31. Woche – Wiegen

Dieses Thema im Forum 'Bulimie Blog' wurde von Michi gestartet, 5 Juni 2011.

  1. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Ich hasse es. Ich wiege mich jeden Tag, eine zeitlang war meine Waage kaputt, da konnte ich mich nicht wiegen. Fand ich furchtbar, aber da wusste ich wenigstens nicht, wieviel ich täglich mehr wiege.
    Ich wiege in letzter Zeit immer so ein Kilo mehr als ich möchte. War zwar schlimm, aber ich hielt es gerade so aus – immer mit dem Gedanken jeden tag abzunehmen.
    Tja, und seit heute zwei Kilo.
    Und das haut mich von den Socken. Irgendwie ist dadurch der ganze Tag gelaufen und ich will nur noch abnehmen, aber nicht nichts essen, was ich gar nicht packe. Ich hasse jeden Bissen, den ich esse. Oh man, meine ganze Laune ist im Keller. Aber richtig [​IMG] Läuft natürlich wieder mal stark der Krankheit entgegen. Ich fühle mich deswegen total elend. Und das nur wegen dem Gewicht, der Hammer. Eigentlich lächerlich, kann wohl auch keiner verstehen.
    Ich sagte es meinem Freund, naja, stößt auch Unverständnis, klar. Was soll ich da dagegen tun? Ablenkung? Ich denke aber nur noch daran und habe auch eine Grund- schlechte Laune. Ich kann mich selbst nicht ausstehen, es ist bescheuert, aber es ist so, ich kann es nicht ändern.
  2. Elli

    Elli Guest

    Ich hab meine Waage schon sehr lange nicht betreten. Sie funktioniert und steht im Bad. Ich wollte erst eigentlich keine haben… Dann hab ich gemerkt, dass ich die Kontrolle brauche. Mittlerweile ist sie ein Gegenstand. Und mehr nicht. Sie ist mir egal. Ich habe zu meiner Nachttischlampe ein innigeres Verhältnis als zu meiner Waage. Ich habe aufgehört mich zu wiegen, weil es nur deprimiert. Nimmst du ab, freust du dich. Dann willst du mehr. Immer mehr Kilos müssen runter. Es wird nicht funktionieren und dann greifst du wieder zum Essen. Das ist ein Teufelskreis. Ich habe länger gebraucht um das zu erkennen. Jetzt steht sie rum und verstaubt. Und ich lasse die Staubschicht gerne darauf.
    Habe auch schon daran gedacht sie wegzugeben. Aber irgendwie fühle ich mich ihr erhaben. Und das ist ein gutes Gefühl!
    Gewicht sagt überhaupt nichts aus… DU musst dich wohl fühlen. Manchmal fühlt man sich super, dann steigt man auf die Waage und alles ist dahin. Das muss nicht sein. Tu sie am besten weg. Oder probiere sie nicht zu betreten. Das ist ein wichtiger Schritt. Ich habe das meiner Ärztin nicht geglaubt…aber sie hatte Recht!
    Es geht um dich und deine Einstellung zu deinem Körper. Du musst dich akzeptieren so wie du bist. Du musst lernen dich wieder zu lieben.. Ich bin mir sicher, dass du das schaffst.
    Mach dich nicht fertig wenn du mal wieder rückfällig wirst. Ich weiß, man ist dann erst recht dazu geneigt wieder und wieder und wieder in sich hinein zu fressen… Es ist doch egal. Jetzt habe ich meine kotzfreie Phase sowieso schon unterbrochen. Aber so ist das nicht..
    Lenk dich ab. Tu was anderes. Glaube mir, du brauchst das nicht. Niemand braucht diese Krankheit. Es gibt auch andere Wege.
    Ich kämpfe jeden Tag. Und ich weiß, es wird gut werden. Ich glaube daran.. Das erhält mir meine Kraft. Das bringt mich durch den Tag. Und wenn ich abends im Bett liege fühlt sich das gut an. Es ist schön zu fühlen, dass man nicht über der Toilette hängen muss.
    Ja, es fehlt mir. Ich würde zu gerne.. Aber ich gebe mir garnicht die Möglichkeit. Ich sage immer: Durchhalten. ….und irgendwann hast du vergessen warum du es überhaupt brauchst…
  3. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Es ist aber schwer sich nicht mehr darauf zu stellen. Ist ja super, dass es bei dir so gut läuft, echt schön. Ich weiß noch, früher, als ich noch gesund war, habe ich mich selten gewogen. Ich merkte höchstens an einer Jeans oder beim Klamotten einkaufen, dass ich zugenommen hatte. Ansonsten war es mir egal. Ich stellt mich nur dann mal auch die Waage und dachte, ok, jetzt musst du abnehmen und wenn ich es dann als versuchte, stellte ich mich häufiger darauf. Aber jetzt ist es der erste Schritt am Tag. Ich weiß, es ist wichtig, dass ich es lasse, aber ich will einfach nicht irgendwann erschrecken und total zugenommen haben, was wahrscheinlich schwachsinnig ist. Man nimmt ja auch nicht von heute auf morgen 10 kg zu. Trotzdem will ich ja gerade schon wieder unbedingt ein bis zwei Kilo weniger wiegen und deswegen werde ich es nicht lassen können … Bescheuert und wohl ziemlich hinderlich fürs Gesund Werden …
  4. Elli

    Elli Guest

    Dann tu sie weg. Du brauchst sie nicht um abzunehmen. Wie du sagst, du merkst es an deiner Kleidung. Und das Gefühl ist genauso schön. Die Kontrolle ist da. Aber anders. Gib sie weg!
  5. gina

    gina Guest

    Hallo Michi,
    ich habe mich heute den halben Tag durch dein Tagebuch gelesen. Auf deinen Blog bin ich durch einen Link auf bulimie.at gekommen. Deine Aussagen decken sich so unglaublich genau mit meinen Erfahrungen mit dieser Krankheit, die ich nun schon 14 Jahre lang mit mir herumschleppe und seit einem Vorfall gestern entschieden habe nun bewusst und hart dagegen anzukämpfen. Nicht, dass ich das nicht schon öfter versucht hätte und jedesmal gescheitert bin. Aber diesmal fühlt es sich anders an, was wohl auch daran liegt, dass ich zum ersten Mal meine Geschichte in dem Forum niedergeschrieben habe. Ausserdem schöpfte ich neue Hoffnung, weil ich gelesen habe, dass es einige tatsächlich geschafft haben. Auch wenn der Weg lang und schwer ist.
    Dass du es teilweise wochenlang am Stück geschafft hast, es nicht zu tun, lese ich mit Bewunderung. Auch bei mir gab es mal Phasen, in denen es plötzlich sogar monatelang völlig ohne die Fresserei/Kotzerei ging und ich weiß nicht mal warum es da geklappt hat und jetzt nicht.
    Wie gesagt, ich kann das alles so verdammt gut nachempfinden, was du fühlst, ich erkenne mich wieder, in fast allem…dass diese Sache den ganzen Tag bestimmt, dass man für nichts anderes mehr Zeit findet oder es auch gar nicht möchte, sich nur noch damit und nichts anderem beschäftigen möchte obwohl man es auch wiederum nicht möchte, dass es dein Leben bestimmt, deine Launen davon abhängig sind, die Laune je nach 1 Gramm nach oben oder unten zuviel umschlagen kann, man dann gereizt ist, andere, die man eigentlich liebt, anschnauzt oder eben pampig ist. Man will das doch gar nicht und dennoch ist es so als ob man sich von aussen zusehen muss und es nicht verhindern kann.
    Was die Sache mit dem ständigen Schritt auf die Waage angeht…ich rate dir dasselbe wie Elli, tu die Waage weg! Ganz weg! Ich habe schon lange keine mehr. Klar, gesund bin cih deshalb trotzdem nicht, aber es nimmt einem doch irgendwie ein bisschen Druck. Ich merke es ja an den Hosen z.B. ob ich zugenommen habe, dann schrillen bei mir die Alarmglocken. Wenn du dich auf die Waage stellst und sie zeigt dir 10 g zuviel an, dann ist der Tag gelaufen, die Laune im Arsch und du fängst vielleicht an zu fressen, weil du meinst das es nun eh egal ist. Aber wenn du keine Waage hast und es an den Klamotten abliest, dann würdest du die 10 g gar nicht bemerken. Keine Ahnung, also mir war es jedenfalls zu stressig mit der Waage und ich habe mich seit Jahren nicht mehr gewogen. Ich weiß deshalb auch gar nicht, was ich wiege, aber mir passen immernoch Hosen, die ich vor 10 Jahren getragen habe, also kann sich da nicht viel getan haben.
    Auch ich würde mich freuen, wenn wir uns regelmäßig schreiben könnten, da ich in deiner Geschichte bisher die meisten Parallelen gefunden habe und ich denke, dass man sich gegenseitig aus dem Schlamassel ziehen könnte. Wenn ich deine Zeilen lese, dann tust du mir so unendlich leid und merke dann, dass es mir ja genauso geht. Es tut vielleicht gut mit ‘Gleichgesinnten’ zu reden. Darüber mit ‘Gesunden’ zu reden habe ich aufgegeben.
    Ich würde dir dann meine ganze Geschichte erzählen. Du würdest dich darin auch oft wiederfinden glaube mir.
    meine email Adresse hast du ja jetzt, ich würde mich freuen!
    liebe grüße
  6. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Hi Gina, ich fand es super deine Worte gerade zu lesen. Scheint, als ob du ziemlich genau bescheid weiß, wie furchtbar und schlimm bzw. anstrengend und frustrierend das alles ist. Ich würde mich sehr gerne mit dir austauschen. Ich denke das würde wirklich helfen, da man sich gegenseitig versteht, weiß, was los ist und man sich so wahrscheinlich motivieren und unterstützen kann. Ich würde sehr gerne mit dir, auch der Monika, der Elli, etc. mehr reden/schreiben. Wenn ich nur jedem immer einzeln schreibe, werde ich es zeitlich nicht packen bzw. es dauert immer. Weil jedes Mal, wenn ich anfange zu schreiben, könnte ich den ganzen Tag weiterschreiben. Ich würde aber wahrscheinlich viel mehrmals erzählen müssen. Ich fänds fast schöner, wenn wir es in einem kleinen Kreis mal packen würden uns auszutauschen, so dass wir es lesen könnten. Ich kuck mal, was ich da hier machen kann. Ich hoffe ich schrecke dich und die anderen damit nicht ab. Die schlimmsten Dinge können wir uns ja privat schreiben, aber ich hoffe du und ihr versteht, was ich meine. Ich finde es schön, ein paar gefunden zu haben, denen ich mich wirklich gerne mehr anvertrauen würde. Viel hast du ja schon gelesen, wobei die Krankheit ja den ganzen Tag einnimmt (je nachdem wie schlimm man gerade mal wieder involviert ist), dass man wahrscheinlich nie alles erfassen kann. Dein Text hat mich gerade schon ziemlich aufgemuntert, man weiß man ist nicht alleine …
  7. gina

