30. Woche – Heißhungerattacke und Rückfall

Dieses Thema im Forum 'Bulimie Blog' wurde von Michi gestartet, 5 Juni 2011.

  1. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Always the same: Es war wieder und zwar gleich an zwei darauffolgenden Tagen.
    Ich habe auch momentan keinen Elan mehr. Ich haben etwas zugenommen, da ich zu viel Kuchen aß. Klar, das stört mich. Ich habe dann einen furchtbaren Druck, wenn ich mal zu viel esse und es behalte, dass es dann meistens am nächsten Tag ist. Natürlich bringt das nichts mehr, aber ich muss es dann einfach tun. Ich will am nächsten Tag nicht einen Bissen etwas Süßes essen und wenn ich es dann doch mache, weiß ich, dass ich mich übergeben muss.
    Ich sah auch keinen Sinn mehr in dem ganzen Entzug bzw. konnte einfach nicht mehr. Ich fühl mich nur noch scheiße, habe nur noch schlechte Laune und ständig mega Stress mit meinem Freund, weil ich austicke. Das kann doch nicht für den Entzug sprechen? Ich fühle mich nur noch elend. Alles ist durcheinander … Horror. Ich und mein ganzes Leben verlaufen nur noch im Chaos. Ich fühlte mich nach dem ersten Mal besser. Ich war ausgeglichener, als ob der ganze Druck sich in Luft auflöst. Selbstverständlich kamen die ganzen Schuldgefühle dazu und ich fühlte mich körperlich am Arsch, ausgetrocknet und verspürte zwei Tage lang ein unheimliches Stechen oberhalb der Brust links. Dennoch war mein Leben irgendwie wieder mehr im Lot.
    Einbildung oder was ist das?
    Ich denke mein ganzer Haushalt ist durcheinander, wenn ich es versuche nie wieder zu tun. Wahrscheinlich stellt sich mein Körper um, aber es hat furchtbare Auswirkungen. Ich hasse es und sehr vieles und viele Menschen um mich herum. Ich weiß nicht mehr, wo das noch hinführen soll. Ich kann einfach nicht mehr.
    Ich wollte es meinem Freund gar nicht sagen. Da ich wusste, wir haben eh nur noch Streit und das verschlimmert es. Ich habe Angst, er verlässt mich, wenn ich es nicht packe, was unausweigerlich zu Lügen führt. Da es aber am 2. Tag sich gleich wiederholte, teilte ich mich ihm mit, aus Angst auch, dass es wieder total schlimm wird. Naja, gestern war es nicht. Aber ich fühle mich so oder so nur noch beschissen. Ich hasse die Krankheit und dass ich da reingerutscht bin und den Weg daraus. Es ist alles ein Alptraum.
  2. Maxine

    Maxine Guest

    Heey michi
    ich kann es gut nachvollziehen, wie es dir ergeht, es ist ein ständiger Kampf gegen die ES und ja er ist sehr hart! Aber lass dich jetz nicht hängen, es ist wieder passiert okee, aber das gehört dazu, denk daran wie weit du schon bist ich denk mal voher war es öfter und wenn diese “Ausrutscher” passieren, darf man nicht alles über den Haufen schmeissen…Du glaubst villt in solchen Momenten , dass das Leben mit ES einfacher ist, natürlich, es ist einfacher alles mit der ES zu “betäuben” und sich zerstören zu lassen……Das klingt jetzt villt komisch aber ich vergleich die ES mit einem fiesen Kredit, für den Augenblick bist du glücklich kannst damit machen was du damit willst, doch nichts bleibt unbezahlt; iwann muss alles wiederzurück + HEFTIGE Zinsen, sprich die Folgen, die du ein Leben lang nicht mehr los wirst, wenn dein körper iwann so kapuut is die zähne etc. dann wirst du dich erst recht hässlich &unnütz finden….will man diesen hohen preis zahlen für ein paar minuten/stunden des Rausches ..wo man “glaubt” glücklich zusein!? ich nicht….
    Dein Freund hat es nicht leicht, niemand kann sich in dich hineinversetztn ,wenn er nicht ,dass selbe durchmacht, aber hey, er liebt dich doch, sonst wär er doch schon lange weg, oder? dass was man mit ESlern so durchmacht^^…kämpfe für dich &und für ihn, eure Beziehung….und wenn Rückfälle sind, dann muss er das auch akzeptieren. Wichtig ist nich aufzugeben, denn es wartet ein Leben auf dich; ein Richtiges& wundervolles…..und dafür lohnt es sich allemal zu kämpfen!
    Ich weiss, ist leichter gesagt als getan….aber wenn du nicht aufgibst, dann wirst du es iwann schaffen! Sei stolz auf dich für das was du schon geschafft hast….
    viel Kraft
    Lg =)
  3. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Hi Maxine, vielen Dank! [​IMG] Du hast echt toll geschrieben und du hast das echt gut beschrieben. Aber es ist eben viel schlimmer als man denkt, weil so eine furchtbare depressive Laune dazukommt, gegen die es nur schwer ist zu kämpfen. Es geht ja nicht nur um das Übergeben oder nicht Übergeben, sondern es hängt einfach viel mehr dran, was alles so schwierig macht. Dein Vergleich ist ganz cool. Denke, das ist ziemlich stimmig, nur man denkt eben jetzt nicht an die Zinsen bzw. man weiß es schon, aber irgendwie checkt man es doch nicht …Ich frag mich halt immer, kann man je davon loskommen? Gibt es irgendwann ein Leben, in dem man einfach davon weg ist und sich sicher sein kann? Ich habe so Angst davor, dass es nie so ist, weil die Gefahr es doch wieder zu tun einfach zu groß ist ….
  4. Monika

    Monika Guest

    Hallo Michi,
    ich bin M.(weiblich) und leide selber seit 2007 ca an Bulimie. Ich kenne deine Situation sehr gut und habe schon einen Teil deines Blogs gelesen. An den meisten Stellen denke ich mir: das hätte von mir stammen können.
    Ich versuche selber schon seit fast einem Jahr aufzuhören aber werde immer rückfällig. Die längste Phase waren 5 Wochen ohne… Ich weiß nicht, ob es hilft aber ich wollte fragen, ob wir uns vielleicht privat schreiben wollen und gemeinsam den Ausstieg schaffen. In ein Forum habe ich schon geschrieben ohne Erfolge und meiner Mutter habe ich mich auch anvertraut (sie findet es aber toll; hat selber eine Binge-Eating-Disorder), was wenig Sinn hatte. Veilleicht hilft es ja, wenn wir es zusammen versuchen. Das Angebot steht
    P.S. Ich bin fast 25 und im letzen Jahr meines Medizinstudiums
  5. Michi

    Michi mybulimie.de Staff Member

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    Hi Monika, die Idee finde ich gut. Mir wäre so ein Austausch ziemlich wichtig, da es bestimmt hilft. Es gibt hier bald ein Forum, bei dem man sich private Nachrichten schreiben kann, so in zwei Wochen. Ich denke, das können wir dann nutzen. Oder wir schreiben uns halt direkt in dem Forum, wie das dann für uns am besten ist, können wir ja dann sehen. Aber ich finde es sehr wichtig mich mit Menschen auszutauschen, die wissen, wie es einem geht und was man durchmacht. Ich hasse es, aber dennoch komme ich nicht davon weg … Alles Liebe, Michi