32. Woche – beim Essen komme ich mir beobachtet vor

Dieses Thema im Forum 'Bulimie Blog' wurde von Michi gestartet, 5 Juni 2011.

  1. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Seit dem letzten Mal an einem Dienstag, also morgen vor zwei Wochen, war es nicht mehr. Meiner Meinung nach wiege ich selbstverständlich noch zu viel, aber das wird sich wohl nie ändern. Auch wenn ich wieder 1-2 kg weniger wiegen würde, würde ich wahrscheinlich weiter abnehmen wollen. Auch in der Phase, in der ich so krasses Untergewicht hatte, fühlte ich mich noch zu dick.
    Ich bin ein bisschen krank. D. h. ich habe Schnupfen und Halsweh. Das ist manchmal gut, weil einem der Hals so weh tut, dass es einem vom Übergeben abhält, andererseits auch schlecht, weil mir geht es dann eh schon schlecht und dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich es tue, weil ich mich beschissen fühle, größer.
    Eigentlich wollte ich ja mal was anderes ansprechen. Ich fühle mich immer beim Essen beobachtet. Ich denke jeder starrt mich an und wenn ich mit mehreren am Tisch sitze und esse, habe ich das Gefühl, dass jeder genau darauf achtet, was ich wann und wie viel ich esse. Wahrscheinlich schauen mir gar nicht so viele zu und achten darauf. Die meisten Menschen denken ja nicht mal mehr darüber nach. Nur ich selbst weiß genau, was jeder und wie viel jeder isst. Deswegen habe ich wahrscheinlich das Gefühl, dass es jeder auch von mir weiß. Nur die Gesunden habe gar nicht die Nerven oder die Zeit danach zu schauen. Sie beteiligen sich lieber an Gesprächen und sind darin vertieft und bekommen das, was wir Kranke als einzige im Kopf haben, das Essen nur nebensächlich mit bzw. nur in dem nötigen Maße des Genusses.
    Tja, deswegen bemerkt man als Kranke auch sehr häufig, wer noch mit dem Essen Probleme hat, was den Gesunden gar nicht auffällt. Meschen, die sehr dünn sind, aber auf einer Party sehr viel essen oder Menschen, die nichts essen, gehören oft dazu, obwohl man es nie verallgemeinern kann. Ich denke sogar langsam, dass wir sehr viel denken und stets überfordert sind. Ständig alles zu berechnen, wie viel oder überhaupt ob viel oder wenig Kalorien etwas hat, wie viel man heute schon gegessen hat, wie viel man noch essen darf, dass es nicht zu viel ist, anstatt auf seinen Körper zu hören, jedes Gericht nicht nur danach zu beurteilen, ob man es gerne essen würde, sondern ob man es essen darf, kostet sehr viele Energien und Gedanken, weswegen wir langer in einer Karte stöbern können bis wir das Richtige gefunden haben.
    Die Krankheit ist einfach anstrengend in so vielerlei Hinsicht, es kostet immer Kraft und man kann sich nicht auf die schönen und wichtigen Dinge im Leben konzentrieren, da man innerlich sehr hart arbeitet und geistig schon bereits voll involviert ist.
  2. Maxine

    Maxine Guest

    Liebe Michi..
    das ist doch schon mal toll.,dass du es 2 wochen geschafft hast….=)…..ich weiss man denkt bei sowas immer,ja toll wenn ich morgen den nächsten Anfall habe,dannis eh egal,dann waren diese zwei Wochen wieder ganz umsonst….aber so ist es nicht, in diesen zwei wochen,hast du deinem körper schon geholfen…
    aber was ich eig ansprechen wollte….dieses “Beobachtet fühlen”….ich hasse es ! ich musste fast schon ein wenig schmunzeln als ichs gelesen hab( hoffe du verstehst das jetz nich falsch..),weil ich mich in deinen worten soo wiedererkannt hab und sehr vielen andern ESlern geht es bestimmt genauso…aber du hast ja schon völlig richtig, erkannt WIR sind die ,die die anderen beobachten ,ja fast schon wie einen spannenden film schaue ich die leute beim essen…und deshalb denke ich ,dass sie es auch tun..was natürlich völliger unsinn ist, niemanden interssiert es ob jemand drei kleine scheiben tomate auf sein brot legt oder zwei…nur ich achte da so akribisch darauf…und mach mich damit verrückt….
    und deshalb erkennen wir auch schnell,wie du sagtest, bzw schöpfen verdacht, wenn noch jemand “Das essen mit andern augen sieht” [​IMG] ….und das stimmt so! schon mehrere male bei freundinnen wo keiner was geahnt hat, also auch gewicht unauffällig etc., hab ich wenn ich sie öfters hab essen sehen..immer den verdacht gehabt,da stimmt was nicht und hab aber gleichzeitig gedacht,nein,du redest es dir nur ein,nur weil deine gedabken so von der krankheit bestzet sind ,steigerst dich so rein und denkst alle sind so wie du….am ende hat sichs dann bestätigt und zwei sind in die klinik…
    also auch wenn das jetz komisch klingt, aber ich finde, Essgestörte haben diese Aura, die man nur als auch ESler spürt, ich weiss nich ob es diese huschenden musternden Blicke sind:…aber iwas ist da..
    naja…auf jeden fall hoffe ich,dass wir alle iwann diese kranken Gedanken ablegen können und unsere Energie zum Leben verwenden…ja ich wünsch es allen von ganzem herzen!
    Maxine =)
  3. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Liebe Maxine,
    hey du hast es genau auf den Punkt getroffen. Das, was du schreibst entspricht ziemlich genau der Wahrheit und dem, was ich erlebe. Ich denke mir oft, wenn ich vermute, dass andere auch bzgl. des Essverhaltens gestört sind, dass ich mich evtl. irre und ich die Krankheit nur so krass im Kopf habe, dass ich stets daran denken muss und sehr oft auch deswegen vermute, wer noch mit dem Essen Probleme haben könnte. Ich habe Angst, dass ich es vielen Gesunden “anhänge”, weil es gibt ja auch durchaus dünne Menschen, die essen sehr viel oder eben sehr wenig, weil sie keinen Hunger haben oder es gibt Menschen, die essen einfach mal viel mal wenig. Ich verbinde es immer sofort damit. Natürlich bestätigt es sich oft. Ich kenne sehr viele, bei denen ich heute weiß, dass sie auch essgestört sind. Aber ich denke, man sollte immer vorsichtig sein, wenn man es bei jemandem vermutet, da er evtl. auch total gesund sein kann. Ich versuche einfach aufzupassen, dass ich nicht die Krankheit auf einen Menschen projiziere, der wirklich nichts damit zu tun hat. Aber es ist auch meistens so, dass wir dann erkennen und es uns auffällt, wenn es einem auch so geht. Andere denken ja überhaupt nicht darüber nach …
    Alles Liebe