    gina Guest

    Hey Michi, klar verstehe ich, jedem einzeln zu schreiben würde wohl den ganzen Tag in Anspruch nehmen. Ich hoffe du kriegst es irgendwie bald hin hier so eine Art Mini-Forum zu schaffen, denn dann könnten wir uns da alle gegenseitig berichten. Wie gesagt, ich bin zwar seit vorgestern in diesem bulimie.at forum angemeldet, habe viele viele Beuträge seitdem durchgelesen, finde mich auch in einigen teilweise wieder, aber deine Geschichte deckt sich doch am meisten mit meiner. Ausserdem bist du ja auch gerade noch dabei da rauszukommen, von daher fände ich es schön wenn wir uns gegenseitig zu helfen versuchen würden. Am meisten hat mich gerade gefreut, dass dich mein comment etwas aufgemuntert hat. Nein, du bist nicht alleine damit!
    Damit ich die ganze Sache hier nicht reinkopieren möchte, weil es am Ende noch deinen Blog sprengen würde, hier ist der link zu meiner Geschichte in Kurzfassung. Ich hoffe ich darf das hier so verlinken, ansonsten lösch es einfach raus.
    http://www.bulimie.at/board4/viewtopic.php?f=5&t=7692751
    Also ich hoffe wir bleiben irgendwie in Kontakt.
    A propos, heute war mein zweiter Tag im Kampf gegen die B. Gestern habe ich es geschafft ohne FA und ohne Kotzerei durch den Tag zu kommen. Und heute war ich sogar etwas euphorisch, war bei meinen Eltern zum grillen, habe mich da sehr zusammengerissen, habe aber leider dann noch Fleisch mit nach Hause bekommen und Brot, Zaziki und was Süßes-großer Fehler. Habe mich bis vor einer Stunde ca. beherrschen können, bis ich wie ein Zombie doch wieder alles in mich reingestopft habe. Da mein Brechreiz seit vorgestern irgendwie nicht mehr existiert ist mir fast der Kopf geplatzt, habe es nur mit Mühe und Not geschafft, den Scheiß wiede rloszuwerden. Jetzt sitze ich hier mit heißer Birne, war gerade auf dem Balkon zum abkühlen. Bin also schon am zweiten Tag gescheitert, aber ich nehme den Kampf morgen wieder auf. Es war mir klar, dass es nicht beim ersten Anlauf klappt. Wäre ja auch ein Wunder.
    Gute Nacht wünsch ich dir. Hoffe du hast den heutigen Tag gut überstanden!
    gina
  8. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Liebe Gina,
    um das Forum kümmere ich mich. Es ist genau wie heute Morgen. Ich finde es toll gleich hier zu lesen und von Menschen zu hören, denen es genau so geht, die genau dasselbe empfinden und durchmachen. Ich habe versucht auf deinen Link zu gehen und deine Geschichte zu lesen, aber er funktioniert leider nicht. Versuche es doch bitte nochmal.
    Das mit dir nimmt mich ganz schön mit, das ist gar nicht gut … Ich packe es gerade zumindest immer ein paar Tage nicht über dem Klo zu hängen, aber habe Angst, dass ich wieder dahinein rutsche, dass es täglich wird. Das wichtigste ist, dass du heute erstmal sofort Ablenkung hast. Was machst du gerne? Versuche raus zu gehen, in die Stadt, einkaufen oder ähnliches. Irgendwas. Lenk dich mit Arbeit oder je nachdem, was du machst, mit Lernen, ab. Klingt als ob du alleine wohnst. Hast du einen Freund? Das Schlimme ist, dass man nach dem Übergeben immer so einen heißen Kopf hat – wie du sagst. Wenn ich einen Fressanfall habe, zittere ich auch immer schon während dem ganzen “Fressen”, das sind wohl Suchtanzeichen. Wie lange hast du es schon gepackt ohne??? Das sind wohl alles Fragen, die du in deiner Geschichte beantwortest … Bevor ich weiter frage, warte ich erstmal auf den Link. Lenk dich heute auf jeden Fall ab!!! Das hat oberste Priorität. Außerdem denke ich, dass es auch immer eine Frage der Einstellung ist. Willst du davon loskommen??? Ich kenne das, man will es nämlich und denkt auch ich machs nicht mehr, aber schneller als man denkt hängt man wieder über dem Klo. Wenn du davon weg willst, dann setze heute alles dran und geh raus!!! Unter Menschen, in die Natur, in die Stadt, etc. Das hilft. du kannst es packen, aber es liegt auch an dir, obwohl wir natürlich wissen, wie tückisch die Krankheit leider ist und dass sie nicht einfach von uns ablässt. Deine Gedanken werden ja leider von ihr mit – geleitet, weswegen das “einfach aufhören” zu einem Kampf gegen sich selbst wird. Ich denk heute an dich! Versuch und tu dein Bestes, dann wird es klappen [​IMG]
    Alles Liebe
  9. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Hi Gina, sorry vergiss es, der Link funktioniert doch … Dann les ich erstmal deine Geschichte!
  10. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Liebe Gina,
    ich habe deine Geschichte gerade gelesen. Und das erste, was mich erschütter: Ohje, du hast es schon 15 Jahre, viel zu lange, viel zu lang, du musst davon wegkommen!!! Sofort! Ich habe weniger als die Hälfte der Jahre und habe Angst, dass mein Körper total kaputt ist und ich das nie wieder gut machen kann. Ich habe Angst, dass ich es später merken werde, wenn die ganzen Langzeitwirkungen eintreten. (Nur in dem Fall, dass ich davon wegkomme, sonst ist es einem ja dann irgendwann total egal. Man kann ja eh nichts mehr tun … – was bei dir noch lange nicht der Fall ist, aber es wird höchste Zeit!!!) Vom Alter her bin ich ähnlich. Ok, Frage mit Beruf ist geklärt, du hast studiert und würdest im Beruf stehen. Du bist mir ziemlich ähnlich merke ich. Ja, es ist manchmal krass, wenn man denkt, dass man sich manchmal mehr als fünfmal, so siebenmal, übergeben hat am Tag und trotzdem noch lernte und alles in der Schule packte. Ohne die Krankheit wäre man wahrscheinlich viel besser gewesen, da die Zeit, die dafür drauf ging, enorm war bzw. ist. Klar, durch das Hungern ist es vorprogrammiert, dass Heißhungerattacken kommen werden. Das kann ich genau nachvollziehen. Das ist wohl der typische, verhängnisvolle Einstieg. Tja, und man hat keine Ahnung, dass man sich mit der kleinen naiven Hoffnung “Ich könnte essen ohne dick zu werden” sein Leben kaputt machen wird und sein ganzes Leben mit einer Krankheit füllen wird. Oh man, ich finde mich darin wieder. Man erzählt es dem Partner, aber denkt, er registriert es nicht richtig. Aber wohl auch, weil sie kein Bild davon haben. Sie wisse nicht, wie eklig, wie traurig, wie zerstörerisch das alles ist, wie auch, wer würde es dann machen? Wer kann so dumm sein, bestimmt nicht die, die man liebt. Also wird es ihnen nie bewusst, dass sie die Partnerin vielleicht bald nicht mehr haben, da sie an einer Krankheit kaputt geht. Uns sie achten nicht darauf. Du schreibst es genau wie bei mir. Sie essen mit dir, sie wissen nicht, was du durchmachst, und beschäftigen sich dann ohne dich, gehen dann zocken oder ähnliches, und haben kein bisschen im Kopf, dass du wieder aufs Klo rennst, obwohl sie sich mit einem auseinandersetzen müssten,weil man gerade die Hölle durchmacht, man innerlich total aufgewühlt ist, man aufs Klo will, man Hilfe braucht und jemanden, der für einen da ist. Aber man darf den Außenstehenden auch keine Vorwurf machen, sie haben ja keine Ahnung. Es geht an ihnen vorbei. Habt ihr euch getrennt? Hat es was mit deiner Krankheit zu tun? Du musst wirklich nicht antworten, wenn du nicht magst. Ich finde es nur gerade der Hammer, weil sich so viel deckt. Ok, du hast keinen Job. Das ist denke ich das fatale. Aber willst du auch keinen Nebenjob, fürs erste? Nur bis du was anderes hast. Das würde wenigsten etwas Zeit in Anspruch nehmen, in denen du nicht über dem Klo hängen würdest. Viel Zeit zu haben ist das schlimmste, was es gibt. Es ist klar, dass es dann wieder kommt. Es ist eben auch Hobby und Begleiter. Leider! Deine Motivation und Lebensfreude gehen dahin, ich weiß genau, wie du dich fühlst. Man ist einfach leer, ausgelaugt und kann nicht mehr. Und weiß auch nicht mehr, wofür denn aufhören, es ist eh alles scheiße. Cool, du hast einen Hund, das ist ja schon mal Ablenkung! Find ich super. Und, ja, ich kenne das, wenn der Bauch eine Kugel ist. Aber es ist schon besser. Ich wiege ja momentan wieder mehr und esse besser, auch immer was warmes. Also ich habe echt mehr als drei Mahlzeiten und es tut gut. Ich nehme auch nicht immer zu. Manchmal esse ich auch abends Chips, bin bei Freunden und ich nehme nicht zu. Es geht, nur dein Gewicht muss sich erstmal wieder vernormalisieren. Ist man untergewichtig (falls es so ist, also bei mir war es so), war mich schlecht nach einem Glas Wasser, einem Apfel und einem Bissen Brot. Ich hatte dann echt einen runden Bauch, man sah es. Ja, und ich kann auch Komplimente nur schwer annehmen, weil ich ja weiß, wie schlimm und v.a. dick ich bin(!), ich fühle mich oft total hässlich und soziale Kontakte brechen ab. Das stimmt. Von heute auf morgen wird es nie klappen, wie gesagt, ich arbeite daran, dass es von einem aufs nächste Jahr klappt, aber es geht noch nicht. Krasse Geschichte insgesamt, sie gleicht meiner, ist der Hammer. Ich hoffe du liest das, bevor du mit irgendeinem zerstörerischen Gedanken anfängst. Du musst da rauskommen. Also erstmal auf jeden Fall heute ablenken. Meiner Meinung nach am besten mit deinem Hund. Und: Du suchst die einen Nebenjob bis du was anderes hast. Ich finde es toll, dass du es jetzt gepackt hast und mal einiges erzählt hast, aber auch sehr krass, dass du dich noch nie jemandem anvertraut hast. Ich meine, so richtig habe ich das auch noch nie und jeder, der es weiß, registriert es nicht wirklich. Ich habe soviel zu erzählen, und ich finde es super, dass es Meschen gibt, die das alles nachvollziehen können, die den ganzen Horror kennen. Ich kümmer mich mal um das Forum, damit wir mehr und mehrmals schreiben können, was helfen wird. Und du lenkst dich heute ab. Ich fände es total super, wenn du hier heute Abend schreibst: Ich habe es gepackt!!! Ich warte darauf [​IMG]
    Alles Liebe
  11. gina

