die sich normal und ausgewogen ernähren und etwaige Überpfunde mit Sport ausgleichen. Wie gesagt mein Ex Freund war auch immer jemand der gerne gegessen hat und er war immer unzufrieden mit seinem Gewicht, konnte aber das Essen trotzdem nicht lassen. Und jetzt geht er jeden Abend direkt nach der Arbeit ins Fitnesstudio, macht am Wochenende nur Sport (Joggen, Biken) und achtet auf seine Ernährung. Er meinte, er würde auch lieber nichts dergleichen tun. Er tut es nicht weil es ihm so riesigen Spaß macht, er tut es für seinen Körper. Vor sowas habe ich riesigen Respekt und ihn beneide ich um seine Disziplin und den eisernen Willen.
    Essen ist ja eigentlich was Gutes und doch ist es so ein Teufelszeug.
  10. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Hi Gina, aber du musst aufpassen, weil durchs Kotzen nimmt man ja nicht ab. Man hält sein Gewicht oder nimmt eher zu, da du ja Momenten hast, in denen sich dein Körper die Nahrung “krallen” kann und je nachdem wie lange ein Anfall dauert dementsprechend viel oder wenn es ein paar Mal am Tag passiert, hat man auch 5 Mahlzeiten, weswegen man ja nicht abnimmt. Klar, wenn man nach 5 Minuten alles erbricht und zwar alles so schnell es geht, dann vielleicht, aber man isst ja auch manchmal was und die Gelegenheit ist nicht sofort gegeben usw. Und man isst ja gerne viel, also kann man sich manchmal nicht zügeln und legt es darauf an, obwohl man noch nicht genau weiß, wo und wie man es wieder herauskotzen kann. Ich war da schon an sämtlichen Orten und log, dass sich die Balken gebogen haben. Und wenn jemand so fett ist, der muss seinem Körper erstmal alles Süße verweigern, da er denke ich sonst nie die Kilos runterbekommt. ich glaube auch, manche Menschen packen es nicht sich zu übergeben, was ja in der Hinsicht gut ist. Und zu deinem Freund: Gut ist das auch nicht. Sport sollte einem schon Spaß machen. Ich hatte auch eine Phase, in der ich Sport machen musste. Ein Tag ohne Sport war ein schlechter Tag und das ist auch ein unheimlicher Zwang, mit dem es sich nicht gut leben lässt … Jetzt mache ich selten Sport, will aber wieder anfangen, aber bloß nicht, dass es wieder ein Zwang wird, weil das macht keinen Spaß. Ich denke immer, man sollte Sport so weit machen, wie es einem noch gefällt. Und zu viel geht auch auf die Gelenke … Es ist eigentlich alles schlimm, was übertrieben ist und alles super, was in Maßen ist. Das ist denke ich die wichtigste und beste Regel. [​IMG]