    gina Guest

    Hey Michi, erstmal vielen Dank für deine lange Antwort! Mir gehts da ja genauso wie dir, ich fand mich in deiner Geschichte/deinem Tagebuch so verdammt genau wieder, das es schon fast erschreckend ist. Ausserdem mag ich wie du schreibst. Also mach bitte weiter mit deinem Blog.:)
    Und du hast auch meine Geschichte gelesen, wobei ich sagen muss, dass das eben nur die grobe Kurzfassung ist. Aber 15 Jahre muss man ja auch erstmal irgendwo unterbringen und dazu müsste wohl ein ganzes Buch herhalten. Und ich weiß, es ist schockierend, 15 Jahre lang davon besessen zu sein. Ich war ja nie dick oder gar ‘hässlich’, ich war damals sogar sehr sportlich. Bin jeden Tag mit dem Hund stundenlang spazierengegangen und das mehrmals (da hatte ich einen Dalmatiner) und abends noch (JEDEN Abend) 25 km Rad gefahren. Das war aber schon während der Magersucht und hing wohl auch damit zusammen. Wenn ich mich heute anschaue…ohje. Ich mache gar keinen Sport mehr, ausser meine täglichen Spaziergänge mit dem Hund. Ich bin zwar immernoch nicht dick, aber völlig untrainiert und nicht ‘fest’. Mein Bauch ist nicht dick, aber schwabblig, mein Arsch nicht fett, aber auch nicht mehr knackig. Dabei steh ich ja fast vor der 30 und sollte doch mal dagegensteuern. Aber vor lauter Fressen und Kotzen komm ich nicht dazu, habe auch keinen Antrieb Sport zu machen. Statt abends insgesamt 3 Stunden mit Essen machen, Essen essen und Essen kotzen zu verbringen, könnt ich auch 3 Stunden etwas FÜR meinen Körper tun, wie laufen gehen, Pilates, Yoga was weiß ich. Schätze ich würde heute anders aussehen, hätte ich das mal die ganzen Jahre getan. Zumindest gesünder mit mehr Ausstrahlung. Ich komme mir nur noch vor wie ein kleines graues unbedeutendes Häufchen ohne Funken Leben.
    Aber anscheinend wirkt es nach aussen hin gar nicht mal so schlimm, es hat mich noch nie jemand darauf angesprochen. Ich meine, ich achte auch immer darauf, dass ich mich gut anziehe, gepflegt bin, mich schön schminke. Mir ist das total wichtig. Man überspielt die Sache mit der ES, verdrängt es solange man sich unter anderen Menschen bewegt, spielt eine Rolle. Aber wahre Schönheit kommt wirklich von innen und mein Inneres ist nicht schön, es grau und trüb.
    So nach und nach zieht man sich ja auch von seinen Freunden zurück. Schon allein dadurch, dass ich vor, während und nach den FAs nicht ans Telefon gehe, habe ich weniger Kontakt zu meinen Freundinnen, weil sie schon gar nicht mehr anrufen-ich bin ja sowieso nie zu erreichen. Meine Ausreden, ich habe das Telefon nicht gehört, ich war mit dem Hund draussen oder ich war gar nicht zu Hause glaubt mir sicher schon längst niemand mehr. Die denken ich hätte halt kein Bock und lassen mich in Ruhe. Weggehen tu ich schon lange nicht mehr. Es war früher schon so, wenn ich in der Disse rumstand und nach meinem Empfinden gut gelaunt war, kam einer daher und meinte, ich soll doch mal lachen. Und das kam jedes Mal merhmals vor und ich dachte immer, hast du ne Ahnung Arschloch (jaja man ist eben immer leicht gereizt, ne). Zu Hause ist es doch bequemer. Keiner quatscht einen an, man muss sich nicht verstellen. Und ich weiß, dass gerade das allein zu Hause sein, das größte Gift ist.
    Nein, ich habe derzeit (seit 3 Jahren) keinen Freund. Ich wohnte damals mit meinem letzten Freund zusammen, nahe meiner FH. Am Anfang hatte ich gar keine Anfälle und hab auch nicht gekotzt. Wir haben abends immer irgendwas zusammen zu essen gemacht und alles was ich da gegessen hatte, hab ich auch behalten. Und da hatte ich nie so einen riesen Bauch nach dem essen. Meine Verdauung hat da anscheinend noch funktioniert. Aber wir haben uns irgendwie voneinander entfernt und nur noch nebeneinander her gelebt. Er kam abends von der Arbeit heim, ging duschen, nahm sich etwas zu essen und ging dann in sein Zimmer und zockte da, bis er ins Bett ging. jeder aß für sich. Ich konnte mich also ungestört im Bad auskotzen. Wenn er meckerte, dass ich so lange im Bad war, sagte ich eben immer, ich hätte gebadet oder Haare gewaschen oder oder…obwohl er von meinem Problem wusste, kam er wohl nicht darauf, dass ich ihn anlog. Wahrscheinlich empfand er es einfach als bequemer, es nicht anzusprechen. Zu dem Zeitpunkt war ich ihm auch nicht mehr so wichtig.
    Meine FAs nahmen dann immer mehr zu, ich machte mir oft schon vormittags eine Riesen Packung Spaghetti, er war ja arbeiten. Oft hatte ich danach keine Kraft mehr zur Uni zu gehen. Meine größte Angst war immer, dass er doch mal unerwartet zu hause auftaucht, während ich gerade fleißig am kochen war. Ausserdem durfte ich ja nicht den ganzen Kühlschrank leermachen, das wäre aufgefallen. Die Spaghetti kaufte ich dann eben irgendwann nach. Bemerkt hat er nie etwas oder wollte nicht.
    Er hat dann Schluß gemacht, 2 Wochen bevor wir in unseren lang gebuchten Thailandurlaub gehen wollten-er hatte über eine online Zocker Plattform ein Mädel kennengelernt und sich verguckt. Er ist dann mit einem Kumpel in unseren Urlaub, man konnte zum Glück umbuchen und ich bin in dieser Zeit ausgezogen.
    Also an dem Ende war die Krankheit nicht schuld, nein. Es hat eben nicht gepasst, da gebe ich nicht nur ihm die Schuld.
    Danach hatte ich komischerweise wieder weniger Probleme mit der Kotzerei.
    Das ging dann aber eben auch wieder los seit ich in meiner eigenen Wohnung wohnte, aber auch nicht sofort. Das kam wieder so nach und nach und jetzt ohne Job, ohne Beschäftigung, ohne Freund ist es am schlimmsten. Es vergeht kein Tag ohne, wobei da zwei Mal pro Tag das Maximum ist. Eher nur ein Mal, aber dafür heftig.
    Das Problem ist auch, dass ich eigentlich kaum Geld habe, ich sollte jeden Cent sparen, muss kämpfen über die Runden zu kommen…und dann geb ich das bisschen auch noch für scheiß FAs aus. Ich spüle das Geld quasi im Klo runter. Dazu kommt jetzt eben auch noch, dass meine Zähne bezahlt werden wollen. Die Füllungen die rausgefallen sind und der halbe Zahn der da abgebrochen ist und wo jetzt eine Krone drauf muss.
    Ich sehe, das alles verkehrt läuft und ich wüsste was ich dagegen tun sollte, wenn es nur so leicht wäre.
    Ja du hast vollkommen Recht, ich brauche eine Beschäftigung, einen Job, wenigstens Nebenjob. Aber es ist wieder dieser Teufelskreis. Ich bräuchte einen Job, eine Aufgabe, um von meiner ES loszukommen, aber schaffe es nicht mir etwas zu suchen oder aufzubauen, weil ich genau durch die ES keinen Antrieb habe, keine Kraft, keine Motivation mir etwas zu suchen. Also wo anfangen? Da beißt sich die Katze in den Schwanz.
    Ich schaffe es ja nicht mal die kleinsten Dinge zu erledigen, meine Pflanzen gießen, den Müll regelmäßig rausbringen, aufräumen, wichtige Telefonate führen, Termine einhalten, Treffen mit Freundinnen. Ich hab beschissene Schlafenszeiten, gehe nachts ins Bett, schaue dann aber meist noch Filme auf dem Rechner, um einschlafen zu können, weil mich die Gedanken sonst zerfressen würden. Dann schlaf ich recht lange, damit der Tag kürzer ist und die Stunden in denen ich einem FA zum Opfer fallen könnte weniger sind und bin froh, wenn ich nachts wieder im Bett liege und den FA hinter mir habe.
    Ich möchte da raus, ich sehe selber dass ich so langsam aber sicher zugrunde gehe, alles verliere.
    Ja weißt du, tagsüber kann ich mich auch gut ablenken. Ich hab ja den Hund, der eigentlich meinen Tag ausfüllt. Ich gehe mit ihm spazieren, gehe für ihn einkaufen, mache ihm sein Essen (er bekommt nichts aus der Dose). Ich schaffe es oft den ganzen Tag…bis dann der Abend kommt, wo ich dann so leer bin und Hunger habe und mir jedesmal vornehme in Maßen zu essen und nicht zu kotzen. Doch dann kommt immer alles anders, ich habe mich dann einfach nicht mehr im Griff. Und dann bastle ich mir aus allem was ich finden kann etwas Essbares. Ich kaufe ja schon nicht mehr auf Vorrat ein, wie früher. Denn ich habe gemerkt, dass ich dann doch schon am ersten Tag ALLES aufesse und dann nächsten Tag wieder nichts da habe. Daher gehe ich so gut wie jeden Tag einkaufen und kaufe nur ein bisschen. Aber irgendwie reicht es dann doch wieder für einen ‘schönen’ FA. Habe sogar schonmal matschigen Reis, den ich eigentlich für den Hund eingefroren hatte, aufgetaut und mit Salz und Curry zermatscht, weil nichts anderes da war. Völlig krank!!
    Ich achte inzwischen sehr darauf, dass gar nichts da ist, NICHTS. Mein Kühlschrank ist leer (bis auf Fleisch für Hund). Da besteht keine Gefahr, denn mit Fleisch kann ich mich nicht vollstopfen, wo ich doch weiß, dass ich an so einem Bröckchen bei einem Kotzanfall beinahe mal erstickt wäre. Ausserdem kann ich dem Hund nicht sein einziges Futter wegfressen, so weit geh ich dann doch nicht.
    Also wie gesagt, mein Problem liegt nicht darin, dass ich mich tagsüber nicht ablenken kann, das Übel liegt im Abend/Nacht und an dem Heißhunger den ich da habe. Ich gehe ja jeden Tag mit dem Vorhaben an, es NICHT zu tun. Das halte ich meist bis abends durch, um dann doch wieder zusammenzubrechen. So wird das nichts.
    Ja ich WILL davon loskommen!! So weit wie jetzt war ich noch nie. Ich lese gerade jeden Abend in bulimie.at und habe heute Nacht den halben Gesundheitsbereich durchgelesen. Wenn man sich die ganzen Folgen vor Augen führt, kriegt man wirklich Angst und so soll es auch sein. Als ich mich gestern so sehr bemüht hatte das Essen wieder rauszubringen, hatte ich wirklich Angst, dass mir dabei was im Hirn geplatzt ist. Ich hatte danach auch etwas Kopfweh. Überlegte wie furchtbar es wäre, wenn ich nun umkippe und das wars dann und man würde mich in meiner eigenen Kotze finden. Dann habe ich die ganzen Geschichten von kranken Zähnen, Herzproblemen, Nierenproblemen, etc gelesen, wie alles ausufern kann. Bei manchen bereits nach einigen Jahren schon. Ich muss dankbar sein, dass mein Körper so gute Veranlagungen hat und das alles bisher ausgehalten hat. Umso mehr ein Ansporn sofort damit aufzuhören! Dasselbe gilt auch für dich! Auch wenn du, wie du sagst, die Hälfte meiner Zeit ‘dabei’ bist, ist es schon viel zu lang.
    Wir müssen das lassen!!
    Du kannst doch stolz drauf sein, dass du es ein paar Tage hintereinander schaffst ohne es zu tun!
    Ich konnte ja in deinem Tagebuch verfolgen, dass du dich bis hierhin vorgearbeitet hast und mal mehr, mal weniger Erfolg hattest, ab und an Rückschläge, aber zwischendrin doch auch längere Zeiträume OHNE. Das fand ich sehr ermutigend. Ich dachte, wow, die versucht es, die hat Biss, vielleicht kann ich das auch.
    Wenn man etwas so lange mit sich rumschleppt ist es doch nur logisch, das man es nicht innerhalb von ein paar Tagen loswird. Es hat immerhin einen Großteil unseres Lebens bestimmt, gehört irgendwie dazu, so traurig es klingt. Ist ja nicht so wie bei einem Alkoholiker, der eben mal 2 Monate nen Entzug macht und danach wenns gut läuft keinen Tropfen mehr anrührt. Das Essen ist immer gegenwärtig und es dreht sich so viel darum (Kochshows, Kultur, Werbung).
    Als ich das mit dem Kuchen backen gelesen hatte, musste ich etwas schmunzeln. Ich kenne das auch. Ich habe mal gebratene Nudeln gemacht, weil ich da so ein tolles Rezept gefunden hatte. Wollte mir was Gesundes kochen (ich koche ja sonst nie) und auch endlich mal meinen Eltern was davon abgeben, weil ich sonst ja nur immer Essen von ihnen mitnehme. Also hab ich eine riesengroße Pfanne mit Nudeln gemacht und hab mir hübsch ein Schälchen hingestellt und wollte dieses genießen. Hab ich auch. Aber das war dann so lecker, dass ich mir noch etwas nachgenommen habe und das Ende von der Geschichte war, dass meine Eltern nie einen Krümel von dem Essen gesehen haben, da ich alles aufgefressen hatte. Ich konnte mich einfach nicht zügeln. Fängt es mal an, dann läuft der Rest ganz automatisch ab, man kann es nicht aufhalten.
    Schlimm oder? Seitdem lasse ich die Kocherei, weil ich genau weiß, wie sehr ich mir auch vornehme es NICHT zu tun, ich es doch wieder tue. Also wozu die ganze Mühe. Für FAs reicht mir auch Fertigessen, es muss schließlich schnell gehen wenn es wieder so weit ist.
    Und wie oft wollte ich in letzter Zeit schon aufhören. Da gibt es auch etwas Peinliches zu erzählen.
    Es kam schon ein paar Mal vor, dass ich mir sagte nur noch heute und morgen hör ich für immer auf mit dem Mist. Dann wollte ich mich noch einmal so richtig vollfressen mit allem, was ich danach nicht mehr anrühren wollte, lauter ungesunde Sachen. Ich plante dieses ‘Fest’ richtig, meine kleine Abschiedsorgie sozusagen. Ich ging einkaufen und überlegte genau, was ich alles essen könnte inklusive Nachtisch. Oh man das ist so krank. An der Kasse überkam mich jedesmal ein scheiß schlechtes Gewissen, weil ich wieder so viel Geld für nichts ausgegeben hatte. Zu Hause kochte ich alles parallel, Pizza im Ofen, Spaghetti auf dem Herd, futterte nebenher Sandwiches und je nachdem was zuerst fertig wurde, mit dem machte ich dann weiter. Ich stopfte und stopfte, bis ich nicht mehr aufrecht stehen konnte, weil der Bauch so voll war. Irgendwie gleicht das Ganze dann auch keinem zivilisiertem Essverhalten mehr, man stopft, man mampft, man kleckert, man fällt geradezu übers Essen her, als hätte man wochenlang nichts mehr gehabt. Ich denke immer, wenn mich jetzt jemand sehen könnte…:(. Den Saustall, den ich dann meist in der Küche hinterlasse, kann ich erst nächsten Tag wegräumen, weil ich nach dem Kotzen dann meist nur noch auf dem Sofa sitze und mich matt fühle. Würde irgendwann mal in meine Wohnung eingebrochen werden, der Übeltäter bekäme einen Schreck, würde evtl. denken, dass da schon jemand vor ihm war. Ich habe Angst vor Überraschungsbesuchen, wenn es klingelt mache ich einfach nicht auf. Was wiederum dazu führte, dass mich schon keiner mehr besuchen kommt einfach so.
    Untergwichtig war ich wenn dann vielleicht nur damals mit 16/17, als ich noch der Magersucht verfallen war. Aber wohl nicht so extrem, dass es jemandem aufgefallen wäre. Ich war halt sehr schmal. Mit der Bulimie habe ich nach und nach wieder zugenommen, habe es aber nicht gesehen. Ich tat das ja, um eben NICHT dicker zu werden. Und seit ich die Bulimie habe hat sich mein Gewicht nicht mehr verändert. Das merke ich an meinen Klamotten, ich wiege mich ja nicht.
    Wenn eine Freundin zu mir sagt, du hast so eine gute Figur, die hätt ich auch gern, kann ich nur müde lächeln, sage danke und denke mir nein, glaub mir, das willst du nicht, zumindest nicht für den Preis, den ich dafür bezahlen muss, du hast ja keine Ahnung. Kann mich wohl deshalb nicht über Komplimente diesbezgl freuen, weil ich genau weiß dass ich sie nicht verdient habe.
    Das Schlimme ist ja noch, dass diese Freundinnen alle selber super Figuren haben (aber sich eben auch als zu dick ansehen) und die essen ganz normal. Wenn dann eine sagt, sie findet sich zu dick, hat aber ne super Figur und drückt sich neben mir zwei Burger rein, da krieg ich ne innerliche Aggression.
    Du sagst, du schaffst sogar mehr als 3 Mahlzeiten pro Tag und mehrere Tage hintereinander ohne zu kotzen. Ich finde das der absolute Wahnsinn, also im positiven Sinn. Dann bist du doch schon einen riesengroßen Schritt weiter!
    Was ist mit deinem Freund? Ihr hattet ja so einige Differenzen wg deiner ES. Du meintest mal, er wäre wütend gewesen deswegen und hätte dich angeschnauzt du sollst mit dem Mist aufhören (oder so ähnlich). Unterstützt er dich eigentlich dabei aufzuhören? Also ich meine aktiv. Wenn ihr gemeinsam esst, beschäftigt er sich danach mit dir, lenkt dich ab? Oder ist er es inzwischen leid, weil er sieht, dass du es immernoch nicht völlig geschafft hast?
    Einerseits hätte ich schon gern wieder eine Beziehung, einen Partner, der mich unterstützt, andererseits möchte ich den Scheiß auch erst loswerden, bevor ich mich wieder auf etwas einlasse.
    Hab eh kein Selbstbewusstsein mehr, welcher Kerl will sowas haben?
    So, ich hatte heute bisher nichts gegessen, nur einen Kaffee getrunken, aber vorhin fing es an, dass ich das Loch im Magen spürte, Heißhungeralarm. Normalerweise hatte ich dieses Hungergefühl immer bis abends unterdrückt, um mich abends dann zu belohnen, weil ich es den ganzen Tag ohne Essen ausgehalten hatte, was dann meist wiederum zu FAs führte. Heute möchte ich es anders machen. Gerade eben habe ich mir ein Toaste mit Fleischresten von gestern belegt, etwas Mayo drauf, habe es gerade gegessen, das Loch im Bauch ist erstmal weg. Ich esse Nachmittags sonst NIE etwas. Werde jetzt mit dem Hund laufen gehen und dann einkaufen, es ist nichts mehr da.
    Möchte Obst kaufen und Salat, Käse vielleicht, Joghurt….der schwierigste Teil des Tages kommt ja erst.
    Also ich hoffe du halst den heutigen Tag auch wieder tapfer durch, immerhin kannst du ja schon auf ein paar erfolgreiche Tage zurückblicken:)!
    liebe grüße
    gina
  12. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Hi Gina,
    ich glaube das, woran man es uns am meisten ansieht, ist unsere Ausstrahlung. Man strahlt einfach nicht mehr und ist im Grunde nur traurig, versucht es jedoch zu verbergen, manchmal zumindest. Ich denke, wir würden mehr lachen und mehr Freude empfinden ohne ES: Wir würden 100% besser aussehen als mit ihr, was ja nicht heißt, dass wir schlecht aussehen, nur nicht optimal, es würde besser gehen. Die Angst, die du damals hattest, das er früher nach Hause kommt, kenne ich. So geht es mir auch immer. Deswegen kläre ich meist schon vorab und lasse es mir es 100% versichern, wann er kommt … Aber man kann es eben nie genau wissen.
    Das ist ja das. Wir sehen schon die Folgen und sind doch eigentlich intelligent, aber doch nicht genug, sonst würden wir ja aufhören. Und so ging und geht es mir auch oft. Ich will viel schlafen, damit ich nicht esse und kotze und mich die Gedanken dazu nicht auffressen, aber ich kann auch umso schlimmer es ist, nicht richtig schlafen und habe Schlafstörungen, weswegen der Teufelskreis seinen Lauf nimmt und ich doch mehr daran denken muss und die Wahrscheinlichkeit höher ist, es wieder zu tun. Ich bin erschöpft von wenig Schlaf und der Bulimie, aber so aufgewühlt, dass ich wach liege. Aber momentan ist es besser. Nicht schlafen, kann ich nur in den sehr schlimmen Zeiten, nur wenn es mal öfters wieder ist, kann ich auch nicht schlafen. Meinst du es ist eher abends schlimm, weil du tagsüber versucht auf alles zu verzichten. Vielleicht ist es besser mittags etwas zu essen und dafür abends nichts mehr. Irgendwas, was du besonders magst, aber nicht allzu viel und dafür abends keinen Bissen mehr, damit du auch nicht in Versuchung kommst. Und wem sagst du das? Was ich schon alles ekliges gegessen habe, nur um meine Lust auf Essen zu befriedigen und einen Fressanfall mit irgendetwas Essbarem zu füllen. Total eklig.
    Kopfweh kenne ich nur zu gut, aber so richtiges Kopfweh. Sowas hatte ich früher nicht, ich dachte nur immer, dass es schlimm ist. Aber durch die Krankheit weiß ich, was wirklich richtige Kopfschmerzen sind. Wobei ich eher denke, dass es Gehirnblutungen sind. Und Angst, dass ich bewusstlos werde und umkippe, obwohl mein Kreislauf früher sehr gut war, hatte ich auch schon oft. Und v.a. riesige Angst, dass mich jemand in meiner eigenen kotze findet. Echt scheiße. Es ist schön, wie wir uns ermuntern, es ist toll, wie wir gegenseitig uns motivieren aufzuhören und dennoch weiß man, dass es nicht so einfach ist und man aufhören kann. Und ja. Ich packe es manchmal ein paar Tage und Wochen ohne ES. Aber dann kommen die Rückschläge, die so frustrierend sind, dass es gleich mehrmals ist. Ich merke halt, dass es viel wichtiger Dinge im Leben gibt, man wieder Zeit hat für anderes und ein von Grund auf wohleres Gefühl im Bauch hat, dass man einfach wieder mal lachen kann und es auch ehrlich so empfindet. Das merkt man aber erst nach ein paar Tagen oder Wochen. Nur ein Rückfall gibt einem so ein beschissenes Gefühl und man ist sofort wieder in dem ehemaligen Alltag des Essens und Erbrechens gefangen, dass es immer wieder ein beschissener Neuanfang ist und ich nur ausgelaugt und kraftlos bin. Und das Schlimme ist eben: Sehr viel dreht sich ums Essen, wir müssen ja auch essen und werden stets mit dem Suchtmittel konfrontiert und müssen es zu uns nehmen. Das ist das Fatale denke ich. Man kann nicht aufhören zu essen, klar. Den Satz “Nur noch heute” sage ich mir ständig. Ist wohl der Satz in meinem Leben, den ich am häufigsten gedacht habe. Eine Lüge, obwohl man sich “sicher” ist. Und klar: Wenn es das letzte Mal ist, will man alles nochmal essen, was man nie mehr essen wird. Man feiert eine richtiges Fest mit allem, was man sich verbieten wird. Total mega bescheuert. Und alles ist peinlich, weil man nur noch stopft. Das stimmt. Als ob man ewig nichts gegessen hätte. Egal, was einem in dem eigenen Rausch unter die Finger kommt. Bis der Bauch fast am Platzen ist und nichts mehr geht. Ich hatte schon Angst, dass er mal platzen wird. Echt! Und wie du schreibst: Deine Freundinnen haben gute Figuren, aber essen auf was sie Lust haben und bis sie satt sind. Das kenne ich. Ich bin dann neidisch und mag es auch, aber ich würde dann nur kotzen, weil sonst würde ICH ja zunehmen und nicht wie die anderen schmal bleiben. Ich frühstücke (auch richtig Müsli oder Brötchen meistens mit Wurst und Käse, nur ohne Margarine), nasch oft Kuchen (gibt es oft auf der Arbeit), esse viel Obst zwischendurch (Banane, Apfel, usw. eigentlich alles, oft auch noch eine Obstschale frühs), koche mittags oder gehe essen und abends noch bisst Brot, Joghurt, Obst oder esse halt bei meinem Freund mit, was er so isst. Wenn ich mir das eigentlich überlege esse ich wieder ziemlich viel, achte aber auf alles. Aber ich habe ja auch wieder zugenommen, aber richtig fett bin ich keineswegs. Mein Freund und ich haben momentan oft Stress. Gerade weil ich so aggressiv und wütend bin. Wie gesagt meine Laune wird durch die Sucht, den Entzug, das Ausleben der Sucht oder die ganzen Gedanken bestimmt. Ich kann sehr oft momentan ausflippen und einfach losweinen, weil mir die Krankheit fehlt, ich zuviel gekotzt habe oder mich die Gedanken auffressen. Aber es liegt ja nicht nur daran. Nur ich denke sehr viel, weil meine ganze Laune dadurch geleitet wird. Nein er beschäftigt sich nach dem Essen nicht mit mir und/oder redet mit mir darüber. Ich könnte es immer ansprechen, aber ich kann nicht. Es würde sich dann schon Zeit nehmen. Aber ich meine unter der Woche essen wir nicht zusammen. er ist arbeiten und ich ja auch. Er weiß auch nicht, was es für ein ständiger Kampf ist. Er wäre da, wenn ich ihn brauche, aber er ist es irgendwie nicht. Er weiß halt auch nicht, was er tun kann. Er hat sich informiert, er hat mir ein Buch geschenkt, er schickte mich zu einer Beratung, aber das ließ alles nach, dann wurde es wieder schlimmer usw. Wieso sollte er auch täglich kämpfen, ich kann es schon nicht mehr. Und wie sollte er es ständig im Kopf haben? Er ist ja gesund und normal. Kein Außenstehender hat es ständig im Kopf. Er ist schon gemein gewesen. Einerseits tat es gut, weil wir müssen wach gerüttelt werden, andererseits brauch ich Liebe und Zuneigung, mehr Mitgefühl, obwohl ich selbst dafür verantwortlich bin, kann ich manchmal nicht anders. Ich kann es nicht lassen. Er denkt halt, hör doch einfach auf. Aber wir wissen es geht nicht so leicht. Er ist wieder dafür ausgebildet, noch hat er darin Erfahrung. Also was kann ich von ihm verlangen oder erwarten, eigentlich nichts. Aber er wäre da, egal wann ich anrufe, wenn ich sagen würde, es ist kurz davor, nimm dir bitte Zeit. Würde ich nie machen, weil ich dann schon mit dem Anfall begonnen habe, aber er wäre es. Ich denke ihn frustriert es auch, immer wieder von vorne zu beginnen, weil er weiß es eigentlich immer, manchmal zwar erst nach Tagen, aber ich sage es ihm. Und ich bin dann ja bereits gefrustet, energielos, klar ist er es dann auch. Kann ich ihm nicht verübeln. Wird wohl auch nicht mehr ewig so gehen. Therapie möchte ich nicht, Er wäre dafür. Ich will mich nicht (habe ich auch schon mal) mit anderen unterhalten, die davon keine Ahnung haben. Das bringt nichts. Ein Therapeut, der davon Ahnung hätte und selbst darin gesteckt hätte, wäre wohl eher etwas für mich. Aber gibt es sowas? Ich meine, der würde ja auch mit mir reden und mir hilft eigentlich der Blog in dieser Hinsicht sehr, er hat mich auf die Idee gebracht, da er meinte ich müsse mich mitteilen, das hilft. Also suchte ich Möglichkeiten und fing damit an.
    Ich finde es gut, dass du mal nachmittags was gegessen hast. Esse doch abends nicht mehr so viel oder gar nichts. Esse lieber vorher was, um mal den Alltag, der dich nur zum Übergeben führt zu durchbrechen. Schreib hier einfach den ganzen Abend, das lenkt ab und denke daran, dass ich von dir hören mag, dass es nicht mehr passiert. Lass es einfach. Es geht. Du musst aufhören alles und v.a. dich und dein Leben kaputt zu machen!!!! Mein Freund sagt mir oft, was ändert es, wenn du etwas mehr wiegst oder isst, was dir schmeckt? Was ändert es Dinge zu genießen. Und es ändert nichts. Keiner kuckt mich mehr an, findet mich attraktiver oder mein Leben würde besser sein. Er sagt immer: Meinst du, du wärst dünner oder so wie jetzt ohne Genuss glücklicher, meinst du andere Personen wären blöder zu dir oder du hättest weniger Spaß? NEIN hätte ich nicht. Im Gegenteil durch die Krankheit wird mir viel POSITIVES im Leben genommen und nicht umgekehrt! Denke heute mal darüber nach und setz alles daran es nicht zu tun [​IMG]
    Viel viel Erfolg!!!
  13. gina

    gina Guest

    Guten Abend Michi,
    man ich hoffe ich spreng hier nicht deinen Tagebucheintrag mit meinen langen ‘comments’.
    Aber woanders kann ichs dir ja nicht schreiben. Sag bitte wenns zuviel wird!
    Ausserdem wollte ich das Ganze ja nicht nur nutzen, um mich auszuheulen. Ich möchte auch etwas geben, helfen. Ich hoffe ich tue das allein damit, dass du (oder eben die, die das lesen) weißt(wissen), dass es noch andere gibt…mit vielleicht noch kränkeren Verhaltensweisen (sagte ich schon, dass ich sogar mal Essen aus meinem Mülleimer wieder rausgeholt habe?).
    Naja ich schreib einfach mal.
    Mit der Ausstrahlung geb ich dir voll und ganz Recht! Man kann noch so schlank/hübsch/gut angezogen sein what ever, aber wenn man nicht strahlt, von innen heraus, sich gut fühlt, mit sich zufrieden ist, dann nützt das alles nichts.
    Ich lese jeden Abend regelmäßig diverse Beauty/Fashion Blogs, die ich mir abgespeichert habe. Ist so eine Art Abendlektüre eben. Da gibt es die eine oder andere, die eben etwas mehr auf den Rippen hat und sehr kurvig ist. Mir persönlich wäre das zuviel, aber sie hat so wahnsinnig viel Ausstrahlung und sieht super aus, wow! Man merkt einfach, und das schon allein von den Bildern, dass sie mit sich selbst im Reinen ist. Es kann gar nicht anders sein. Da strahlt einen wirklich alles an.
    Da hat dein Freund Recht, wenn er sagt, ob du meinst dass du glücklicher bist wenn du dünner bist, aber eben diese Krankheit mit dir rumschleppst. Ob du glücklicher bist, wenn du nichts mehr genießen kannst, dir alles verweigerst, ob Leute dich anders behandeln, nur weil du ein paar weniger Kilo mehr wiegst(oder nicht mal das, denn mit Bulimie wird man auf Dauer ja nicht unbedingt dünner), die wahrscheinlich nur du bemerken würdest!? Natürlich hat er Recht! Wir wissen es doch selber, das ist nicht das Problem.
    Ja, man wäre vielleicht (oder ganz sicher) glücklicher, hätte mehr Spaß am Leben, besäße mehr Leichtigkeit. Ich bin jetzt nun auch keine trübe Tasse, WENN ich mal mit Freunden was trinken gehe oder ins Kino, dann gehts da eigentlich schon ganz lustig zu. Ich kann auch mit Freundinnen lachen, nur kann ich nicht mehr über so viele Dinge lachen wie früher. Mein Humor hat sich glaube ich auch verändert, ist irgendwie sehr skurril geworden. Kann mich gut daran erinnern wie ich mit einer Freundin oft vor Lachen am Boden gelegen bin…das war vor gefühlten 100 Jahren. Also ich bin sicher auch oft gut gelaunt, aber man hat doch immer diese Grundtraurigkeit, die sich wie ein roter Faden durch den Alltag zieht. Man fühlt sich nicht frei.
    Auch das mit dem nicht gut schlafen können kenne ich.
    Gut, es mag auch gerade an meinem unregelmäßigen Schlaf-Rythmus liegen, ich werde ja tagsüber nicht wirklich gefordert. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so wirklich gut geschlafen habe und erholt aufgewacht bin. Wenn ich denn endlich mal schlafe, dann unruhig, ich träume merkwürdig, ziemlich chaotisch, wache sehr oft (fast jede zweite Nacht) verschwitzt auf, kann oft nicht wieder einschlafen und wenn ich dann aufstehen soll, seh ich aus als hätt ich die Nacht durchgemacht.
    Das mit deinen argen Kopfschmerzen habe ich nun aber doch mit Sorge gelesen.
    Bei mir ist es eben so, dass ich oft nach der Kotzerei einen Druck im Schädel hab, so ein Wummern, keine Ahnung wie ich es beschreiben soll. Ich denke es kommt eben von der Anstrengung und vom hohen Blutdruck, denn man dabei hat. Aber so wirkliche Kopfschmerzen hatte ich noch nie, auch davor nie.
    Du meinst es könnten bei dir Gehirnblutungen sein?? Warst du schonmal beim Arzt? Hallo, das ist jetzt aber echt übel. Ich meine es handelt sich nicht um einen abgebrochenen Zahn!! Siehst du, ich rate dir jetzt mal zum Arzt zu gehen und das abchecken zu lassen und würde es selbst nicht tun. Trotzdem, das ist arg!
    Du kennst das auch, dass man sich an dem einen Tag vornimmt, nur noch heute und dann nie wieder und sich dann nochmal alles reinhaut, auf das man dann in Zukunft verzichten muss? Ich weiß nicht, vielleicht hattest du so etwas auch in deinem Tagebuch geschrieben, oder ich habe es woanders gelesen. Es war einfach zu viel Input in den letzten zwei Tagen. Wollte mir dein Tagebuch sowieso nochmal durchlesen. Jedenfalls ist das echt krank. Früher hatte ich meine FAs gar nie so geplant, sie hatten sich eben so ergeben. Oder es gab so Situationen, z.B. ich hatte mit meinem Freund gegrillt, normal gegessen und dann war es doch so gut, dass ich sogar mehr gegessen hatte wie er (oh, isst du das Würstchen da noch? kann ich es dann haben?). Naja, danach habe ich mich eben unbemerkt im Bad wieder davon entledigt. Diese geplanten Anfälle habe ich eigentlich erst seit ich alleine wohne. Manchmal geplant, manchmal nicht gewollt, aber doch geschehen, mal so mal so.
    Kann ich mir gut vorstellen, dass es sich umso beschissener anfühlt, wenn man schon ein paar Wochen clean ist und man denkt, man hätte es geschafft und es dann zu einem Rückfall kommt. Man wird von jetzt auf nachher wieder in das alte Leben, die alten Gewohnheiten zurückkatapultiert. Du hattest ja einige davon. Du bist immer wieder aufgestanden. Ich weiß gar nicht, ob ich so viel Kraft aufbringen könnte.
    Genau, bei so einer Fressattacke frisst man wie ein Schwein, also ich zumindest. Ohne Rücksicht auf jeglichen Anstand. Wieso auch, es kriegt ja keiner mit. Allerdings saß mein Hund währenddessen schon oft da und hat mich dabei beobachtet und hatte so einen fragenden Blick drauf. Wäre es ein Comic gewesen, wären über seinem Kopf 3 große Fragezeichen erschienen. Da wars mir dann schon peinlich irgendwie. Dazu muss ich sagen, dass er auch irgendwie unter ES leidet. Er ist nicht mein erster Hund und ich hatte seit früher Kindheit mit allen möglichen Hunden zu tun und ich kenne keinen einzigen, der nicht verfressen war/ist. Nur er hier, der ist anders. Er meidet das Essen, frisst den ganzen Tag NICHTS. Wenn man ihm etwas vor die Nase hält, schnüffelt er kurz, aber genau und lässt dann einen verachtenden Schnaufton los und dreht sich angeekelt weg. Erst abends merke ich, dass er eventuell Appetit bekommt. Es hat sich inzwischen so eingependelt, dass ich ihm nur noch abends etwas hinstelle. Aber auch da macht er erst ein Tänzchen um seinen Napf und wenn ich Pech habe, dann nimmt er selbst da nichts, er braucht nichts. Habe schon alles versucht, wirklich alles alles. Naja am liebsten frisst er pures Fleisch (gebraten, gekocht), ohne alles. Aber mit Fressbarem allgemein kann man ihn nicht hinterm Ofen hervorlocken. So einen Hund habe ich noch nie kennengelernt. Ich hoffe, er hat sich da nicht zu sehr an mich angepasst, wer weiß.
    Zurück zu den Essattacken.
    Ich habe genau wie du oft das Gefühl (oder jedesmal), dass der Bauch platzt. Aber vorher hört man ja nicht auf mit dem stopfen. Und währenddessen, ja da fängt es an kalt zu werden, also mir wirds kalt und ich würd am liebsten unter die heiße dusche. Und ich fange an zu zittern während ich fresse. Gott komm ich mir da jedesmal krank vor…und mache weiter. Wenn ich dann wieder alles losgeworden bin (meist dauert das doppelt so lang als wie ich gegessen habe), dann dusche ich tatsächlich oft danach. Erstens weils mir so unglaublich kalt ist und zweitens weil ich irgendwie alles abwaschen möchte, reinwaschen oder so in der Art oder ein bisschen entspannen. Tut einfach gut, wenn das Wasser über den Rücken läuft. Auch habe ich sehr viel Wäsche, weil ich die T-Shirts, die ich da getragen habe nächsten Tag nicht mehr anziehen möchte, auch wenn es sauber ist. Ich möchte diesen Tag, dieses Ereignis einfach so gut es geht auslöschen, damit ich nächsten Tag mit neuen guten Vorsätzen starten kann (die dann doch wieder jedesmal in die Hose gehen). Krank oder?
    Du sagst, dass es inzwischen so aussieht, dass du tatsächlich morgens frühstückst, sogar Müsli usw., mittags isst und zwischendurch etwas isst und abends nochmal ein bisschen. Ja, du hast Recht, das hört sich in den Ohren einer essgestörten total viel an. Ich wünschte ich wäre schon so weit. Gerade von Müsli würde ich abartigen Blähbauch bekommen. Das weiß ich aus Erfahrung. Hatte mir ganz früher mal Haferflocken mit Bananenstückchen in Joghurt gemacht (soooo lecker) und hatte dann so ne Mordskugel, dass ich damit hätte bis zum Mond fliegen können. Natürlich war der Tag dann gelaufen (damals, das war VOR der ES, sonst hätt ich es ja wieder ausgekotzt). Seitdem hab ich nie wieder so etwas angerührt, obwohl mir Müsli total schmeckt:(. Hast du damit keine Probleme?
    Und ich liebe Obst und Salat, aber habe seit Jahren kein Obst mehr zu mir genommen, weil es mich auch bläht. Salat, es gibt nichts tolleres, ich liebe liebe liebe Salat in allen Variationen. Manchmal habe ich so Lust auf was knackiges Grünes (mein Körper meldet sich, er schreit förmlich danach), dass ich mir denke, ach komm heut machst dir mal nen schönen Salat, is gesund, wenig Kalorien usw. Dann bin ich voller Vorfreude, mach mir nen Salat und dann…..schaue ich meinen Bauch an und sehe wie aufgebläht der ist, ich fühle mich voll und fress dann noch irgendnen anderen Mist hinterher und versuch dann alles loszuwerden.
    Es geht mir eigentlich gar nicht mal mehr so sehr um Kalorien. Ich glaube ich hätte nach einer Tafel Schokolade ein besseres Bauchgefühl, als nach einem Teller Salat. Wobei letzteres zweifelhaft die gesündere Variante ist. Sobald ich mich eben voll fühle, sobald ich diese Spannung am Bauch fühle, werde ich wahnsinnig und will das loshaben. Darum der Verzicht auf alles, was ‘voll’ macht, aber eigentlich gesund (und kalorienarm wäre) Obst, Salat, viiiiiiel trinken (bei mir=Essen+viel trinken=Kugelbauch).
    Ich denke halt auch oft, hätte ich einen Job und einen Freund, dann wäre das alles vielleicht gar nicht. Aber ich hatte schon beides zur gleichen Zeit und ich hatte ES trotzdem. Natürlich hat man dann nicht mehr so viel Zeit dies auszuleben, aber die Sache an sich ist damit nicht besiegt. Ausserdem hast du es ja auch und du hast Job und Freund. Ihr wohnt nicht zusammen oder? …weil du schreibst, abends isst du bei deinem Freund, was er halt so isst!?
    Aber dass er sich informiert, dir ein Buch geschenkt hat und dich zu einer Beratung geschickt hat, das finde ich total rührend. So etwas habe ich nicht mal ansatzweise von einem meinen Partnern bekommen. Vielleicht habe ich mich aber auch einfach nicht klar genug ausgedrückt, ihnen die Sache nicht gut genug nahegelegt. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, es ist viel zu lange her und es ist so viel passiert und ich habe auch viel verdrängt.
    Du bringst es auf den Punkt, du kannst von ihm nicht verlangen, dass er es versteht, wie sollte er auch? Seine Wut, wenn er dich deswegen anschnauzt und ‘gemein’ ist, ist wohl eher Verzweiflung. Ich weiß auch nicht, ob ich das ganze nachvollziehen könnte, wenn ich nicht betroffen wäre. Ich glaube er kann das Ausmaß kaum erfassen. Ich kenne ihn ja absolut nicht, ich spekuliere ja nur. Aber es spricht finde ich für ihn, dass er sich schon einmal damit beschäftigt hat und immernoch bei dir ist!
    Meine ‘große Liebe’ mit der ich 3 Jahre lange zusammen gewesen bin (ca 2003 bis 2006), wusste auch davon. Aber darüber geredet haben wir nie. Zu der zeit war es bei mir aber auch nicht soooo extrem. Wir haben oft morgens im Bett Mc Chicken vom Vorabend gegessen, heute undenkbar für mich. Habe auch immer nur gekotzt wenn er nicht da war, nie wenn wir zusammen waren.Geplante Fressattacken gab es noch nicht, ich wohnte noch zu Hause. Wir haben uns auch öfter mal einen Döner geholt und ich habe jeden Bissen zig Mal durchgekaut und war immernoch nicht fertig während er schon zwei gegessen hatte. Ich habe meinen Döner wirklich genossen und ihn auch behalten. Aber wie gesagt, dieses disziplinierte essen klappte nur in seiner Gegenwart. Dafür ist er nach dem essen oft ins Bad gegangen. Ich saß vor dem Fernseher und dachte mir nie was böses. Aber irgendwann fiel mir auf, dass er da ziemlich lange drin war und auch das Wasser lief und er sich danach immer die Nase geputzt hat. Irgendwann hörte ich auch mal kotzgeräusche. Habe ihn dann mal gefragt, ob er mich denn für blöd hält, ich wüsste ganz genau was er da immer treibt. Er hat nur pampig reagiert und hat gemeint, na und, er hat es ja auch nicht abgestritten, dass er das essen wieder rauskotzt. Gut, ich bin da auch ein bisschen unsensibel rangegangen, obwohl ich das Problem ja kenne. Fakt war, dass er (nicht dick, aber auch kein Six-Pack) sein Essen regelmäßig erbrochen hatte. Ja auch Männer kann es treffen. Er wollte aber nicht darüber reden, er wurde dann wirklich ganz böse. Also hab ich es gelassen. Ich hatte zwar dasselbe Problem, aber das schien er irgendwie vergessen zu haben. Das alles passierte sowieso kurz bevor ich erfahren hatte, dass er bereits eine andere hatte und als er rausfand, dass ich ihm nachspioniert hatte, Schluß machte.
    Ich hoffe dein Freund hält durch und sieht deine Fortschritte, die du ja offensichtlich gemacht hast. Ich hoffe er weiß das zu schätzen.
    Du hast zwar einen Partner, aber was das angeht musst du da doch irgendwie allein durch.
    Er möchte, dass du eine Therapie machst!? Natürlich, das ist ja das Erste was ‘nicht Betroffene’ einem raten, weil sie selber nicht weiterwissen. Kann man ihm ja nicht übel nehmen. Ich verstehe dich absolut!! Mir geht es ganz genau so. Therapie kommt für mich nicht in Frage, weder in einer Klinik, noch ambulant. Ich kann keine Hilfe erwarten von jemandem, der das alles nur aus dem Lehrbuch kennt. Ja und ich will auch gar nicht. Ich muss wissen, dass mein Gegenüber mich versteht und dazu müsste er wie du sagst da selber schonmal dringesteckt haben. Anders geht es gar nicht. Aber finde mal einen Therapeuten, der dasselbe durchgemacht hat.
    Ich käme mir total blöd vor irgendeinem Psycho Futzi meine peinlichen Fressattacken zu schildern. Dann bohren die ja noch ein bisschen in der Psyche rum und eigentlich gibt es da bei mir nicht viel. Ich hatte eine gute Kindheit, meine Eltern waren lieb zu mir, ich habe alles was ich brauche, was will er denn da finden? Ich möchte es aus eigener Kraft schaffen…oder eben wenn dann mit Hilfe derer, die genau dasselbe durchmachen oder durchgemacht haben. Darum bin ich erstens froh, dass ich auf das Forum gestoßen bin, aber noch mehr froh, deinen Blog entdeckt zu haben. Der hat jetzt zwischen den ganzen Beauty&Food Blogs oberste Priorität.:) Und ich hoffe ich nerv dich nicht. Du hattest mir zwar angeboten, dass ich lieber hier schreiben soll, als das Fressen anfangen, aber wie ich schon sagte, möchte ich nicht nur nehmen und hoffe dir auch zu helfen weiterzumachen. Du bist wirklich auf dem besten Weg.
    Nach meinem kleinen Snack heute Nachmittag war ich tatsächlich erstmal satt. So satt, dass ich gar keine Lust mehr hatte einkaufen zu fahren, keine Motivation. Aber ich musste, weil kein Fleisch mehr für Hundi da war. Also hab ich erstmal viel Zeit in der Obst&Gemüsebateilung verbracht. Die Verkäuferinnen dachten bestimmt schon ich will etwas klauen, weil ich so lange überlegt und hin und hergelaufen bin;D. Habe Bananen gekauft (Kalium fürs herz—> hab nach den ganzen horrrorgeschichten die muffe bekommen), Äpfel, Radiccio Salat, Sprossen, Feldsalat, Öl, Essig. Dann zwei Sorten Käse, eine Flasche Wein, Fleisch(Hund), Naturjoghurt (für den Darm–>sogar mit 3,8% Fett, wow). An der Kasse merkte ich, gesund einkaufen ist nicht unbedingt billiger:/. Egal, aber es ist sinnvoller angelegt. Hunger hatte ich aber immernoch nicht. Hätte aber gerne einen Apfel gegessen oder eine Banane, aber davon hätte ich um diese Uhrzeit sicher einen Blähbauch gekriegt, also gab es nur zwei Bissen von der Banane. Wusste gar nicht mehr, wie eine Banane schmeckt.
    habe alles verstaut, mir die Flasche Wein aufgemacht und sitze jetzt hier und nage nebenbei an dem Käse rum. Mehr gibt es heute nicht mehr und ich habe auch gar keinen Hunger oder Appetit auf was anderes. Also ich könnte schon, muss aber nicht. Da es ja bereits 0 Uhr ist hege ich große Hoffnung das ganze heute durchzuhalten. Nachmittags eine Kleinigkeit essen ist wohl doch nicht so verkehrt.
    Ok, ich gebs zu, jetzt einfach loszufressen wäre schon toll. Muss mich doch sehr zusammenreißen OBWOHL ich satt bin. Verdrehte Welt. Aber ich weiß, dass ich es nicht mehr loskriegen würde, da mein Brechreiz ja für ein paar Tage ausgeschaltet ist. Ich hoffe nicht, dass ich wieder zurückfalle, sobald ich denke, dass er wieder da wäre.
    Morgen gibts dann mittags etwas von dem Obst. Aber ob vor oder während der ES war ich noch nie ein Frühstücker. Ich kann morgens einfach nichts essen. Höchstens einen Kaffee mit viel Milch und viel Zucker, da spare ich dann auch nicht. Ich sag ja, ich bin kein Kalorienzähler(mehr). Mir ist nur wichtig, dass es keinen aufgedunsenen Bauch macht. Darum trinke ich auch ohne Probleme meinen Kaffee mit viel Milch (3,5% Fett) und viel viel Zucker und auch gern Rotwein. Das einzige, was ich mir bewusst gönne und auch behalte.
    Oh ich hab schon wieder so viel geschrieben. Ich habe noch so viele Fragen an dich, aber ich glaube ich lese lieber noch einmal deine Tagebucheinträge durch. Sicher habe ich da einiges übersehen.
    Ich hoffe du hattest einen guten Tag!! Sei stolz auf das, was du bisher geschafft hast!
    ich bin es und schöpfe Hoffnung aus deinem Erfolg!
    Schlag gut!
    gina
  14. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Hi Gina,
    du schreibst echt viel, der Hammer. Aber bitte hör nicht auf. Dafür ist das hier da. Wenn es uns hilft oder irgendjemandem sonst noch, dann ist es super und wenn du soviel schreiben magst, finde ich es super [​IMG]
    Mit der Grundtraurigkeit stimme ich überein. Das ist einfach oft so und es ist furchtbar. In meinen schlimmsten Zeiten hatte ich nichts mehr zu lachen und da habe ich mir immer gedacht, wenn jemand gelacht hat, wieso lacht der eigentlich, da ist doch gar nichts Witziges dabei gewesen. Aber ich konnte eben einfach bei nichts mehr lächeln. Das geht zwar wieder, aber immer noch nicht so wie es mal war. Verschwitzt wache ich auch sehr oft auf. Ich weiß nicht, ob das an der Krankheit liegt, da es ja gerade nicht täglich ist. Aber ich bin dann immer so fertig. Ich wache auf, bin total durchnässte, friere, gehe mich fönen und lege mich dann wieder hin, kann aber nicht mehr schlafen. Kein bisschen erholsam! Naja, und zu meinem schlechten Gewissen, natürlich habe ich es. Frühs, mittags, abends. Aber es geht auch wieder weg und es fühlt sich gut an sich nicht zu übergeben. Wenn ich frühs was esse und zur Arbeit gehe, habe ich zeitlich ja gar nicht die Möglichkeit und so fing es an, dass es sich wieder einpendelt. Wenn man was isst, nicht zu viel, aber im Rahmen und dann weggeht, dann kann man es ja nicht. Auf der Arbeit geht es nicht, da bin ich überall eingebunden, da kann ich keine 10 Minuten fehlen und deswegen pendelte es sich wieder ein. Und jetzt geht es auch, wenn ich dableibe. Obst und Salat esse ich auch täglich. Ich esse ja manchmal frühs ein halbes Brötchen mit Wurst, dann bisschen Müsli und ne Obstschale muss sein. Ich liebe Obst. Vor meiner Krankheit habe ich nie viel gegessen, aber dann nur noch und jetzt halt neben den “normalen” Speisen. Und: Doch doch klar, wir wohnen zusammen, nur unter der Woche sind wir ja beide arbeiten und sehen uns nur frühs und dann abends wieder. Am Wochenende gehen wir essen oder kochen. Oh, das mit deinem Ex ist ja krass. Ich kenne auch einige Männer, die es machen. Sie sehen nicht top aus, aber euch nicht schlecht und haben es aber selbst erzählt. Wenn jemand pampig reagiert ist es scheiße. Aber denen ist es egal und die wollen weiter machen und ich denke auch immer, ich muss wissen, wie man daran geht, aber sogar Kranke haben Probleme, wie sie es bei anderen ansprechen sollen, v.a. wenn sie abblocken. Nachspioniert hast du ja in dem Sinn nicht. Es ist echt kompliziert. Und: Er möchte es nicht unbedingt, aber er wäre denke ich nicht abgeneigt, weil er meint, dass es evtl. klappen könnte, und das ist etwas, was ich noch nicht ausprobiert habe. Er ist für alles offen und würde bei allem dahinter stehen, aber lässt mir die Entscheidung, also er drängt auch keineswegs dahin oder sagt es. Also bisher klingt dein Tag super, ich hoffe er bleibt so. Esse morgen Obst. Wenn du Obst isst, wirst du nie zunehmen. Es ist fast nur Wasser und hat viele Vitamine. Der Fruchtzucker setzt nicht an, zumindest aus meiner Erfahrung. So habe ich auch angefangen wieder etwas zu essen, wie ich bereits nach wenigen Bissen dachte ich hätte Haufenweise Zeug gegessen [​IMG]
    Alles Liebe (Muss erstmal die ganzen anderen Beiträge lesen.)
  15. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Ah und was ich noch ansprechen wollte. Ich kann es gar nicht verstehen, dass du dann vom Kaffee kein bisschen nen vollen Bauch bekommst. Weil gerade auch bei Kaffee, der würde ja mehr stopfen als ein paar Gabeln Salat. Aber ich nehme dir dein Gefühl da 100 % ab. Ich kenne sowas, aber ich denke es hat viel mit der Psyche zu tun. Kaffee mit viel Zucker und Milch trinkst du schon lang und es macht nichts und genauso musst du dich und deinen Körper ganz langsam an andere Sachen gewöhnen. Ich denke, wenn du den Kaffee mal anfängst zu ersetzen gegen ein paar Trauben, das eine zeitlang machst, dann wirst du merken, dass du davon auch keine Kugel bekommst und es wird funktionieren, dass du immer mal ein paar Trauben isst. Also weißt du was ich meine. Ich denke, dass unser Körper uns nie belügt, aber es viel Kopfsache ist. Und was man gewohnt ist, da hat man keine Angst, es wird einem nicht schlecht. Aber Ungewohntes macht einem üble Gedanken, einen vollen Bauch, usw.
    Liebe Grüße
  16. gina

    gina Guest

    N’Abend,
    ja ich schreibe viel (viel zu viel). Habe auch gestenr noch einmal diene Tagebucheinträge durchgelesen und da hab ich dann auch gemerkt, dass du wohl doch mit deinem Freund zusammenwohnst. Sorry also, das hab ich wohl nicht gleich ganz kapiert;).
    Irgendwo hattest du aber auch geschrieben, dass du dich besser von deinem Blog fernhälst, wenn es dir besser geht oder eben gar nicht mehr ‘darüber’ reden möchtest, die krankheit ganz weit wegschieben. Ist es jetzt schwer für dich trotzdem noch zu schreiben oder eben auf diverse comments etwas zu schreiben? Ich könnte jetzt gar nicht beantworten, ob ich das dann noch kann, FALLS ich irgendwann mal davon wegkommen sollte. Also ich erwarte nicht, dass du jedesmal etwas zu meinen Romanen hier schreibst, gell. Ich könnts verstehen, wenn du das ganze erstmal ruhen lässt, solange es dir ein paar Tage/Wochen besser geht.
    Heute war mein ‘erstes Mal’…und zwar Obst essen:). Eine halbe Banane und ein halber Apfel. Habe nach jedem Bissen in mich reingehorcht, ob mein Bauch sich schon aufbläht, aber es tat sich nichts. Habe also die andere Hälfte vom Apfel auch noch gegessen, weil der so lecker war. Dem Bauch ging es wieterhin gut. Ich habe es dann so gemacht wie du, dass ich dann sofort das Haus verlassen habe. Obst an sich scheine ich wohl in geringen Mengen zu vertragen, aber ich habe dann bei meinen Eltern, Stunden später also, einen Schluck Wasser getrunken und schon bekam ich Bauchschmerzen. Also Obst plus trinken is nich. Dabei soll man ja viel trinken. Was mach ich da bloß:(. Jedenfalls war es schön mal wieder Obst zu essen. Ich hatte den ganzen restlichen Tag kein Hungergefühl. Einerseits hat es sich schlecht angefühlt, weil ich es so nicht kenne. Es hat, so doof es klingt, etwas gefehlt. Andererseits war ich dann auch weniger reizbar. Wenn ich mit leerem Magen Auto fahre, dann regt mich jeder Scheiß sofort auf. Und ich habe mich soeben nicht einfach wahllos auf irgendetwas essebares gestürzt, weil das Lochgefühl im Magen ja nicht vorhanden war, was kontrollierteres Essen bedeutete. Habe mir ganz genau überlegt, was ich nun essen werde, damit nicht wieder alles entgleist. Meine Mum hat mir aus dem Schwarzwald einen Schinken mitgebracht und da habe ich mir jetzt viele kleine Stücke runtergeschnitten. Ich weiß, ich bin noch weit weg von ‘normaler’ Erährung, aber ich glaube ich habe schon viel gewonnen, wenn ich nicht kotze, alles andere kommt bestimmt noch. Also einen Teller mit Gänsebraten, Klößen, Soße und Rotkraut könnt ich jetzt auch noch nicht essen, einfach so. Zum Glück ist Weihnachten schon vorbei.
    Ok ihr wohnt also zusammen…selbe Situation wie damals bei mir, als ich noch mit meinem zusammenwohnte. Blöde Frage, aber hatte er dich kennengelernt, als du noch ‘gesund’ warst oder kam dein Problem als du mti ihm schon zusammen warst. Musst du nicht beantworten wenn es zu ‘privat’ ist. Möglich, dass ich auch dies irgendwo überlesen habe.
    Gut find eich es allerdings, dass er dich nicht zu einer Therapie drängt und aber dahinterstehen würde. Ich glaub du hast einen ziemlich tollen Freund und den brauchst du auch.
    Ja, also bei mir lief der Tag ja bisher meist so ab: aufstehen, richten, mit dem Hund losziehen, möglichst den halben Tag wegbleiben von zu Hause, evtl meine Eltern besuchen und alles so lange wie möglich rausziehen, abends nach hause kommen und dann erst was essen. Hab also den ganzen Tag dem Essen standgehalten (ich weiß, völlig bekloppt und falsch).
    Natürlich kam spätestens am Nachmittag ein großes Hungergefühl und da hab ich dann eben immer einen großen Latte Macchiato getrunken mit viel Zucker, weil der eben den Magen dann so weit gefüllt hatte, dass ich erstmal keinen Hunger mehr verspürte. Aber ich habe mich trotzdem nicht voll gefühlt. Ausserdem hat Kaffee bei mir noch zwei positive Nebeneffekte, er regt den Stoffwechsel an und er wirkt Harntreibend.
    Aber da ich heute schon Obst gegessen hatte und mein bauch sowieso wohl geplatzt wäre, hätte ich noch Kaffee drauf getrunken, habe ich das heute ausfallen lassen.
    Ja gestern habe ich es wirklich geschafft, also nicht zu kotzen. Ob meine Ernährung gesund war, bleibt fraglich. Habe eben abends zur Ablenkung viele Käsestückchen gegessen, vielleicht zu viele. Was da an Fett dran war, daran möchte ich gar nicht denken. Aber davon bekomme ich kein Völlegefühl und darauf kam es an. Ich wiege mich ja nicht. Hätte ich mich gewogen, hätte ich sicher etwas mehr gewogen wegen dem vielen Käse und hätte vielleicht dann resigniert. Siehst du, deshalb hab ich keine Waage. Glaub mir, es funktioniert! [​IMG]
    Dafür hatte ich gestern immer mehr Kopfbrummen, vor lauter Angstgedanken, dass ich es nicht schaffen werde, durch die ganzen Überlegungen, was ich nun esse oder nicht esse, durch den Kampf der in meinem Kopf stattgefunden hat. Hätt ich einfach losgefressen und dann alles wieder ausgekotz, wäre diese Spannung weggewesen. Das glaube ich. Aber so hatte ich nen üblen Druck im Schädel. Schon krank.
    Ja du hast Recht, man muss seinen Körper/Magen wieder an diverse Dinge gewöhnen und wenn es dann nicht mehr ungewohnt ist, dann geht das auch wieder. Man früher hab ich doch auch alles mögliche gefressen und es war nix (also DAVOR, so ca bis ich 14 war).
    Ich hoffe dein Tag heute war gut, es wird es wird:)!
    Ganz liebe Grüße,
    Gina
  17. gina

    gina Guest

    …’Blöde Frage, aber hatte er dich kennengelernt, als du noch ‘gesund’ warst oder kam dein Problem als du mit ihm schon zusammen warst.’…
    Ok merke gerade selber dass die Frage so nicht ganz stimmt;D.
    Ich meinte natürlich ob du schon essgestört warst, also ihr euch kennenlerntet oder ob das erst später kam, als ihr schon zusammen wart.
  18. Michi

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    Hi Gina, also ich muss dich gleich mal korrigieren: Du schreibst viel, aber nicht zu viel [​IMG] Wenn ich mal geschrieben habe, dass ich die Krankheit ziemlich verdränge, falls es mir gut geht, dann finde ich es nicht gut, weil ich dann ganz schnell wieder darin bin. Ich muss mich intensiv, auch wenn es mal eine Woche nicht war damit beschäftigen. Nur ich wäre einfach so gerne gesund und normal, dass ich dann an diese Problem gar nicht denken mag, aber das ist nicht gut. Ich finde es super, dass ich gerade täglich darüber schreibe und es tut gut! Im Kopf dreht sich ja eh immer alles um das Essen, ich muss lernen auch stets darüber zu reden bzw. zu schreiben. Ich meine, was ich auch immer schreibe, das kennst du sicherlich auch, widerspricht sich oft. Aber nicht, weil es nicht der Wahrheit entspricht, sondern weil ich innerlich ein Gefühlschaos in mir trage und ständig anders denke, ticke und auch handel. Es kommt immer auf den Tag und die Laune an, die ja durch die Krankheit noch am meisten gesteuert wird. UND: Ich schreibe dir sehr gerne. Ich finde es super und ich rede sehr gerne mit dir darüber. Klar, falls ich mal nicht antworte, darfst du, aber sagtest du ja schon, dir nichts dabei denken, dann kann ich nicht schreiben, weil ich es zeitlich nicht packe oder ich echt aufgelöst bin … Bis das Essverhalten normal ist dauert es ewig, wenn es überhaupt irgendwann so ist. Aber das ist nicht das Ziel. Auch einen vollen Teller mit Braten, usw. ist nicht das Ziel. Das Ziel ist, dass du erstmal nicht mehr über dem Klo hängst, weil du so deinen ganzen Magen, deine Speiseröhre, deine Ausstrahlung, deine Organe und deinen ganzen Menschen zerstörst. Wichtig ist also nicht das VIEL ESSEN und das NORMALE ESSEN, sondern 1. Ziel ist es das Essen zu behalten, egal was es ist und wieviel es ist. Ich lernte ihn kenne, da war ich noch gesund, aber wir kamen erst Jahre später zusammen und da hatte ich es schon. Du musst dich um eine Arbeit kümmern. Die kommt nicht zugeflogen. Du solltest nicht rumhängen, sondern Arbeit suchen. Du brauchst eine Aufgabe, nur sowas hilft! du brauchst einen Ersatz für die Krankheit, die den ganzen Tag ausmacht!!! Wichtig ist es auch nicht, dass du den ganzen Tag nichts isst. Du solltest eher am Tag etwas essen und abends nichts! Das wird verdaut und setzt nicht an. Abends ist es schlimmer. Du musst den Kreislauf, dass du eine Heißhungefühl heraufbeschwörst durchbrechen! Du siehst bestimmt sehr gut aus und bist aufgrund deines wenigen Essen sehr schlank, deswegen musst du mit der Krankheit aufhören. Du bist bestimmt hübsch und darfst dich nicht weiter kaputt machen. Du wirst nicht zunehmen, wenn du wenig, aber tagsüber isst. Es wird deinem Körper besser tun, weil es es braucht, um dir einen schönen Tag zu machen. Lass abends lieber das Essen weg, das führt dich nur in Versuchung und da du gerade abends die Anfälle hast, solltest du es abends ganz weglassen. Du musst an der Routine deines Alltags etwas ändern, sonst wird es so weiter gehen. Du hast es gestern gepackt!!!!!!! Saugeil! Find ich total toll!!! Das ist der richtige Weg. Dein Körper wird dich dafür hassen, da du ihm seinen Alltag des Kotzens nimmst, aber irgendwann wird er es dir danken und zwar jeden Tag, bei dem du super standhaft bist! Ja, die Spannung kenne ich und wenn man sich übergibt, dann ist es erstmal gut. Aber das ist der Kampf, den wir antreten müssen. Es ist hart und die Gedanken werden dich wahnsinnig machen, du wirst traurig sein und kannst einfach losheulen, weil du wieder mehr Energie hast, wenn du dich nicht übergibst, die raus muss.
    Alles Liebe
  19. gina

    gina Guest

    Hey Michi,
    schön von dir zu hören! Bin heute mit meinem Tagesbericht etwas im Verzug, weil ich den ganzen Tag unterwegs war und jetzt noch den Haushalt erledigt habe, einfach der Ablenkung halber.
    Leider musst du dein Lob zurücknehmen, was das gestern angeht:(. Ich habe es zwar vorgestern geschafft, aber gestern nachdem ich dir geschrieben hatte (also um einiges später) hat es mich wieder erwischt und zwar schneller als ich gucken konnte. Es ist schrecklich. Von 4 Tagen, 2 Rückfalltage. Ich wusste, es wird schwer, wie soll es auch nach 14 Jahren anders sein, aber dass es SO schwer wird…
    Hatte ja nur kleine Schinkenstückchen gefuttert, aber davon waren es ziemlich bald zu viele, ohne dass ich aufgepasst habe und dann wars mir total übel. War zu viel Fett dran. So hätte ich auf keinen Fall schlafen können. Ich wollte aber durchhalten, eigentlich, aber ich war schon auf dem Weg in die Küche bevor ich mir das irgendwie verbieten konnte, das ging so schnell.
    Ich habe versagt und schäme mich dafür. Habe es darauf ankommen lassen, was den Brechreiz angeht, denn der hatt ja ebenfalls versagt gehabt (zum Glück?), aber leider funtionierte es wieder.
    Glaube wenn das nie wieder klappen würde, dann würde ich es auch lassen.
    Aber (es hört sich jetzt total bescheuert an) es war wie ‘nach Hause kommen’ oder, hm, na eben dieser alten Gewohnheit ‘hallo’ zu sagen, nachdem man sie einen Tag verdrängt hatte. Kein Gefühl der Geborgenheit, nein, aber vielleicht so etwas ind er Art. Klingt wirklich dumm.
    Heute Nachmittag habe ich leider versäumt irgendetwas zu essen, da ich nicht dazu gekommen bin. Bin also wieder mal mit einem Loch im Magen abends nach Hause gefahren und habe mir aber nur ein Sandwich gemacht und versucht langsam zu essen und habe danach angefangen die Wohnung zu putzen. Fühlt sich gut an, jetzt sitze ich hier und ich habe vor, nachher noch eins zu essen, weil das einfach nicht gereicht hat.
    Ja, du sagst, ich soll meinen Tagesrythmus abwandeln, tagsüber etwas essen und dafür abends komplett streichen. Aber ich hab dann ja wirklich gar nichts mehr auf das ich mich abends freuen kann. Ich MUSS abends was essen, gerade wenn ich vor dem Fernseher hocke oder am Rechner arbeite oder ein Buch lese, ich muss da nebenher etwas zum knabbern haben. Oh es ist so hart.
    Ja Recht hast du, ich brauche dringend eine Aufgabe. Ohne diese wird es wohl zu schwer. Ich bin ja auch schon dran, aber es sollte dann auch passen und von heute auf morgen findet sich nichts. Wenn es mir scheiße geht, dann geb ich mir aber auch gar keine Mühe, weil die Kraft fehlt oder Motivation eben. Aber sobald es mir mal besser geht (so wie heute), dann merk ich wieder diesen kleinen Funken Motivation, der da in mir schlummert. Das kann aber schlagartig wieder vorbei sein. Es ist so ein verdammtes auf und ab, so unberechenbar…und alles nur wegen dem blöden Essen.
    Wie hast du nur diese ganzen Rückfälle durchgestanden? Und dazu auch noch diesen Blog weitergeführt und darüber berichtet. Ich hatte nach meinem kleinen Anfall gestern schon fast keine Lust mehr darüber zu schreiben oder überhaupt jemandem zu schreiben, weil ich mich so schlecht gefühlt habe. Naja heute geht es wieder. Der Tag ist aber eben noch nicht ganz vorbei, die kritische Phase ist jetzt oder kommt noch. Trotz allem habe ich gemerkt, dass ich diese Woche doch irgendwie weniger Geld für Essen ausgegeben habe. Es gab ja keine einzige geplante Fress Orgie und das was ich gekauf hatte, war mit Bedacht ausgewählt und nicht sehr viel. Meine Güte, ich darf gar nicht darpber nachdenken, wieviel Geld allein dieses jahr schon das Klo runtergeschwommen ist:(. Dafür hätte ich mir schönere Dinge leisten können und wäre jetzt nicht so übelst pleite.
    Ging es dir auch so?
    Naja ich hoffe du hast einen weiteren Tag geschafft-jeder Tag zählt! Du machst das super!
    Du isst doch gerne Obst…vielleicht kennst du es schon, aber ich hab da ein ganz leckeres indisches Rezept von einer Bekannten deren Nachbar Inder ist. Ich liebe es, vor allem weil es so schön leicht ist und ein richtiges Sommeressen. Und zwar…
    Relativ reife Bananen in der Pfanne in etwas Butter anbraten, mit Zucker betreuen und ab und an wenden, damit der Zucker karamellisiert (es muss nicht viel Zucker und kann auch fettreduzierte Rama oder so sein). Wenn diese dann aussen schön bräunlich sind, mit einem Klecks Joghurt und einem Klecks Basmatireis servieren.
    Musste da gleich an dich denken, als mir das gestern eingefallen ist. Aber wie gesagt, evtl kennst du es schon oder so in der Art. Lecker und leicht ist es auf jeden Fall und gesund noch dazu:).
    Wünsche dir einen schönen Abend!
    gina
  20. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Hi Gina, ess doch auch abends keinen Schinken mehr! Ess doch etwas Banane oder irgendetwas an Obst. Davon wirst du (bzw. es wäre unnötig) kein schlechtes Gewissen haben. Wenn du immer wieder mit etwas anfängst, was bei ein paar Bissen mehr heikel sein könnte, dann darfst du damit nicht anfangen. Und apropo: Du wirst die Rückfälle bald nicht mehr als Rückfälle sehen. Du steckst noch sehr weit in der Krankheit drin und hast noch gar nicht richtig mit dem Entzug angefangen. Sobald ein Tag, an dem es nicht war die Ausnahme ist und nicht ein Tag, an dem du einen Rückfall hattest, kannst du nichts von Entzug und Rückfall sprechen. Das besondere ist ja der Tag, an dem du es geschafft hast und es muss irgendwann umgedreht sein. Aber das dauert. Es ist normal, dass man sich ganz langsam nach vorne tastet. Ist auch wichtig, da man je dem Körper die Routine nimmt und man alles ändern muss, was nicht von heute auf morgen geht. Wenn es mal einen Tag nicht war ist es ein super Fortschritt. Also von wegen Lob zurück. Das Lob galt für den gepackten Tag und gilt folglich immer noch [​IMG] Du hast nicht versagt, du hast eine Tag gepackt, d.h. du kannst, wenn du willst! Nur du willst noch nicht richtig davon loslassen. Ich kenn das. man will es, aber irgendwie wohl doch nicht, bzw. man kann nicht, weil man hat sonst nicht viel im Leben und bracuh es doch, damit es einen ausfüllt. UND: Man versäumt es nicht zu essen. Man packt es nur, weil man ja nichts essen will. Jeder gesunde Mensch hat dafür Zeit oder isst etwas nebenbei. Also, du hattest nicht keine Zeit, nur du wolltest es so. Ich kenn das. Man belügt sich da selbst. Weil sich irgendwas mal schnell reinzuschieben, nimmt keine Zeit in Anspruch. Egal, was ich dir rate. Ich war bzw. bin genauso, aber erkenne manchmal, wann ich mich selbst anlüge bzw. es gerne so hätte, dass es der Wahrheit entspricht. Du solltest nach dem einen Sandwich aufhören. Es langt vollkommen. Daran schon zu denken noch eines zu essen, isst wieder der Heißhunger in dir. Dein Körper kennt nicht das normale Vollegefühl bzw. das Gefühl, dass du auch nichts mehr essen musst und es erstmal gut ist. Du schaufelst dir immer selbst den Rückfall, merkst du das? Doch, du hast etwas, auf was du dich freuen kannst: Gesund zu werden und das Leben wieder in vollen Zügen zu genießen. Du sollst dir ja auch ein anderes Hobby suchen. Klar, du brauchst etwas, auf das du dich abends freuen kannst, aber das muss nicht essen sein. Nicht nur Essen macht Freude, nur das siehst du gerade nicht. Gönn dir ein bad oder geh in ein Cafe oder geh zu einer Freundin, schau etwas tolles im Fernseher, lies etwas, fang ein Instrument an, mach irgendeinen Sport bzw. fang an, geh ins Kino, in ein Schwimmbad, in die Sauna, etc. Such dir etwas, das du magst und worauf du dich freust. Du musst die Freude immer noch haben, nur sie darf sich nicht auf einen Fressanfall konzentrieren. Das ist ja das, was ich meine. Du brauchst einen Ersatz, ohne das geht es nicht. Du musst nichts beim Fernsehen essen. Es ist hart, aber du musst da rauskommen und es geht nicht abends, da du da immer einen Anfall hast. Also lasse es abends. Wenn du aufhören willst, dann musst du auch damit anfangen! Oder knabbere eben etwas Obst. Du darfst erst wieder nebenher knabbern, wenn du dir sicher sein kannst, dass du auch standhälst, wenn du mal etwas mehr im Magen hast.
    Ich habe die Rückfälle noch nicht durchgestanden. Ich habe sie ja immer noch. Ich hasse es, mich selbst, was ich mache, aber würde dann am liebsten nur noch essen und mich übergeben. Nach einem Mal wieder erstmal zu sagen nie wieder, das ist hart, weil man ist sofort wieder in dem alten Rhythmus, der ja auch ein Hobby ist. Direkt nach einem Anfall habe ich immer Redebedarf und zwar enorm. Dann nach einer Stunde will ich es nur noch verdrängen. Spar dir dein Geld und kaufe dir was Schönes. Das wäre doch mal was. Geh abends shoppen im Internet und spar dir jeden Tag das Geld in einem Sparschwein und gib es dann abends anstatt eines Anfalls aus und kauf dir was. Dann hast du etwas, worauf du dich freuen kannst und du hast eine Beschäftigung abends. Geld für Essen habe ich noch nie bewusst ausgegeben. Ich bekomme viel geschenkt und es dauert ja bis ich etwas esse, wenn ich es behalte, d.h. es sammelt sich viel an. Ich habe natürlich Sachen gekauft, ich gehen ja normal einkaufen, aber noch nie mit dem Plan es zu fressen und herauszukotzen. Da ist mir dann doch das Geld zu schade. Ist so! Ich spielte nur manchmal mit dem Gedanken, aber zum Glück gab es diesen Schritt nie bei mir. Ich habe den Tag gestern geschafft, obwohl ich große Probleme mit meinem Gewicht gerade habe und gestern habe ich viel gegessen. Frühs normal mit Brötchen usw., etwas Kuchen, ne Obstschale, mittags Fisch mit Reis und Gemüse, dann ein bisschen Kuchen, dann abends etwas Obst und EIS (Ich liebe es, aber habe es schon ewig nicht mehr gegessen). Vorgestern aß ich sogar viele viele Chips, wofür ich mich immer noch hasse, egal. Aber hauptsache es blieb drin, man kann ja irgendwann wieder abnehmen. So war ich früher drauf und es kommt langsam wieder [​IMG]Sonst habe ich kein Leben mehr und auch keine Zukunft. Das Rezept klingt gut, nur ich liebe Obst eigentlich nur, wenn es eher kalt ist. Aber ich werde es mal versuchen. Danke! Hoffe du hast es gestern noch gepackt!!!!!!
    Alles Liebe